Psychischer Druck statt Wertschätzung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt, die 35,5 Stunden Woche und die Möglichkeit zum Homeoffice, auch wenn sich die Regelungen hierzu mittlerweile leider verschlechtert haben. Positiv finde ich außerdem, dass es jedes Jahr eine Sommerfeier gibt und Gesundheitstage angeboten werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich kann den bisherigen Bewertungen in vielen Punkten nur zustimmen und finde, dass man die darin angesprochenen Themen durchaus ernst nehmen sollte.
Aus meiner Sicht herrscht bei uns ein enormer Leistungsdruck. Mitarbeitende werden sehr stark miteinander verglichen, teilweise namentlich und anhand öffentlich kommunizierter Zahlen. Das sorgt für einen permanenten Druck und vermittelt nicht gerade das Gefühl, dass Leistung und Einsatz wertgeschätzt werden.
Auch der Umgang in einigen Bereichen ist aus meiner persönlichen Wahrnehmung psychisch sehr belastend. Wenn man sich dauerhaft unter Druck gesetzt, verglichen und kontrolliert fühlt, ist das irgendwann einfach zermürbend.
Hinzu kommt, dass Probleme mit bestimmten Führungsstrukturen in mehreren Teams bereits angesprochen wurden. Trotzdem hat man teilweise nicht das Gefühl, dass sich dadurch tatsächlich etwas verändert.
Deshalb würde ich mir wünschen, dass man nicht nur die Bewertungen als solche betrachtet, sondern die darin angesprochenen Probleme als Anlass nimmt, sich ehrlich mit den Ursachen auseinanderzusetzen. Denn wenn mehrere Mitarbeitende unabhängig voneinander ähnliche Erfahrungen schildern, sollte man sich zumindest fragen, warum das so ist.
Für mich persönlich geht es dabei nicht darum, das Unternehmen schlecht darzustellen, sondern darum, dass sich an den Stellen etwas verändert, an denen Mitarbeitende seit längerer Zeit eine hohe Belastung und fehlende Wertschätzung erleben.
Verbesserungsvorschläge
Die Menschen ernst nehmen, die hier Kritik äußern, insbesondere wenn sie offenbar das Gefühl haben, mit ihren Anliegen innerhalb der Dienststelle nicht ausreichend gehört zu werden. Ich würde mir wünschen, dass der Arbeitgeber den direkten Austausch mit den Mitarbeitenden stärker sucht und sich nicht ausschließlich auf die Einschätzungen der Teamleiter verlässt. Die Erfahrungen derjenigen, die täglich unter den gegebenen Bedingungen arbeiten, sollten ebenfalls gehört und berücksichtigt werden.
Kommunikation
Teilweise fühlt man sich mit seinen Anliegen einfach ignoriert oder nicht ernst genommen. Rückmeldungen und Probleme werden angesprochen, ohne dass sich anschließend spürbar etwas verändert.
Work-Life-Balance
Auch als Teilzeitkraft muss man teilweise späte Dienste übernehmen, obwohl man Kinder hat. Gleichzeitig gibt es bei der Homeoffice-Quote kaum Ausnahmen für familiäre Situationen. Hier würde ich mir deutlich mehr Flexibilität und Verständnis wünschen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten einiger Vorgesetzter empfinde ich teilweise als sehr problematisch. Es entsteht der Eindruck, dass sich manche Führungskräfte Dinge erlauben können, ohne dass dies Konsequenzen hat. Gerade im Umgang mit Mitarbeitenden wünsche ich mir mehr Respekt, Verbindlichkeit und einen einheitlichen Maßstab. Führung sollte nicht bedeuten, dass bestimmte Verhaltensweisen geduldet werden, nur weil sie von einer Führungskraft ausgehen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist aus meiner Sicht grundsätzlich sehr gut, ebenso die 35,5-Stunden-Woche. Allerdings gibt es bei den Rahmenbedingungen in der Dienststelle einige Punkte, die aus meiner Sicht verbessert werden könnten.
Die Anzahl der Mitarbeitenden übersteigt teilweise die vorhandenen Sitzplatzkapazitäten, sodass nicht jeder einen festen Arbeitsplatz hat. Dadurch kann es vorkommen, dass man nicht gemeinsam mit seinem Team sitzt oder sich sogar räumlich vom eigenen Team trennt. Das erschwert aus meiner Sicht den Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb des Teams.
Auch die Parkplatzsituation ist schwierig, da keine Parkplätze zur Verfügung gestellt werden und sie kostenpflichtig sind.
Image
Die Dienststelle möchte nach außen gerne die beste in ganz Deutschland sein. Aus meiner Sicht sollte der Fokus dabei aber nicht nur auf dem Image liegen, sondern vor allem darauf, die Arbeitsbedingungen und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden tatsächlich zu verbessern.

