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Bewertung

Positiv überrascht - Die Bahn wird häufig unterschätzt

3,4
Empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Finanzen / Controlling bei Deutsche Bahn AG in Frankfurt am Main gearbeitet.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre ist insgesamt durchwachsen – nicht wirklich schlecht, aber auch keineswegs besonders motivierend. Es fehlt spürbar an Wertschätzung seitens der Vorgesetzten: Lob wird so gut wie nie ausgesprochen, und auch konstruktives Feedback sucht man vergeblich. Dadurch entsteht wenig Orientierung für die eigene Weiterentwicklung. Zusätzlich hat man oft den Eindruck, dass vor allem jeder mit sich selbst beschäftigt ist, anstatt gemeinsam im Team zu arbeiten. Das wirkt sich auf den Zusammenhalt aus und lässt die Arbeitsatmosphäre eher distanziert erscheinen.

Image

Intern wird das Unternehmen deutlich besser wahrgenommen als von außen. Der Zusammenhalt ist groß, viele Mitarbeitende identifizieren sich stark mit dem Unternehmen und sind stolz auf ihre Arbeit. Das öffentliche Image leidet unter Infrastrukturproblemen und Verspätungen, was die tägliche Arbeit der Beschäftigten oft in den Hintergrund rückt. Ich war positiv überrascht, wie gut organisiert und professionell der Konzern tatsächlich aufgestellt ist. Insgesamt besteht aus meiner Sicht eine größere Diskrepanz zwischen Außenwirkung und gelebter Realität.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance ist hier absolut top. Dank der flexiblen Arbeitszeiten lassen sich Familie und Beruf hervorragend miteinander vereinbaren. Man merkt deutlich, dass moderne Arbeitsweisen verstanden und gelebt werden – insbesondere die Einsicht, dass für klassische Bürotätigkeiten kein tägliches, stundenlanges Pendeln notwendig ist. Mit nur einem festen Präsenztag pro Woche im Büro bleibt ausreichend Freiraum für eine individuelle und effiziente Arbeitsgestaltung.
Besonders positiv ist außerdem, dass Urlaub sowie auch kurzfristige freie Tage in der Regel problemlos möglich sind. Auf persönliche Belange wird viel Rücksicht genommen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Das Umwelt- und Sozialbewusstsein ist durchweg positiv. Durch den Fokus auf den Schienenverkehr leistet das Unternehmen bereits einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger Mobilität und Klimaschutz.

Karriere/Weiterbildung

Karriereentwicklung findet kaum statt. Wenn man sich nicht aktiv auf andere Stellen bewirbt, passiert oft über Jahre hinweg wenig. Weiterbildungen werden nur sehr zurückhaltend genehmigt und stehen gefühlt nur einem kleinen, ausgewählten Kreis zur Verfügung. Für die meisten Mitarbeitenden sind die Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten daher eher begrenzt.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt ist grundsätzlich vorhanden, vor allem auf fachlicher Ebene. Die Kolleginnen und Kollegen sind meist hilfsbereit und ansprechbar, und fachliche Themen werden sehr gut vermittelt. Allerdings fehlt es häufig an echter persönlicher Bindung. Da viele Mitarbeitende in die Stadt pendeln, entsteht kaum ein engerer Kontakt über die reine Arbeit hinaus.
Gerade als neuer Mitarbeiter fühlt man sich dadurch oft ziemlich alleingelassen. Der Einstieg wird erschwert, weil es an strukturierter Unterstützung fehlt und man sich vieles selbst erschließen muss. Hinzu kommt, dass man sich Informationen häufig aktiv erfragen muss – insbesondere dann, wenn man noch gar nicht genau weiß, wonach man eigentlich fragen sollte. Ohne den hohen Remote-Anteil, der zumindest etwas Flexibilität ermöglicht, wäre die Gesamtsituation deutlich schwieriger zu ertragen.

Vorgesetztenverhalten

Das Vorgesetztenverhalten ist insgesamt gut, wenn auch nicht ganz frei von Kritikpunkten. Der direkte Austausch fällt teilweise sehr gering aus – es kommt vor, dass man den eigenen Vorgesetzten tagelang weder sieht noch hört. Dadurch fehlt es mitunter an Orientierung und aktiver Führung im Arbeitsalltag.
Konfliktsituationen gab es bislang zwar nicht, dennoch würde man sich in manchen Situationen etwas mehr Präsenz und klare Führung wünschen. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass im Vergleich zu früheren Positionen das Verhalten insgesamt deutlich angenehmer und professioneller wirkt. Unterm Strich also ein solides Vorgesetztenverhalten mit Luft nach oben in Bezug auf Kommunikation und Führung.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt gut. Das Büro selbst ist hell, modern ausgestattet und durch die Lage direkt am Frankfurter Hauptbahnhof sehr gut erreichbar. Zudem wurde kürzlich neue Ausstattung angeschafft, was grundsätzlich positiv ist.
Allerdings zeigt sich im Detail ein gemischtes Bild: Gerade bei kleineren Dingen kann es teilweise schwierig sein, sodass man gelegentlich erst diskutieren muss, um vernünftiges IT-Equipment zu erhalten. Das wirkt unnötig kompliziert und wenig mitarbeiterorientiert.
Positiv ist hingegen der hohe Remote-Anteil. Da überwiegend von zu Hause aus gearbeitet wird, hat man die Möglichkeit, sich den eigenen Arbeitsplatz individuell einzurichten und so die Arbeitsbedingungen nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten.

Kommunikation

Die Kommunikation findet zwar regelmäßig statt, wirkt jedoch oft inhaltsleer. Häufig entsteht der Eindruck, dass ein Großteil der Mitarbeitenden die vermittelten Informationen bereits kennt und Meetings eher dazu dienen, bekannte Inhalte nochmals zusammenzufassen. Dadurch fehlt es an echtem Mehrwert. Gleichzeitig bleiben wirklich relevante oder neue Informationen oft aus, sodass man das Gefühl hat, nicht ausreichend über die wichtigsten Themen informiert zu werden.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt wird zuverlässig und immer pünktlich gezahlt und ist – gemessen an der eigenen Verantwortung sowie den umfangreichen Freiheiten durch die Remote-Arbeit – mehr als angemessen.
Zusätzlich gibt es eine Jahresleistung, die das Gesamtpaket abrundet. Wer möchte, kann außerdem von Vergünstigungen wie einer Netzkarte für das deutsche Bahnnetz profitieren. Allerdings sind sowohl die Jahresleistung als auch die Netzkarte den oberen Einkommensgruppen vorbehalten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, aus verschiedenen Optionen zur Entgeltumwandlung zu wählen, was zusätzliche Flexibilität bei den Sozialleistungen bietet. Alles in allem aber sehr solide

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben sind grundsätzlich interessant und bieten durchaus Potenzial für spannende Einblicke. Gleichzeitig empfinde ich die tägliche Arbeit jedoch oft als eintönig. Das liegt vor allem daran, dass viele Mitarbeitende sich bevorzugt die attraktiveren Aufgaben herausnehmen, sodass für andere eher die restlichen, weniger abwechslungsreichen Tätigkeiten übrig bleiben.
Zudem entsteht der Eindruck, dass die wirklich spannenden Themen und wichtigen Entscheidungen „im Hintergrund“ getroffen werden und man daran nur selten beteiligt ist. Dadurch fehlt es an echter Einbindung und Gestaltungsspielraum. Insgesamt entspricht diese Arbeitsweise nicht ganz dem, was ich aus anderen Positionen gewohnt bin, in denen Aufgaben ausgewogener verteilt waren und man stärker in interessante Themen eingebunden wurde.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.