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Deloitte 
Deutschland
Bewertung

Starke Marke, schwache Führungskultur

2,0
Nicht empfohlen
Ex-FührungskraftHat bis 2025 im Bereich Finanzen / Controlling bei Deloitte GmbH in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der größte Pluspunkt ist aus meiner Sicht die starke Marke Deloitte. Die Bekanntheit des Unternehmens und die Wahrnehmung im Markt können für die weitere Karriere hilfreich sein und machen sich im Lebenslauf positiv bemerkbar.

Daneben waren Gehalt und Sozialleistungen sehr gut. Darüber hinaus fällt es mir schwer, weitere Aspekte hervorzuheben, die meine persönliche Erfahrung nachhaltig positiv geprägt haben.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Besonders negativ empfand ich den Umgang mit Mitarbeitern auf Führungsebene. Wiederholte persönliche Herabsetzungen, öffentliche Kritik, fehlende Wertschätzung sowie pauschale Infragestellungen der fachlichen Kompetenz haben bei mir zu einer sehr belastenden Arbeitssituation geführt.

Konstruktives Feedback, Unterstützung und eine respektvolle Kommunikation habe ich in entscheidenden Situationen vermisst. Stattdessen entstand bei mir über längere Zeit der Eindruck, dass Druck, Kontrolle und persönliche Abwertung als Führungsinstrumente eingesetzt wurden.

Am kritischsten bewerte ich, dass die psychische Belastung von Mitarbeitern aus meiner Sicht nicht ausreichend wahrgenommen oder ernst genommen wurde. Dies hat meine Zeit im Unternehmen nachhaltig negativ geprägt.

Verbesserungsvorschläge

* Führungskräfte stärker auf respektvolle Mitarbeiterführung, konstruktives Feedback und professionelle Kommunikation schulen.

* Neue Mitarbeiter insbesondere während der Einarbeitungsphase besser unterstützen und klare Erwartungen sowie nachvollziehbare Entwicklungsziele definieren.

* Eine Kultur fördern, in der Kritik sachlich und lösungsorientiert geäußert wird, anstatt Mitarbeiter durch pauschale Bewertungen zu demotivieren.

* Arbeitsbelastung und Überstunden realistischer planen sowie eine transparente und ehrliche Zeiterfassung sicherstellen.

* Die psychische Gesundheit von Mitarbeitern ernster nehmen und bei erkennbaren Belastungen frühzeitig Unterstützung anbieten.

* Regelmäßige Feedbackgespräche etablieren, die sowohl Stärken als auch Entwicklungspotenziale berücksichtigen und konkrete Handlungsempfehlungen enthalten.

* Sicherstellen, dass die tatsächlichen Unternehmenswerte wie Respekt, Wertschätzung und Zusammenarbeit nicht nur kommuniziert, sondern auch im Arbeitsalltag gelebt werden.

Arbeitsatmosphäre

Die schlechte Arbeitsatmosphäre war aus meiner Sicht hauptsächlich auf das Verhalten meiner direkten Vorgesetzten zurückzuführen. Wiederholte öffentliche Kritik, persönliche Abwertungen und fehlende Unterstützung während der Einarbeitung führten dazu, dass ich mich weder respektiert noch wertgeschätzt fühlte. Konstruktives Feedback oder echte Förderung habe ich nicht erlebt. Stattdessen herrschte ein Klima von Druck, Misstrauen und ständiger Rechtfertigung.

Image

Deloitte verfügt aus meiner Sicht über eine starke Marke und einen sehr guten Ruf im Markt. Die Zugehörigkeit zum Unternehmen wird von Kunden und potenziellen Arbeitgebern wahrgenommen und kann die berufliche Entwicklung positiv unterstützen.

Aus diesem Grund bewerte ich das Unternehmensimage grundsätzlich positiv. Die Diskrepanz zwischen dem starken externen Image und meiner persönlichen Erfahrung als Mitarbeiter verhindert jedoch eine Höchstbewertung. Dennoch bleibt Deloitte eine bekannte und angesehene Marke mit hoher Sichtbarkeit im Beratungs- und Versicherungsumfeld.

