Gut am Arbeitgeber finde ich
Konzern: Essenszuschuss, Kantine (wirklich gutes Essen), Arbeitszeit; Team: hatte einen entspannteren Sommer als gedacht und für die geleistete Arbeit ist das Gehalt super
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Konzern: Eschborn; Team: Vorgesetztenverhalten, Aufgaben
Arbeitsatmosphäre
Generell ist das Gebäude in Eschborn relativ modern, mit vielen Kunstwerken an den Wänden und einer guten Kantine und einem guten Bistro ausgestattet. Habe mich daher insgesamt wohl gefühlt.
Anders im Team. Die Mitarbeiter sind zwar überwiegend freundlich, ignorieren die Praktikanten aber weitgehend (außer es gibt mal eine Aufgabe, auf die keiner Lust hat). Viele Festangestellte sind größtenteils mit sich selbst oder ihrem Projektpartner beschäftigt. Wenn man Kontakt zu den Festangestellten sucht, muss man selbst aktiv werden, ansonsten steht man schnell alleine da.
Die Abteilung ist bei HR dafür bekannt, nur die besten Praktikanten (idealerweise Target-Uni + gute Noten + mindestens 1 relevantes Praktikum) zu verlangen. Warum die Anforderungen so hoch sind weiß aber keiner - die Aufgaben kann jeder Abiturient erledigen. Die schlechte Erfahrung hat uns Praktikanten immerhin zusammengeschweißt.
Image
Von Aussehen ist das Unternehmen angesehen. Mit meinen Erfahrungen deckt sich das nicht: Mehr Schein als Sein.
Work-Life-Balance
Arbeitszeit 39h pro Woche laut Vertrag wird natürlich nicht eingehalten (branchenüblich), aber man hat sehr viel Freiheit. Im Schnitt waren wir Praktikanten von 9-18 Uhr am Laptop, danach dann nur wenn nötig. Teilweise wurde ich aber auch Freitag Abend um 22 Uhr noch angerufen, um ein paar Zahlen auf einer Slide zu aktualisieren.
Während Corona 3 Tage im Homeoffice und 2 im Büro. Die Leerlaufzeit kann man zuhause dann einigermaßen sinnvoll nutzen und ein gutes Buch lesen, während man auf neue Aufgaben wartet.
Karriere/Weiterbildung
In einer Teambesprechung wurde gesagt, das sei nur eine "Durchgangsstation".
Gehalt/Benefits
Mindestlohn für Praktikanten plus Essenszuschlag, der ein kostenloses Mittagessen ermöglicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Soweit ich weiß können Mitarbeiter soziale Projekte zur Förderung vorschlagen.
Kollegenzusammenhalt
Gefühlt hat jeder seine 2-3 Kumpels, mit denen die Projekte gerne bearbeitet und Pausen verbracht werden. Ansonsten konnten wir Praktikanten kein richtiges "Team" erkennen.
Umgang mit älteren Kollegen
Auch hier kann ich nicht viel sagen.
Vorgesetztenverhalten
Feedbackgespräche gibt es nur auf Nachfrage. Ein Abschlussgespräch gab es bei 3 von 4 Praktikanten nicht!
Feedback zu den gestellten Aufgaben gibt es je nach Mitarbeiter.
Arbeitsbedingungen
Laptop und 2 Bildschirme, man durfte sich auch einen dritten Bildschirm mit nach Hause nehmen, um im Homeoffice ordentlich zu arbeiten.
Ansonsten für einen IT-Konzern überraschend viele IT-Probleme (Zugänge funktionieren nicht, VPN-Verbindung bricht häufig ab) und keine Struktur in den genutzten Kommunikationsmitteln (physische Telefone, Skype, Teams, Outlook, Handy, Slack). Ein bisschen auszudünnen würde nicht schaden.
Kommunikation
Obwohl man Teil des M&A-Teams ist, und obwohl man auf sämtlichen Insiderlisten steht und Recherchen für ein Projekt / Slides für ein Projekt anfertigt, erfährt man so gut wie nichts über die Deals. Selbst auf Nachfrage.
Ein Festangestellter, der uns Praktikanten ein bisschen in seinen aktuellen Deal einweihte, wurde sofort von seinem Vorgesetzten abgestraft, als er das mitbekam.
Deadlines waren oft eng, allerdings waren die Deadlines fast nie bindend. Hatte das Gefühl, die Aufgabensteller können den Umfang der Tätigkeit entweder nicht einschätzen, oder sie machen bewusst (unnötigen) Druck. Gerissene Deadlines waren daher bei den Fake-Deadlines kein Problem, wenn es man rechtzeitig angekündigt hat.
Gleichberechtigung
Konzernweit war mein Eindruck läuft außergewöhnlich viel über persönliche Beziehungen. Ansonsten kann ich dazu nicht viel sagen.
Interessante Aufgaben
Gibt es leider keine für Praktikanten. Arbeitsumfang entspricht eher dem, eines Teilzeitangestellten.
Wir waren 4 Praktikanten. Geschätzte tatsächliche Arbeitszeit pro Woche waren im Schnitt ca. 6-7 Stunden. Den Rest sitzt man nur die Zeit ab bzw. ist mit Compliance-Schulungen beschäftigt. Also entweder wurde der Arbeitsaufwand diesen Sommer maßlos überschätzt, oder die Börse hat zu viel Geld.
Die Aufgaben reichen von Recherchen zu Nischenthemen mit entsprechend wenig frei verfügbaren Informationen, über Financials von Konkurrenten abtippen, bis hin zu Verträge schwärzen. Wenn man Glück hat, darf man eine kleine DCF-Bewertung durchführen.
Hinweis: Praktikanten aus anderen Abteilungen waren echt happy. Scheint also wirklich an der Abteilung zu liegen!