Wenn Glaubwürdigkeit und Transparenz schwinden...
Verbesserungsvorschläge
DEKRA präsentiert sich nach außen als werteorientiertes und erfolgreiches Unternehmen. Intern entsteht hingegen der Eindruck, dass diese Werte genau dann wenig zählen, wenn sie die Unternehmensführung tatsächlich etwas kosten würden. Mein Eindruck: Bei DEKRA besteht nicht nur Handlungsbedarf bei den Prozessen, sondern vor allem bei der Glaubwürdigkeit der Führung. Und dieses Problem lässt sich weder durch ein neues Business Center noch durch noch so positive interne Präsentationen lösen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre bei DEKRA wird zunehmend von Unsicherheit, Frustration und einem massiven Vertrauensverlust geprägt. Während im Headquarter Stellen abgebaut werden, baut das Unternehmen in Breslau ein Business Center auf, das angeblich für mehr Effizienz und Prozesskonformität sorgen soll. Die entscheidende Frage scheint sich in der Führungsetage allerdings niemand ernsthaft zu stellen: Wie will DEKRA effizienter und prozessgetreuer arbeiten, wenn es bereits an klaren, funktionierenden und konsequent gelebten Prozessen mangelt?
Statt die strukturellen Probleme an der Wurzel zu packen, werden Arbeitsplätze verlagert und Stellen gestrichen. Das wirkt weniger wie eine durchdachte Transformation als vielmehr wie der Versuch, organisatorische Probleme durch Standortverschiebungen zu kaschieren. Ein neuer Standort ersetzt keine funktionierende Organisation. Wer glaubt, durch die Verlagerung von Aufgaben nach Breslau automatisch bessere Prozesse zu schaffen, verwechselt Kostensenkung mit nachhaltiger Unternehmensentwicklung.
Besonders bitter ist dabei der Umgang mit den Mitarbeitern am Headquarter.
Kommunikation
Die Kommunikation ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Vertrauen verspielt. Bei Entscheidungen, die für Mitarbeiter existenzielle berufliche Konsequenzen haben, fehlen Transparenz, Offenheit und eine nachvollziehbare Erklärung. Statt die Belegschaft ehrlich über Hintergründe, Ziele und Risiken zu informieren, entsteht der Eindruck, dass unangenehme Wahrheiten möglichst lange zurückgehalten werden.
Besonders dreist wirkt es, wenn bei internen Veranstaltungen die gute wirtschaftliche Lage und die positive Entwicklung von DEKRA hervorgehoben werden, während gleichzeitig Stellen abgebaut und tiefgreifende Veränderungen vorangetrieben werden. Offenbar ist für Erfolgsmeldungen immer Platz – für die unbequemen Fragen der eigenen Mitarbeiter hingegen nicht.
Diese Art der Kommunikation ist nicht nur enttäuschend, sondern ein Zeichen mangelnden Respekts. Mitarbeiter sind keine Statisten, die bei internen Veranstaltungen applaudieren sollen, während ihre eigene Zukunft zur Nebensache erklärt wird. Sie haben ein Recht darauf, ernst genommen zu werden, klare Antworten zu erhalten und nicht mit Hochglanzbotschaften abgespeist zu werden.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Unternehmensführung ist der wohl größte Kritikpunkt. Der Vorstand kommuniziert Werte, die im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern offenbar schnell an Bedeutung verlieren, sobald strategische Entscheidungen getroffen werden. Die viel beschworenen Unternehmenswerte werden nicht gelebt, sondern wirken wie eine Fassade, hinter der eine völlig andere Realität stattfindet.
Respekt, Verantwortung und Wertschätzung sind offenbar willkommen, solange sie sich gut in Präsentationen und Unternehmensbotschaften machen. Sobald es darum geht, unbequeme Entscheidungen transparent zu erklären, Verantwortung für deren Auswirkungen zu übernehmen und den betroffenen Mitarbeitern auf Augenhöhe zu begegnen, klaffen Anspruch und Wirklichkeit erschreckend weit auseinander.
Wer einen solchen Stellenabbau verantwortet, muss sich kritischen Fragen stellen. Warum werden die bestehenden Prozesse nicht zuerst konsequent verbessert? Auf welcher belastbaren Grundlage wird angenommen, dass ein Business Center in Breslau die Probleme lösen wird? Und weshalb werden die Mitarbeiter, die von diesen Entscheidungen unmittelbar betroffen sind, nicht offen und respektvoll in die Kommunikation einbezogen?

