Ein Arbeitgeber mit guten Ideen, aber…
Arbeitsatmosphäre
Die Führungsetage ist sehr um eine gute Arbeitsatmosphäre bemüht und hat dafür einiges installiert. Im Arbeitsalltag geht das leider unter, hier steht und fällt die Athmosphäre mit den Arbeitsbedingungen und den Launen einiger Kollegen/Leitungskräften. Wertschätzung und Herzlichkeit kann es geben, aber nicht für alle und nicht in jeder Abteilung.
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Der Ruf des Unternehmens nach außen ist schlecht und ich wurde vorher gewarnt.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich gibt es viele gute Gedanken zum Mitarbeiterschutz, Entlastung und Work Life Balance, etc. Leider ist das alles im Arbeitsalltag oft nicht umsetzbar. Durch viele Ausfälle im Team (Krankheiten, Kündigungen) muss man ständig einspringen und wird aus dem frei geholt. Der Dienstplan ist fast immer unpünktlich und kommt oft erst am Monatsende, Freiwünsche (auch aus triftigen Gründen) werden oft nicht berücksichtigt. Das erschwert das Privatleben sehr und macht Planung nahezu unmöglich, weil man ständig eigene Termine absagen oder verschieben muss. Man arbeitet am Limit und darüber hinaus, (kommunizierte) persönliche Grenzen werden übergangen. An freien Tagen muss man jederzeit mit einem Anruf rechnen. Eigentlich ist man dauerhaft auf Abruf und hat kaum Zeit, sich zwischen den Diensten zu erholen.
Karriere/Weiterbildung
Es werden verpflichtende, kostenlose Fortbildungen für alle Mitarbeiter angeboten. Das Unternehmen ist darüber hinaus offen für Fortbildung jeder Art, unabhängig vom Bildungsträger. Es gibt ein Traineeprogramm zur stetigen Akquise neuer Führungskräfte. Fortbildungskosten werden durch Bindung an das Unternehmen abgegolten. Bei vorzeitigem Ausscheiden müssen noch offene Beträge zurückgezahlt werden.
Gehalt/Benefits
In Anlehnung an den TVÖD und an der aktuellen Tabelle orientiert. Es gibt Sonn- und Feiertagszuschläge, Überstunden werden ausgezahlt. Es gibt eine jährliche Sonderzahlung.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mülltrennung ist vorhanden und wird den Kindern auch vermittelt. Es wird sich bemüht, einige Waren regional und fair einzukaufen. Das Budget für (Lebensmittel-)Einkäufe ist nicht sehr hoch, hier muss sehr preisbewusst eingekauft werden. Quantität vor Qualität.
Kollegenzusammenhalt
Kann super sein, muss aber nicht. Es hängt sehr von den Kollegen ab.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier wird kein Unterschied zwischen älter oder jünger gemacht, es geht nach Sympathie.
Vorgesetztenverhalten
Es gibt Vorsetzte, die sich sehr um korrektes und faires Verhalten den Mitarbeitern gegenüber bemühen und offen kommunizieren. Anderen ist das nicht so wichtig.
Arbeitsbedingungen
Es sollte einem klar sein, dass die Klientel nicht einfach ist. Der Dienst kann gut laufen, muss aber nicht. Es gibt Kinder, die Eskalation auf ein ganz neues Niveau heben können und wenig Hemmungen haben, das auch zu tun. Auch hier steht und fällt vieles mit den Kollegen und der FBL. Man kann viel Unterstützung erfahren, oder aber auch nicht. Es ist leider nicht hilfreich zu wissen, dass „sowas“ bei anderen Kollegen nicht vorkommt. Gut finde ich, dass Krisensituationen über ein verpflichtendes Coaching aufgearbeitet werden können. So fühlt man sich nicht ganz so allein gelassen. In Kombination mit dem durch Unterbesetzung unzuverlässigen Dienstplan und vielen Überstunden ist es sehr schwer, durchzuhalten. Es ist sehr schade, dass darüber die Arbeit mit und an den Kindern leidet. Die materielle Versorgung bekommt man hin, Beziehungsarbeit und der emotionale Aspekt bleiben leider oft auf der Streck. Es auch sehr schade, dass die Auszubildenden das als den normalen Arbeitsalltag kennenlernen und vieles hinzunehmen lernen, was anders sein könnte.
Kommunikation
Grundsätzlich hat sich das Unternehmen eine offene Kommunikation aufs Fähnchen geschrieben, und die Geschäftsführung ist immer bereit für Gespräche jeder Art. Teamintern funktioniert das leider nur bedingt, weil zum Teil Informationen nur mit Einzelnen geteilt, nicht vollständig weitergegeben oder zurückgehalten werden. Die nicht Informierten Kollegen haben den Nachteil und stehen zum Teil auch in einem sehr unvorteilhaften Licht da. In den Dienstbesprechungen wird sich um Verbindlichkeit bemüht.
Gleichberechtigung
Ist theoretisch vorhanden, wird aber sehr unterschiedlich umgesetzt. Eigentlich sind alle gleich, aber manche sind gleicher.
Interessante Aufgaben
Theoretisch kann man den Tag frei gestalten und sich dabei auch an den Vorlieben der Kinder orientieren. Ausflüge und Aktivitäten außerhalb des Hauses sind durchaus möglich. Praktisch ist man viel mit gegensteuern, deeskalieren oder Krisenintervention beschäftigt. Daraus ergibt sich viel Schreibkram, der einem die Zeit für die wichtigen und auch für die schönen Dinge auffrisst. Dafür lernt man dadurch durch steige Übung, und Reflexion durch Vorgesetzte, korrekte Berichte zu schreiben.