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Bewertung

Standort Kassel - Widersprüchliche Führung, hoher Leistungsdruck und fehlende Transparenz

2,6
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich Administration / Verwaltung bei techniker kassel in Kassel gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

FlexOffice, Gleitzeit, 35,5h/Woche, Gehalt, junge Teams und freundschaftlicher Kontakt auch außerhalb der Dienststelle.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Leider habe ich in meinem Antragsteam am Standort Kassel überwiegend negative Erfahrungen gemacht. Meine Kritik betrifft insbesondere das Führungsverhalten, die Kommunikation und den Umgang mit Mitarbeitenden.

Das Verhalten meiner Teamleitung erlebte ich als widersprüchlich: Einerseits wurden persönliche Nähe, private Offenheit und Teamzusammenhalt eingefordert. Andererseits war die Hierarchie deutlich spürbar, und private Gespräche wurden wiederum beanstandet.

Auch die Leistungsbewertung war für mich nicht nachvollziehbar. Auf durchschnittliches bis positives Feedback folgte kurze Zeit später eine deutlich negativere Einschätzung, ohne dass mir eine entsprechende Veränderung meiner Arbeit nachvollziehbar erklärt wurde.

Für mich zeigte sich die widersprüchliche Leistungsbewertung besonders deutlich beim Kompassgespräch: Dort wurde meine Leistung mit der Note 3 bewertet – genauso wie die aller anderen im Team. Nur drei Tage später wurde über eine kurzfristige Teams-Nachricht ein dringendes Gespräch angekündigt. Darin hieß es plötzlich, meine Leistung reiche nicht einmal für eine 2 aus und liege eigentlich bei einer 1. Wie diese völlig andere Einschätzung innerhalb von drei Tagen zustande kam, wurde mir nicht nachvollziehbar erklärt.

Zudem wurde mir angedroht, eine vorgesehene Gehaltserhöhung nicht zu gewähren. Nach anschließender Rücksprache mit dem Betriebsrat wurde mir jedoch erklärt, dass diese Maßnahme in meinem Fall keine rechtliche Grundlage hat. Meiner Meinung nach muss eine Teamleitung die geltenden Verträge und Regelungen kennen und prüfen, bevor sie solche Aussagen trifft und damit Druck ausübt.

Der Vorschlag für einen Aufhebungsvertrag ging von der Teamleitung aus. Dieser wurde mir aus meiner Sicht als einziger Ausweg dargestellt, um die angekündigten Maßnahmen wie Homeoffice-Entzug und das Streichen der vorgesehenen Gehaltserhöhung abzuwenden. Unter diesen Umständen empfand ich das Angebot als zusätzlichen Druck, das Unternehmen zu verlassen. Von einer frei gewählten Entscheidung konnte für mich daher keine Rede sein.

Teamleitung und Teamkoordination hatten teilweise widersprüchliche Vorgaben: Was bei einer Person als richtig galt, wurde bei einer anderen als Fehler bewertet. Dadurch mussten wir uns ständig auf wechselnde Erwartungen einstellen. Einheitliche Maßstäbe fehlten uns, was die Bearbeitung erschwerte und Unsicherheit auslöste.

Aus meiner Sicht wurden Kleinigkeiten teilweise unverhältnismäßig stark gewichtet, aber nicht zeitnah angesprochen. Die Teamleitung erklärte selbst, dass wir zunächst über mehrere Wochen beobachtet würden, bevor ein Gespräch stattfinde. So fehlte uns die Möglichkeit, Unklarheiten frühzeitig zu klären und unsere Arbeitsweise anzupassen.

Sowohl die Teamleitung als auch die Teamkoordination betonten mehrfach sinngemäß, dass sie alles sehen und hören würden – auch wenn wir glaubten, sie bekämen etwas nicht mit. Ich empfand diese Aussagen als unterschwellige Drohung und Demonstration ihrer Machtposition.

Mehrfach erhielt ich kurzfristige Teams-Nachrichten mit der Aufforderung zu einem dringenden Gespräch, ohne ausreichende Möglichkeit zur Vorbereitung. Diese Kommunikation empfand ich als Druck. Schwierige Themen wurden über Teams besprochen, obwohl kurz zuvor Gelegenheit für einen persönlichen Austausch im Büro bestanden hatte. Andere wichtige Anliegen wurden zwischen Tür und Angel behandelt.

