Zu viel Kompetenz geht durch die Tür hinaus
Gut am Arbeitgeber finde ich
Top Produktqualität, guter Kollegenzusammenhalt und Entwicklungsmöglichkeiten für engagierte Mitarbeitende
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Unterdurchschnittliche Gehälter, mangelnde Wertschätzung, häufig unnötig komplizierte Entscheidungen und super langwierige Prozesse
Verbesserungsvorschläge
Mehr Transparenz, bessere Führung, modernere Arbeitsplatzgestaltung und attraktive Gesundheitsangebote (z.B.: Bezuschussung von Urban Sports)
Image
Die Qualität der Produkte ist super und darauf ist das Unternehmen zurecht stolz.
Work-Life-Balance
Hier bestehen viele Möglichkeiten. Beispielsweise können Arbeitszeitmodelle, im Gegenzug zu Gehaltsanpassungen in Absprache individuell angepasst werden. Auch spontane Urlaubstage oder Gleitzeit sind, sofern die Abteilung es zulässt, meist unkompliziert möglich.
Standardmäßig beträgt die Arbeitszeit 40 Stunden pro Woche bei 30 Urlaubstagen. Zu beachten ist jedoch, dass Weihnachten und Silvester jeweils als vollständige Urlaubstage angerechnet werden, wodurch effektiv ein bis zwei Urlaubstage weniger verbleiben als bei vielen anderen Arbeitgebern.
In einigen Bereichen wurden frei gewordene Stellen nach Kündigungen oder Elternzeiten über längere Zeit nicht nachbesetzt. Das führt dazu, dass die gleiche Arbeitsmenge auf weniger Schultern verteilt wird.
Karriere/Weiterbildung
Wer sich weiterentwickeln möchte, bekommt grundsätzlich die Möglichkeit dazu. Weiterbildung wird gefördert, die Förderungsmöglichkeiten hängen in der Praxis aber stark von der jeweiligen Führungskraft ab.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Teams ist der Zusammenhalt meist gut.
Vorgesetztenverhalten
Die Qualität der Führung variiert leider stark.
Entscheidungen wirken häufig wenig konsequent: Was heute ausdrücklich gewünscht ist, soll nächste Woche plötzlich komplett anders umgesetzt werden – nur um kurze Zeit später doch wieder zur ursprünglichen Version zurückzukehren. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Motivation.
Mehr Vertrauen in die Fachkompetenz der Mitarbeitenden und der Mut, gute Ergebnisse auch einmal ohne mehrere Korrekturschleifen freizugeben, würden Prozesse deutlich beschleunigen und unnötige Schleifen vermeiden.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung wirkt in vielen Bereichen leider etwas aus der Zeit gefallen - besonders Kantine und Flure könnten eine Auffrischung vertragen. Es entsteht eher der Charme einer Behörde aus den 90ern als der eines modernen Arbeitgebers.
Auch die Büromöbel könnten modernisiert werden. In einigen Abteilungen gibt es mittlerweile vereinzelt höhenverstellbare Schreibtische. Viele Bürostühle scheinen ihre besten Jahre jedoch bereits vor mehreren Jahrzehnten erlebt zu haben.
Kommunikation
Die Kommunikationswege (Intranet, Reports etc.) sind vorhanden, problematisch ist allerdings, dass die Weitergabe wichtiger Informationen von der jeweiligen Führungskraft abhängt.
Insgesamt funktioniert der Flurfunk oft zuverlässiger als die offiziellen Kommunikationswege. Wer gut vernetzt ist, ist klar im Vorteil.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt eher unter dem Marktdurchschnitt. Das wirkt sich bei vielen Mitarbeitenden spürbar auf die Motivation aus.
Langfristig dürfte es für das Unternehmen wirtschaftlicher sein, erfahrene Mitarbeitende durch angemessene Gehaltsentwicklungen zu halten, statt Know-how teuer neu einkaufen zu müssen.
Besonders kritisch empfinde ich die Regelung zum Weihnachtsgeld: Ab dem fünften Krankheitstag im Jahr wird dieses um 1 % pro Krankheitstag gekürzt. Diese Regelung setzt aus meiner Sicht die falschen Anreize: Mitarbeitende lassen sich deshalb bewusst kürzer krankschreiben lassen und arbeiten (wo möglich) krank im Homeoffice.
Gleichberechtigung
Auf dem Papier wird Gleichberechtigung selbstverständlich gelebt. In der Praxis entsteht jedoch der Eindruck, dass traditionelle Rollenbilder noch sehr präsent sind.
Wenn kaum weibliche Führungskräfte vorhanden sind und in wichtigen Besprechungen mit 20 Teilnehmenden regelmäßig nur eine Frau sitzt, stellt sich unweigerlich die Frage, ob Frauen ausreichend gefördert werden oder sich nicht ausreichend ermutigt fühlen, Verantwortung zu übernehmen.
Es entsteht der Eindruck, dass Frauen ihre fachliche Kompetenz häufiger erst unter Beweis stellen müssen, während diese bei Männern eher vorausgesetzt wird. Das mag teilweise auch an dem ländlich geprägten Umfeld liegen, dennoch sollte ein Unternehmen dieser Größe hier eine Vorreiterrolle einnehmen und aktiv dagegen steuern.
Interessante Aufgaben
Wer Eigeninitiative zeigt, kann sich spannende Aufgabenfelder erschließen und zusätzliche Verantwortung übernehmen.