Work-Life-Balance

Eine ausgewogene Work-Life-Balance habe ich in diesem Projekt nicht erlebt. Über einen längeren Zeitraum wurde erwartet, dass regelmäßig sehr lange Arbeitstage geleistet werden, teilweise mit Arbeitszeiten von bis zu 12 Stunden sowie zusätzlicher Arbeit an Wochenenden.

Besonders frustrierend war, dass meine Arbeit einerseits regelmäßig kritisiert wurde, andererseits aber in die finalen Kundenunterlagen übernommen und gegenüber dem Kunden positiv präsentiert wurde. Dies vermittelte mir den Eindruck, dass hohe Einsatzbereitschaft und geleistete Mehrarbeit weder angemessen anerkannt noch wertgeschätzt wurden.

Hinzu kam, dass die tatsächlich geleisteten Überstunden nach meiner Wahrnehmung nicht transparent erfasst werden sollten. Insgesamt entstand dadurch ein Arbeitsumfeld, das langfristig weder gesund noch nachhaltig war.

Karriere/Weiterbildung

Die fachlichen Entwicklungsmöglichkeiten und die Sichtbarkeit der Projekte waren insgesamt gut. Durch die Arbeit an strategischen Fragestellungen und den direkten Kontakt mit Kunden und Entscheidungsträgern konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln und mein Fachwissen erweitern.

Auch die Marke Deloitte kann sich positiv auf die weitere Karriere auswirken. Aus meiner Sicht bestehen grundsätzlich gute Möglichkeiten, sich fachlich weiterzuentwickeln und interessante Erfahrungen zu sammeln.

Gehalt/Benefits

In diesem Bereich gibt es aus meiner Sicht nichts zu kritisieren. Gehalt und Sozialleistungen waren sehr attraktiv und entsprachen den Erwartungen an ein Unternehmen dieser Größe. Die Vergütung war wettbewerbsfähig, die Benefits umfangreich und insgesamt deutlich über dem Marktdurchschnitt.

Auch wenn ich mit anderen Aspekten meiner Beschäftigung sehr unzufrieden war, muss ich fairerweise anerkennen, dass Gehalt und Sozialleistungen zu den größten Stärken des Unternehmens gehören.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nach außen werden soziale Werte und Mitarbeiterorientierung betont. In meiner persönlichen Erfahrung konnte ich davon im Arbeitsalltag jedoch nur wenig erkennen. Hoher Arbeitsdruck, fehlende Wertschätzung und mangelnde Unterstützung in schwierigen Situationen standen für mich im deutlichen Widerspruch zu dem Bild, das das Unternehmen von sich vermittelt.

Aus diesem Grund habe ich den Eindruck gewonnen, dass wirtschaftliche Ziele deutlich höher priorisiert werden als das Wohlergehen der Mitarbeiter.

Kollegenzusammenhalt

Die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen war überwiegend positiv. Viele Kolleginnen und Kollegen waren hilfsbereit, professionell und unterstützend, weshalb ich den Kollegenzusammenhalt nicht pauschal negativ bewerten würde.
Allerdings wurde die Zusammenarbeit aus meiner Sicht durch das Verhalten der Führungsebene erheblich belastet. Die Arbeitsatmosphäre innerhalb des Teams litt unter einer Kultur von Druck, Kritik und mangelnder Wertschätzung. Dadurch war es schwierig, ein echtes Gefühl von Zusammenhalt und gegenseitigem Vertrauen zu entwickeln. Ohne die Unterstützung einiger Kollegen hätte ich diese Zeit deutlich negativer erlebt

Umgang mit älteren Kollegen

Meine Erfahrungen in diesem Bereich waren gemischt. Einige erfahrene Kolleginnen und Kollegen waren sehr professionell, hilfsbereit und haben ihr Wissen offen geteilt. Besonders positiv habe ich den Umgang mit einzelnen Senior-Mitarbeitern erlebt, die mich fachlich unterstützt und respektvoll behandelt haben.