Feedbackgespräche erlebte ich teilweise als emotional und persönlich statt sachlich und lösungsorientiert. Ich hatte wiederholt das Gefühl, meine Sicht nicht offen äußern zu können, ohne dass meine Aussagen zu meinem Nachteil ausgelegt wurden.

Wie emotional belastend die Feedbackgespräche waren, zeigte sich für mich auch daran, dass mehrere Mitarbeitende danach weinten und deutlich aufgewühlt waren. Aus meiner Sicht war dies ein ernstes Zeichen dafür, wie stark die Gesprächsführung die Betroffenen belastete.

Hinzu kommt die mehrfache Androhung, Homeoffice zu entziehen. Bereits am ersten Arbeitstag wurde dieser Standpunkt klar ausgedrückt, dass in anderen Teams solche Maßnahmen ergriffen wurden. Auch der Online- beziehungsweise Abwesenheitsstatus in Teams wurde thematisiert. Dadurch entstand noch mehr Kontrolle und Unsicherheit. Zudem hatte ich den Eindruck, dass Bewertungen und Entscheidungen über Mitarbeitende im Führungskreis bereits feststanden, bevor ein offenes Gespräch mit den Betroffenen geführt wurde.

Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit dem Ausscheiden aus dem Unternehmen. Nach meiner Wahrnehmung wurde gegenüber dem Team der Weggang einiger Mitarbeitender als freiwillige Entscheidung dargestellt. Diese Darstellung entsprach nicht meinem Erleben. Der zuvor aufgebaute Druck hatte mich psychisch so stark belastet, dass ich keine tragbare Möglichkeit mehr sah, im Unternehmen zu bleiben. Einen solchen Weggang lediglich als „freiwillig“ darzustellen, lässt die entscheidenden Umstände unerwähnt.

Verbesserungsvorschläge

Aus meiner Sicht liegt der wesentliche Verbesserungsbedarf beim Führungsverhalten der Teamleitung. Die widersprüchlichen Rückmeldungen, der aufgebaute Druck und die für mich häufig nicht nachvollziehbaren Entscheidungen haben mein Vertrauen in ihre Führungskompetenz erheblich beschädigt.

Auch die Personalentscheidungen werfen für mich erhebliche Fragen auf: Warum werden rund 20 neue Mitarbeitende aufgenommen, während anschließend Menschen, die bleiben wollten und sich aus meiner Sicht stark eingesetzt haben, zum Verlassen des Teams gedrängt werden? Besonders irritierend fand ich, bereits unmittelbar nach mehreren „spontanen Entlassungen“ erneut eine Stellenanzeige für die entsprechende Tätigkeit zu sehen. Das war wie ein Schlag ins Gesicht und sehr taktlos gegenüber den Mitarbeitern, die emotional sehr belastet waren durch die Kündigungen.
Aus meiner Sicht braucht es hier konkrete Veränderungen in der Führung und eine erkennbare Verantwortungsübernahme für den Umgang mit Mitarbeitenden.

Arbeitsatmosphäre

Ich hatte wirklich das beste Team! Wir haben uns alle immer gegenseitig unterstützt und geholfen, haben in den Pausen gemeinsam Zeit verbracht und auch privat sind Freundschaften entstanden - was mir den Abschied umso schmerzhafter und emotionaler gemacht hat.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt bei der TK ist fair.
Das Image als bester Arbeitgeber konnte ich in der Dienststelle in Kassel leider nicht nachvollziehen.


Kommunikation

Kollegenzusammenhalt

Work-Life-Balance

Vorgesetztenverhalten

Interessante Aufgaben

Arbeitsbedingungen

Image

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Arbeitgeber-Kommentar

Cathrin CorsHR-Marketing

Liebe:r Bewerter/in,

vielen Dank für die Bewertung, und dass Sie Ihre Erfahrungen und Ihre Kritik so ausführlich schildern. Wir nehmen Ihre Rückmeldungen zu Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit am Standort Kassel sehr ernst und möchten diese besser nachvollziehen.
Wenn Sie Ihre Eindrücke in einem vertraulichen Rahmen noch einmal persönlich einbringen mögen, möchte ich Sie ermutigen, sich an meine Kollegin Nina Buddrus als neutrale Ansprechpartnerin aus dem HR-Bereich zu wenden: nina.buddrus@tk.de.

Freundliche Grüße
Cathrin Cors

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