Mitarbeiterabbau statt Managementabbau?
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mitarbeiterabbau statt Managementabbau?
Was mich aktuell leider besonders kritisch stimmt, ist die Prioritätensetzung. Auf der operativen Ebene werden Stellen abgebaut und Bereiche bzw. Tätigkeiten ins Ausland verlagert. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass die Führungs- und Managementstruktur immer größer und komplexer wird.
Da stellt sich schon die Frage: Wurde wirklich überall gleichermaßen auf Effizienz und Kosten geschaut? Oder ist es einfacher, bei den Mitarbeitern anzusetzen, die das operative Geschäft seit Jahren tragen, als die eigene Organisations- und Führungsstruktur kritisch zu hinterfragen?
Gerade wenn es mehrere Führungsebenen, zusätzliche Funktionen und teilweise überschneidende Verantwortlichkeiten gibt, sollte man meiner Meinung nach zuerst prüfen, wo tatsächlich Einsparpotenziale liegen. Denn langjährige Mitarbeiter abzubauen bedeutet nicht nur weniger Personalkosten, sondern auch den Verlust von Erfahrung, Fachwissen und gewachsenen Strukturen.
Outsourcing kann wirtschaftlich sinnvoll sein, aber dann sollte nachvollziehbar sein, dass diese Entscheidung auf einer ganzheitlichen Effizienzbetrachtung basiert. Wenn gleichzeitig auf der operativen Ebene massiv reduziert wird, während die Führungsebene weitgehend unangetastet bleibt, darf man durchaus fragen, ob hier wirklich an den richtigen Stellen angesetzt wird.
Die entscheidende Frage ist für mich deshalb nicht nur: Wo können wir Mitarbeiter einsparen? Sondern: Wo ist die Organisation insgesamt zu groß und zu komplex geworden?
Denn bevor man bei den Kleinen spart, sollte man vielleicht erst einmal vor der eigenen Haustür aufräumen.

