Es könnte so gut sein, wenn es vernünftige Prozesse und Kommunikation gäbe!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Viele no-bullshit-Benefits, Offenheit für remote work, vielseitige Kundenprojekte, Möglichkeiten Neues zu lernen, internationales Umfeld, sehr viele liebe Menschen im Team
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Intransparenz, fehlende Kommunikation, Rivalität in Führungsetage, Silodenken, wenig diverse Aufstellung der Führungsetage und keine Schulung der Führungskräfte, wenig Einbezug der Einzelnen in die Entwicklung des Unternehmens
Verbesserungsvorschläge
Hört euch die Kritik eurer Mitarbeitenden an und schult vor allem eure Führungskräfte! DM hätte wirklich das Potenzial ein ganz toller Arbeitgeber zu sein. Ich war nur selbst irgendwann zu frustriert, den Weg weiter mitzugehen. Mehr Reflexion, Einbezug der Mitarbeitenden und vor allem zielgerichtete Kommunikation kann dafür sorgen, dass im Inneren genau die Werte gelebt werden, die DM so kommunikationsstark nach außen spielt.
Arbeitsatmosphäre
Die vorgesetzte Person, der ich nach einer Weile wirklich nahestand, hat mir ein sehr gutes Gefühl für meine Arbeit vermittelt. Ich habe persönliches Lob und Wertschätzung erfahren. Und ich konnte immer mit Fragen auf sie zukommen und dazulernen.
Nach abgeschlossenen Projekten haben wir als Team unsere Ergebnisse gefeiert und waren zusammen stolz auf das, was wir geschaffen hatten.
Image
Das Image nach außen ist vor allem seit dem Rebranding sehr gut. Trotzdem ist Digital Masters als Name in der Branche noch weitgehend unbekannt. Vor allem unter den ganzen Agentur-Platzhirschen aus Hamburg.
Da ist noch mehr Potenzial nach oben. Vor allem was PR und eigene Social Media Auftritte und Corporate Influencertum betrifft.
Work-Life-Balance
In meiner persönlichen Erfahrung gut, man muss aber Grenzen setzen können! Remote Work und flexible Arbeitszeiten machen es möglich.
Ich habe aber leider vor allem bei Kolleg:innen mit Junior-Titeln beobachtet, dass sie viele Überstunden reinkloppen mussten. Weil last minute Aufgaben zugeschoben wurden oder sie überfordert wurden, während andere Teammembers freie Ressourcen hatten und Däumchen gedreht haben. Da müssen die Führungskräfte definitiv einlenken!
Ansonsten hätte ich mir gewünscht, dass das Abfeiern von Überstunden flexibler möglich ist. Um mal 1h früher gehen zu können erst mal mit dem Head of quatschen zu müssen, ist wirklich überzogen. Es wäre schön, da auf Vertrauen zu setzen und die Leute ihre Überstunden zeitnah abfeiern zu lassen.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt recht viele Möglichkeiten, auf wichtige Branchenevents zu gehen (z.B. OMR). Spannend fand ich auch den direkten Draht zu Google und Meta, wodurch man immer wieder Meetings mit Updates hatte.
Dadurch konnte man einiges lernen. Auch wenn an den Stellen von individuellen Weiterbildungsmöglichkeiten geknausert wurde. Es wäre schön, wenn es ein festes Weiterbildungsbudget für jede Person für das Jahr gäbe.
Gehalt/Benefits
Beides ist wirklich zufriedenstellend. Digital Masters bietet vor allem viele Benefits. Besonders toll ist die Offenheit für Remote Work, die Möglichkeit des Arbeitens aus dem Ausland und die zusätzlichen Urlaubstage, die man gutgeschrieben bekommt, wenn man einen Monat lang nicht krank ist.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich wüsste nicht, dass sich das Unternehmen hier spezifisch für etwas einsetzt. Damals wurden keine Emissionen kompensiert, keine bewusste Entscheidung für Essensoptionen bei Events getroffen und das Unternehmen ist meines Wissens nach auch nicht bei einem besonders nachhaltigen Finanzdienstleister. Es scheint kein Thema zu sein, was ich sehr schade finde.
