Angstgetriebene Kultur hinter einer freundlichen Fassade
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Haus befindet sich in einer Phase des Umbaus. Das schafft Möglichkeiten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Man findet sich in einer angstgetriebenen Umgebung wieder. Angst um den Job, Angst zur Verantwortung gezogen zu werden, Angst vor Fehlern, Angst davor, Probleme anzusprechen.
Verbesserungsvorschläge
Die Praxis der befristeten Verträge abschaffen. Mitarbeitern langfristige Perspektive bieten. Leistung honorieren. Parallelstrukturen abschaffen. Auf Qualität achten. Arbeitssicherheit leben und nicht als lästiges Übel vernachlässigen. Mit Geld sorgsam umgehen. Eine hauseigene Kantine mit ernstzunehmender Qualität anbieten. Die Angstkultur adressieren.
Arbeitsatmosphäre
Es kommt drauf an, an wen man gerät: Mit einigen Kollegen habe ich fachlich und menschlich sehr gut zusammengearbeitet. Ich betrachte diese Kollegen nach meinem Ausscheiden als Freunde. Insgesamt aber ging es im kollegialen Miteinander vor allem darum, "nicht schuld" zu sein, sich aus der Affäre zu ziehen, sich nicht angreifbar zu machen.
Image
Das Image war mal hervorragend, hat aber durch kritische Presseberichterstattung sehr gelitten.
Work-Life-Balance
Befristete Arbeitsverträge sind die Regel. Wenn man ständig um seinen Arbeitsplatz fürchten muss, weil die Befristung wie ein Damoklesschwert droht, ist kaum von "Balance" zu sprechen.
Karriere/Weiterbildung
Sachgrundlos oder projektbezogen befristete Verträge machen eine langfristige Karriereplanung und entsprechend zielgerichtete Weiterbildungen sehr schwer.
Gehalt/Benefits
Öffentlicher Dienst. Somit vergleichsweise niedriges Gehalt und kaum Sozialleistungen, die über das gesetzliche oder tarifvertragliche Mindestmaß hinausgehen. Als Volontär arbeitet man praktisch wie ein regulärer Mitarbeiter, aber bei 50% Gehalt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wer eine Astronomieausstellung mit Sternwarte und eine Umweltausstellung betreibt, aber nachts die Fassade anleuchtet, dem muss unterstellt werden, dass er sich der damit einhergehenden Lichtverschmutzung und Energieverschwendung bewusst ist und sie schlicht akzeptiert.
Kollegenzusammenhalt
Ich habe im Kleinen besten Zusammenhalt erleben dürfen, dafür bin ich ungeheuer dankbar. Im Großen und Ganzen geht es aber, wie andernorts schon geschrieben, darum, "nicht schuld" zu sein, sich aus der Affäre zu ziehen, sich nicht angreifbar zu machen.
Umgang mit älteren Kollegen
Hierzu liegen mir keine Erfahrungswerte vor. Daher bewerte ich mit der vollen Punktzahl.
Vorgesetztenverhalten
Eine seriöse Fassade. Dahinter meinem Empfinden nach enttäuschend.
Arbeitsbedingungen
Vernachlässigung der Arbeitssicherheit, zum Beispiel in Bezug auf Gefahrstoffe. Unnötig hohe bürokratische Hürden bei internen Vorgängen. Im Sommer extreme Temperaturen in den Räumlichkeiten.
Kommunikation
Auch in kritischen Zeiten erfährt man Neuigkeiten nur aus der Zeitung. Eine interne Kommunikation gibt es zwar, aber sie kommuniziert überwiegend "gute Laune" und nicht die Themen, die interessieren und allen unten den Nägeln brennen. Ein interner Newsletter ist kaum bekannt.
Gleichberechtigung
Frauen sind meinem Empfinden nach bevorzugt. Männer haben es meinem Empfinden nach schwerer.
Interessante Aufgaben
Wer sich für Museen (Sammeln, Bewahren, Forschen, Vermitteln) interessiert, findet in einem großen Museum stets interessante Aufgaben. Natürlich muss man sich aber auch die Frage stellen, ob man die Aufgaben in dem Umfeld adäquat ausfüllen kann.