Gute Voraussetzungen, besseres Potenzial!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Infrastruktur (Ausbildungswerkstatt etc.) und die Möglichkeiten, an einem Ort so viele Inhalte wie möglich zu erlernen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlende Transparenz bei Entscheidungen, starre Strukturen und die Einstellung der Gesellen.
Verbesserungsvorschläge
Das Potenzial der Bahn ist groß: Gute Ausbildungsräumlichkeiten, (eigentlich) genügend Aufgaben und das entsprechende Budget, um eine hervorragende Ausbildung zu gewährleisten.
Leider empfinde ich es so, dass das Potenzial nicht ausgereizt wird. Zwar werden die Ausbildungsinhalte strukturiert geplant, allerdings scheint sich das Ausbildungspersonal strikt an Skripte und Abläufe zu halten. Es gibt keine Möglichkeiten für Variationen.
Außerdem lebt in der Bahn das Minimalprinzip: Es wird sich nicht an den leistungsstarken Auszubildenen orientiert, sondern die leistungsschwachen geben das Tempo vor. Das hilft diesen zwar entspannt ihre Aufgaben zu erfüllen, sorgt aber bei leistungsstarken Azubis dafür, dass diese demotiviert werden.
Auch das Konzept der Kollektivstrafen sollte auch bei der Bahn überdacht werden. So werden bei Fehlverhalten von einzelnen, alle Auszubildenen bestraft.
Arbeitsatmosphäre
Die Ausbildungsjahrgänge sind relativ groß (>10 Azubis pro Jahrgang). Das schafft zumindest innerhalb der Jahrgänge gute Atmosphäre.
Außerdem gibt es zwar Familien-, Sommer- und Weihnachtsfeiern, die allerdings eher als Pflicht empfunden werden.
Karrierechancen
Die Ausbildung bereitet zwar auf den Beruf vor, allerdings sind die Aufstiegsmöglichkeiten begrenzt. Man kann Unterstützung für bspw. Meister- oder Technikerlehrgänge erhalten, aber diese Plätze sind sehr begrenzt.
Arbeitszeiten
Arbeitszeiten variieren, allerdings muss man sagen, dass trotzdem dass man für die Deutsche Bahn arbeitet die Ausbildungsstätten nicht gut an den ÖPNV angeschlossen sind bzw. oftmals durch Verspätungen und Ausfällen gar nicht erreichbar sind.
Entsprechende Rücksicht ist leider nicht vorhanden.
Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung ist einigermaßen fair mit ca. 1200€ (brutto) im ersten Ausbildungsjahr. Allerdings gibt es keine Entlastung für Auszubildene, die von außerhalb Kölns kommen und dadurch einen schwierigeren Arbeitsweg haben.
Die Ausbilder
Die Ausbilder sind fachlich sicherlich gut, jedoch scheitert es oft zwischenmenschlich. Es wird oft ein "einfach machen" in den Raum geworfen, ohne dass die Ausbildungsinhalte erklärt werden. Man muss es sich also selbst beibringen. Erreichbarkeit der Ausbilder*innen im Werk sind kritisch, da man teilweise mehrere Wochen keine Antwort auf Emails erhält.
Spaßfaktor
Jegliche Spaßfaktoren werden gezielt unterbunden. Reden während der Ausbildungsinhalte wird unterbunden, selbst wenn es um jene Ausbildungsinhalte geht. Handynutzung ist strikt verboten, selbst wenn es beispielsweise um Informationsbeschaffung geht. Selbst die Nutzung des dienstlich gelieferten Tablet wird teilweise untersagt, wenn man beispielsweise sein Berichtsheft pflegen möchte.
Aufgaben/Tätigkeiten
Die Tätigkeiten und Aufgaben variieren je nach Einteilung in die Fachbereiche. Dort wird allerdings durchwegs in reduzierter Geschwindigkeit gearbeitet. Die Gesellen zeigen wenig Bereitschaft neues Wissen zu vermitteln, es wird eher "mitgelaufen".
Variation
Die Aufgaben gleichen sich ziemlich. Zwar werden Aufgaben immer wieder erweitert, aber eine tatsächliche Erklärung, wofür die Aufgaben im Arbeitsalltag angewendet werden, gibt es meist leider nicht.
Respekt
Den Umgang unter den Kollegen empfinde ich sehr respektvoll - während ich den Umgangston der Ausbilder und Lernbegleiter teilweise "unter der Gürtellinie" finde.
Es wird weniger mit Empathie auf Situationen reagiert sondern eher mit Drohungen (Abmahnungen, Meldungen, etc.).

