Viel Potenzial, aber schlechte Führung und sinkende Motivation.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die flexible Arbeitszeitgestaltung sowie die Möglichkeit, zeitweise aus dem Ausland zu arbeiten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die mangelnde Transparenz in der Kommunikation, das schwache Projektmanagement, die geringe Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden sowie das Ungleichgewicht zwischen Arbeitsbelastung und Vergütung.
Verbesserungsvorschläge
- Transparentere und frühzeitigere Kommunikation bei strukturellen Veränderungen.
- Stärkere Berücksichtigung länderspezifischer Unterschiede bei Reorganisationen.
- Klare Priorisierung und professionelleres Projektmanagement.
- Mehr Investition in Teamkultur und persönliche Begegnungen, auch für Remote-Mitarbeitende
- Faire und marktgerechte Gehaltsstrukturen
- Nachhaltigkeitsziele konsequenter im Alltag umsetzen
Arbeitsatmosphäre
Als ich 2022 angefangen habe, war die Atmosphäre deutlich besser: mehr persönliche Treffen, bessere Zusammenarbeit und ein starkes Teamgefühl. Nach der Umstrukturierung hat sich das spürbar verändert. Unterschiede zwischen Ländern und Teams wurden kaum berücksichtigt, viele geschätzte Kolleg:innen wurden entlassen und Budgets für Teamevents gekürzt, besonders zulasten von Remote-Mitarbeitenden. Insgesamt ist die Stimmung deutlich negativer geworden und das Gemeinschaftsgefühl hat stark abgenommen.
Image
Das externe Image entspricht aus meiner Sicht aktuell nicht der internen Realität. Die vielen Veränderungen, Entlassungen und die angespannte Stimmung haben das Arbeitsklima deutlich beeinflusst.
Work-Life-Balance
Positiv hervorzuheben sind die flexible Arbeitszeitgestaltung und die Möglichkeit, bis zu drei Monate im Jahr aus dem Ausland zu arbeiten. Allerdings war die Belastung durch schlecht geplante Projekte und hohen Druck teilweise sehr hoch, sodass das Risiko für Überlastung deutlich gestiegen ist.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt grundsätzlich Weiterbildungsangebote, jedoch fehlt im Arbeitsalltag oft die Zeit, diese tatsächlich wahrzunehmen. Projektarbeit hat stets Priorität, und durch Budgetkürzungen werden Entwicklungsmöglichkeiten zunehmend eingeschränkt.
Gehalt/Benefits
Die Gehälter empfinde ich im Verhältnis zur Arbeitsbelastung als niedrig. Die jährlichen Gehaltserhöhungen fallen sehr gering aus.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Obwohl das Unternehmen sich als B-Corp positioniert, sind entsprechende Initiativen im Alltag wenig spürbar. Einzelne Aktionen finden statt, wirken jedoch nicht nachhaltig im Unternehmen verankert. Auch Recycling und nachhaltige Entscheidungen (z. B. in Bezug auf Reisen oder Kundenauswahl) könnten konsequenter umgesetzt werden.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt hat deutlich nachgelassen. Starker Wettbewerb, große Egos und teilweise toxisches Verhalten einzelner Kollegen erschwerten die Zusammenarbeit. Zudem gab es aus meiner Sicht eine Bevorzugung von Mitarbeitenden vor Ort; Remote-Kolleg:innen sowie nicht-deutsche Mitarbeitende fühlten sich dadurch zusätzlich isoliert. Leistungen wurden nicht immer ausreichend anerkannt.
Das Projektmanagement war häufig unklar, sodass fachliche Teams zusätzlich Koordinationsaufgaben übernehmen mussten.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Team ist überwiegend jung, aber ich habe keinen negativen Umgang mit älteren Kolleg:innen beobachtet.
Vorgesetztenverhalten
Meine letzte Führungskraft hatte aus meiner Sicht nicht ausreichend Erfahrung, um Herausforderungen effektiv zu begleiten. Die Entscheidung, mehr Team Leads einzusetzen, die gleichzeitig operativ in Projekten arbeiten, führte zu weniger Fokus auf die individuelle Entwicklung der Mitarbeitenden.
Arbeitsbedingungen
Die Möglichkeit, flexibel vom nächstgelegenen Büro aus zu arbeiten, ist positiv. Die Büros sind funktional und bieten ausreichend Platz. Kleinere Verbesserungen, etwa bei der Ausstattung (z. B. bessere Kaffeemaschine oder Snacks), wären wünschenswert.
Kommunikation
Die Kommunikation war häufig unklar, insbesondere bei strukturellen Veränderungen und strategischen Entscheidungen. Von Führungsebene fehlte es teilweise an Transparenz und klarer Orientierung, was Unsicherheit im Team verstärkt hat.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich bestehen Entwicklungsmöglichkeiten für Frauen. Dennoch habe ich auch Situationen von toxischer Männlichkeit und Bevorzugung wahrgenommen. Mitarbeitende, die stark der Unternehmenslinie folgen, scheinen bessere Aufstiegschancen zu haben.
Interessante Aufgaben
Es gab sowohl sehr spannende als auch weniger gut organisierte Projekte. Positiv ist die inhaltliche Vielfalt. Allerdings war es aufgrund von Ressourcenmangel und schlechter Planung oft schwierig, problematische Projekte zu wechseln oder strukturell zu verbessern.