Deutschlands größter Karnevalsladen kann mehr für seine Leute tun
Arbeitsatmosphäre
Direktes Lob von der Filialleitung gibt es eher selten. Die Anerkennung kommt meistens indirekt, zum Beispiel durch Vertrauen oder kleine Gesten. Das finde ich im Nachhinein überhaupt nicht schlecht. Trotzdem würde ein regelmäßiges Feedbackgespräch, zum Beispiel einmal im Monat, viel für das Betriebsklima tun.
Image
Von außen wirkt alles bunt, fröhlich und festlich. Hinter den Kulissen sieht es aber anders aus: hohe Belastung, wenig Wertschätzung im Alltag und viele Leute, die nicht lange bleiben. Unter den Kollege/innen habe ich eher Frust als Stolz auf die Firma gespürt. Ich glaube, das Unternehmen hat viel Potenzial. Damit das Image auch intern stimmt, müsste es aber mehr für die Menschen tun, die den Laden am Laufen halten.
Work-Life-Balance
In der Saison arbeitet man sechs Tage die Woche, Urlaub oder einfach frei machen ist unmöglich. Außerhalb der Saison klappt das gut, und die Filialleitung plant Urlaub fair.
*Wer Achterbahn mag, wird sich hier wohlfühlen.*
Karriere/Weiterbildung
Während meiner Zeit habe ich nie etwas über Karrieremöglichkeiten oder Weiterbildungsangebote gehört. Das finde ich schade, denn gerade die ruhigeren Monate nach der Saison wären ideal dafür. Sinnvoll wären zum Beispiel Schulungen zu Kundenkommunikation, Konfliktlösung, respektvollem Umgang im Team oder Führungskompetenzen. Im Einzelhandel hat man jeden Tag mit gestressten Kunde/innen zu tun, deshalb würden solche Angebote wirklich helfen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt kommt immer pünktlich, das ist positiv. Als Benefits gab es EIN kostenloses Samstagsfrühstück in der Saison und ein großes Firmenevent einmal im Jahr. Beides ist nett gemeint, aber ich würde mir eher Investitionen in die Mitarbeitenden selbst wünschen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Laden gibt es sehr viele Produkte aus Plastik, das merkt man schon am Geruch. Ob und wie das Unternehmen auf Umweltschutz oder fairen Handel achtet, wurde uns als Mitarbeitende aber kaum kommuniziert. Deshalb kann ich das nur schwer beurteilen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt hängt stark von der Jahreszeit ab. In der Saison arbeitet das Team gut zusammen. Alle stehen unter Druck und konzentrieren sich darauf, die Arbeit zu schaffen. Außerhalb der Saison ist die Zusammenarbeit nicht immer so einfach.
Ehrlich und direkt miteinander umgehen klappt leider nicht immer. Konflikte werden oft passiv aggressiv statt offen angesprochen. Die Filialleitung hat sehr viel zu tun, auch körperlich, und steht ständig unter Druck. Dieser Stress wird oft an das Team weitergegeben, vor allem an die jüngeren Vollzeitkräfte. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass sich bei ihnen Frust aufbaut, was ich gut verstehen kann. Ich sehe das nicht als Schuld einer einzelnen Person, sondern als Folge von zu wenig Personal und Unterstützung in der Saison.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Mitarbeitende sind im Unternehmen willkommen. Zumindest in dieser Filiale ist das Team respektvoll und rücksichtsvoll mit ältere Kollege umgegangen, auch an stressigen Tagen.
Vorgesetztenverhalten
Die stellvertretende Filialleitung war freundlich, und konnte gut zwischen den Kolleginnen vermitteln. Wenn sie nicht da war, hat man den Unterschied sofort gespürt.
Die Filialleitung gibt klare Anweisungen und ist bei der Urlaubsplanung fair. Sie bezieht das Team dabei ein und achtet auf Minusstunden.
Arbeitsbedingungen
Ich habe nur außerhalb der Saison an der Kasse gearbeitet, und schon da fand ich das System alt und langsam. Wie das in der Hochsaison mit langen Schlangen funktionieren soll, kann ich mir kaum vorstellen.
Im Obergeschoss ist es im Sommer extrem heiß. Die Belüftung reicht nicht aus, und der Plastikgeruch wird bei der Hitze noch stärker. Und dann sind da noch die Hände: Man fasst jeden Tag so viel Plastikware an, dass die Haut sehr trocken wird und sich sogar schält. Leider hatte ich das Gefühl, dass das Wohlbefinden der Mitarbeitenden für die obere Führungsebene keine große Rolle spielt. Ordentliche Handschuhe für alle wären ein einfacher erster Schritt.
Kommunikation
Die Kommunikation im Arbeitsalltag ist meistens klar. Die Filialleitung sagt, was zu tun ist und wie es gemacht werden soll. Auch organisatorische Themen wie Urlaub werden gut abgesprochen.
Gleichberechtigung
Ich hatte nicht den Eindruck, dass Frauen schlechter behandelt werden oder weniger Chancen haben. Zur Situation von Wiedereinsteiger/innen kann ich nichts sagen, weil ich dazu keine Erfahrungen gemacht habe.
Interessante Aufgaben
Die Arbeit ist in der Saison abwechslungsreich. Die Kundenberatung steht im Mittelpunkt, und die hat mir immer richtig Spaß gemacht. Außerhalb der Saison gibt es Mottowochen. Besonders gut hat mir auch gefallen, dass ich bei der Inventur andere Filialen besuchen konnte.
Außerhalb der Saison kann die Arbeit aber sehr eintönig werden.