Auf einem guten Weg, aber leider noch nicht angekommen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Regelmäßig finden Team- und Firmenevents statt, an denen man freiwillig teilnehmen kann. Die Homeoffice-Regelung ist sehr großzügig, auch längere Phasen komplett von zu Hause waren problemlos möglich. Weiterbildung wird unterstützt: Der Besuch von Fachmessen wie der WindEnergy in Hamburg, Schulungen im eigenen Interessensbereich oder sogar Offshore-Sicherheitstrainings sind möglich, wobei ein guter Draht zur Führung sicher hilft.
Zudem ist spürbar, dass sich intern etwas bewegt. Während meiner Zeit gab es einige Abgänge, auch von langjährigen Mitarbeitenden, über die wenig kommuniziert wurde, was durchaus verunsichert. Gleichzeitig werden aktuell Umstrukturierungen angegangen, und besonders seit der Neubesetzung der Personalleitung werden viele Baustellen gezielt angepackt, auch wenn das im Arbeitsalltag nicht immer sichtbar ist. Das Unternehmen ist aus meiner Sicht auf einem guten Weg, war zum Zeitpunkt meines Weggangs aber noch nicht so weit.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Beim Betreten der Büros fühlt es sich eher an wie in einer Arztpraxis: sehr still, wenig Austausch, eine Atmosphäre wie in einem Dorfunternehmen (Man hält an gewachsenen Strukturen fest, Veränderungen werden eher ungern angegangen, und Motivation und Aufbruchsstimmung sind kaum spürbar). Die Strukturen sind unübersichtlich, sodass oft unklar ist, an wen man sich mit welchem Anliegen wenden soll. Statt eines Betriebsrats gibt es einen Arbeitskreis aus Freiwilligen. Die Themen dort sind durchaus sinnvoll, als Anlaufstelle für persönliche Anliegen der Mitarbeitenden funktioniert er aber nicht.
Insgesamt entsteht der Eindruck einer 'Zweiklassengesellschaft': Wer einen guten Draht zu einer der zahlreichen Geschäftsführungen hat, bekommt die interessanten Aufgaben und das bessere Gehalt. Wer einfach solide seinen Job macht und danach Feierabend hat, wird kaum wahrgenommen.
Das neue Gebäude verstärkt die Isolation: Jede Abteilung hat eine eigene Küche, was praktisch ist, aber dazu führt, dass kaum abteilungsübergreifende Gespräche entstehen.