Gleichzeitig hatte ich nicht den Eindruck, dass Erfahrung und bisherige berufliche Leistungen im gesamten Umfeld immer angemessen wertgeschätzt wurden. Daher fällt meine Bewertung weder besonders positiv noch besonders negativ aus. Ohne die Unterstützung einiger erfahrener Kollegen wäre meine Erfahrung deutlich schlechter gewesen.

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten meiner direkten Vorgesetzten war für mich der Hauptgrund für meine negative Erfahrung im Unternehmen. Statt einer professionellen Einarbeitung, klarer Erwartungen und konstruktiver Unterstützung erlebte ich wiederholt persönliche Abwertungen, öffentliche Kritik und pauschale negative Bewertungen meiner fachlichen Fähigkeiten.

Besonders problematisch war, dass Kritik häufig ohne konkrete Beispiele oder nachvollziehbare Verbesserungsvorschläge geäußert wurde. Gleichzeitig wurden meine Arbeitsergebnisse regelmäßig in Kundenpräsentationen und Projektergebnisse übernommen, was aus meiner Sicht im Widerspruch zum erhaltenen Feedback stand.

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe konnte sich unter diesen Umständen nicht entwickeln. Ich fühlte mich weder unterstützt noch gefördert, sondern überwiegend kontrolliert, kritisiert und in meiner fachlichen Kompetenz in Frage gestellt. Ein modernes und wertschätzendes Führungsverhalten habe ich leider nicht erlebt.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen habe ich als sehr belastend empfunden. Über längere Zeiträume waren äußerst lange Arbeitstage und zusätzliche Arbeit am Wochenende keine Ausnahme. Gleichzeitig entstand bei mir der Eindruck, dass hoher persönlicher Einsatz als selbstverständlich angesehen wurde, ohne entsprechende Anerkennung oder Unterstützung.

Für mich waren die Arbeitsbedingungen langfristig weder gesund noch mit einem nachhaltigen Arbeitsalltag vereinbar.

Kommunikation

Die Kommunikation mit meiner direkten Vorgesetzten empfand ich als wenig konstruktiv und teilweise herabwürdigend. Feedback wurde überwiegend in Form pauschaler negativer Bewertungen gegeben, ohne klare Erwartungen oder konkrete Handlungsempfehlungen. Offene Diskussionen waren schwierig, da Kritik häufig persönlich statt sachlich wirkte. Dies führte zu Unsicherheit und erschwerte eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erheblich. Eine professionelle Führungskommunikation habe ich in diesem Umfeld leider vermisst.

Gleichberechtigung

Ich hatte leider nicht das Gefühl, gleichwertig behandelt zu werden. Bereits während meiner ersten produktiven Arbeitstage wurde ich wiederholt auf eine Weise kritisiert und vor Kollegen behandelt, die ich bei anderen Teammitgliedern nicht beobachtet habe.

Ob die Unterschiede in der Behandlung mit meiner Herkunft oder anderen Faktoren zusammenhingen, kann ich nicht beurteilen. Der Eindruck einer Ungleichbehandlung ist bei mir jedoch über die gesamte Beschäftigungszeit bestehen geblieben. Eine respektvolle und faire Behandlung aller Mitarbeiter unabhängig von Hintergrund, Nationalität oder persönlichem Profil sollte selbstverständlich sein.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben waren fachlich sehr interessant und abwechslungsreich. Ich hatte die Möglichkeit, an strategischen Fragestellungen im Versicherungsumfeld zu arbeiten, Unternehmenskennzahlen zu analysieren und Ergebnisse für das Top-Management sowie Kunden aufzubereiten.

Besonders positiv fand ich die hohe fachliche Relevanz der Themen sowie den direkten Einblick in wichtige Geschäftsentscheidungen. Die Projekte boten viele Lernmöglichkeiten und interessante Herausforderungen. Aus fachlicher Sicht gehörten die Aufgaben definitiv zu den stärksten Aspekten meiner Zeit im Unternehmen.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.