Kollegenzusammenhalt
In den Teams selbst: 100% Zusammenhalt! Ich habe mich sehr wohl gefühlt und habe mit meinen Kolleg:innen zusammen die Projekte gerockt. Daher ist es wirklich schade, dass diese Stärke nicht im ganzen Unternehmen zum Tragen kam und keine offene Gesprächskultur insgesamt gepflegt wurde.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt nicht viele, aber der Umgang ist gut.
Vorgesetztenverhalten
Die Vorgesetzten sind menschlich und im persönlichen Kontakt wirklich angenehm. Aber ein Führungskräftetraining würde allen sicher gut tun. Einerseits waren manche für ihre Kolleg:innen in den Teams fast unerreichbar gewesen und es gab keine open-door-policy, sodass das auf sie Zugehen sich vor allem im remote Setup als schwierig gestaltet hat.
Andererseits waren manche Vorgesetzte viel zu involviert im Operativen und haben sich selbst in den Details der Arbeit verloren. Da hätte ich mir mehr Vertrauensvorschuss und Handhabe gewünscht. Es hat ja einen Grund, warum man eingestellt wurde, weil man spezifische Expertise auf dem Gebiet vorweist.
Abseits davon braucht es mehr Frauen in der Führungsebene. Vor allem bei einem recht frischen Head of im Unternehmen hat man das Gefühl, dass er Frauen weniger ernst nimmt, viel zu viel von sich hält und mansplaining vom Feinsten betreibt.
Arbeitsbedingungen
Ein schickes Büro, mit allem was man so braucht. Arbeitsausstattung ist auch top. Für Meetings ist das Office eher ungeeignet, wenn man mit mehreren Leuten im Raum sitzt. Da aber ein Großteil (zumindest teils) remote arbeitet ist das nicht schlimm.
Remote Leute kriegen außerdem einen Mac Laptop, Arbeitshandy (wenn nötig), Maus, Tastatur und wenn benötigt einen Monitor gestellt. Besser fände ich, wenn man die Wahl zwischen Windows und Apple Geräten hätte.
Kommunikation
Fehlende Kommunikation war für mich eines der größten Mankos im Unternehmen. In den eigenen Teams war die Kommunikation super, aber alles darüber hinaus war ein riesen Chaos. Innerhalb der eigenen Abteilung und vor allem teamübergreifend.
Vor allem Entscheidungen in der Ressourcenplanung wurden intransparent getroffen und man wurde teilweise nicht mal persönlich darauf angesprochen, wenn man auf einmal von Kunde X auf Kunde Y geshiftet wurde. Man hat es nur in der Planungssoftware gesehen.
Und auch in der Führungsebene gab es einzelne Personen, die Antipathie gegenüber einander hatten, worunter das ganze Team gelitten hat, weil sie NICHT vernünftig miteinander gesprochen haben :/
Gleichberechtigung
Die Bemühung ist da, aber die Umsetzung könnte besser sein. Das Gefühl schwingt stetig mit, dass Männer hier bessere Chancen haben und Frauen nicht so ernst genommen werden oder sich viel stärker beweisen müssen.
Abseits davon finde ich bei DM aber super, dass auch Leute mit nicht so guten Deutschkenntnissen eine Chance bekommen und die Teams auch darauf eingestellt sind, mit englischsprachigen Kund:innen und Kolleg:innen zu arbeiten. Das macht die Arbeit vielfältiger und internationaler.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich habe ich bei DM viel gelernt und für mich spannende, neue Themen bearbeiten können. Je nach Arbeitsbereich können die Aufgaben aber recht eintönig sein und eher wenig Abwechslung bieten. Schade finde ich, dass sehr in Silos gedacht wird und Generalist:innen bei DM kaum Möglichkeiten erhalten, vielseitig mit ihren Skills und Kenntnissen eingesetzt zu werden.
Man ist sehr an den eigenen Jobtitel und die Abteilung gebunden und es könnte so viel freier und gewinnbringender sein, wenn sich Leute außerhalb der Schublade ihres Jobtitels auch engagieren könnten.
