Mehr Jahre im Betrieb als netto auf dem Konto – Wenn Treue bestraft wird“
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich bin nun schon seit weit über 10 Jahren in diesem Unternehmen tätig und trage meine Verantwortung hier jeden Tag mit vollem Einsatz. Umso enttäuschender ist es zu sehen, wie wenig Wertschätzung langjährigen Mitarbeitern und tatsächlicher Leistung hier gebracht wird.
Wer sich hier mit Ideen, Eigeninitiative und vollem Engagement einbringt, läuft komplett gegen eine Wand: Es wird weder honoriert, noch gibt es auch nur ein einfaches Wort des Dankes für den extra Einsatz.
Man muss dem Unternehmen aber auch der Fairness halber zu gute halten, dass es nicht nur Negatives gibt: 30 Tage Urlaub sowie die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind heutzutage keineswegs mehr in jedem Betrieb selbstverständlich. Das ist definitiv ein positiver Aspekt, den man anerkennen muss.
Doch die Kehrseite der Medaille wiegt schwer: Mieten, Fahrtkosten und das allgemeine Leben werden kontinuierlich teurer. Wenn man nicht gerade in einer Partnerschaft lebt und zwei Einkommen hat, wird es als Single oder Alleinverdiener ohne Zweitjob mittlerweile extrem knapp und verdammt hart, über die Runden zu kommen.
Das Einzige, was dieses Unternehmen aktuell noch zusammenhält, ist der Zusammenhalt unter den Kollegen. Man versteht sich nach wie vor gut – aber es ist traurig mit anzusehen, wie alle nach und nach völlig unmotiviert werden. Das betrifft Kollegen, die wie ich bereits seit deutlich über 10 Jahren im Betrieb sind. Es geht inzwischen so weit, dass sich langjährige Mitarbeiter aktiv nach etwas anderem umsehen – und man selbst trägt sich inzwischen genau mit diesen Gedanken. Es schmerzt zu sehen, wie hier langsam aber sicher die guten Leute weggehen. Und das Beste: Sogar die Kunden merken inzwischen, wie der Hase läuft.
Ja, wir arbeiten im Einzelhandel – und das bei einem gigantischen Großkonzern mit immenser Finanzkraft im Hintergrund. Umso beschämender ist es, wie wenig davon bei den Angestellten ankommt. Mittlerweile zahlt gefühlt jeder andere Einzelhändler besser. Wenn man hier auf Kununu das Stimmungsbarometer und die Bewertungen verfolgt, sieht man den Absturz schwarz auf weiß: Einst stand man bei über 4 Sternen, mittlerweile ist das Ganze auf 3,6 Sterne abgerutscht – und das spiegelt exakt die Realität vor Ort wider.
Ein konkretes Beispiel aus dem direkten Umfeld: Meine Partnerin ist in einem anderen Unternehmen deutlich kürzer beschäftigt und verdient dort mal eben rund 400 Euro netto mehr im Monat – und das bei einem Job mit spürbar geringerer Belastung. Da fragt man sich ernsthaft, nach welchen Maßstäben hier gemessen wird. Wenn man dann sieht, wie der Mindestlohn immer näher an die langjährigen Löhne heranrückt, ist das einfach nur noch traurig.
Besonders absurd wird es beim Thema Gehaltsanpassungen und Lohnerhöhungen: Wenn hier einmal eine Erhöhung in Aussicht steht, führt das im Endeffekt dazu, dass man durch die Mehrleistung unglücklich in eine andere Steuerklasse rutscht und nach allen Abzügen weniger Netto herauskommt als vorher. Eine solche "Lohnerhöhung" ist absolut wertlos, ein blanker Hohn und völlig demotivierend.
Wer hier über Jahre hinweg tagtäglich seine Leistung und Tatkraft einbringt, wird wirtschaftlich komplett im Stich gelassen. So gewinnt man keine motivierten Fachkräfte und vergrault die langjährige Belegschaft.
Vielleicht sollte das Management hier im Haus einfach mal eine anonyme, ehrliche Umfrage unter allen Kolleginnen und Kollegen starten, um zu sehen, wie es wirklich um die Zufriedenheit bei Arbeitsbedingungen und Lohnvorstellungen bestellt ist – das Ergebnis würde wahrscheinlich Wachrütteln. Ich schreibe all das bewusst in Wir-Form, da ich dies im vollen Wissen und in Absprache mit meinem Team tue, die diesen Frust exakt genauso teilen. Wir warten gespannt auf eine Reaktion – auch wenn uns allen schon jetzt klar ist, dass von Seiten der Führung wieder nur die übliche, nichtssagende Floskel-Antwort kommen wird.
(Hinweis zur Transparenz: Dieser Text wurde inhaltlich von mir vorgegeben, aber mithilfe einer KI ausformuliert, da mich die Zustände im Betrieb so wütend machen, dass mir sonst schlicht die Worte gefehlt hätten und es sonst wohl unter die Gürtellinie gegangen wäre.)

