Fehlende Professionalität und Mangel an Gleichberechtigung
Arbeitsatmosphäre
Der Einstieg in das Unternehmen war von einer distanzierten Atmosphäre geprägt. Einzelne Kollegen verzichteten darauf, neue Mitarbeitende zu begrüßen oder einzubeziehen. Versuche, Gespräche zu initiieren, wurden teilweise ignoriert. Dies führte zu einem Gefühl der Isolation.
Eine Praktikantin bestätigte diesen Eindruck, indem sie sich ebenfalls nicht integriert fühlte und durch mangelnde Betreuung ihr Praktikum bereits nach einer Woche abbrach.
Work-Life-Balance
Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit, als Werkstudent die Arbeitstage flexibel zu wählen. Dies erleichterte die Vereinbarkeit von Studium und Arbeit erheblich und stellt einen der wenigen Vorteile dar.
Karriere/Weiterbildung
Für die berufliche Weiterentwicklung bot die Tätigkeit keinen Mehrwert. Zwar lässt sich die Arbeitserfahrung formal im Lebenslauf ausweisen, inhaltlich ergaben sich jedoch keine relevanten Kenntnisse oder Fertigkeiten für die weitere Laufbahn. Es wurden weder Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten noch fachliche Betreuung bereitgestellt, da im Unternehmen keine Expertise im Bereich Design vorhanden war.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team erwies sich als oberflächlich. Unterstützung war punktuell vorhanden, inhaltlich aber oft nicht hilfreich, da die meisten Kollegen in anderen Bereichen tätig waren.
Störend wirkte zudem das Verhalten eines einzelnen Kollegen, der wiederholt versuchte, private Nähe aufzubauen und dabei unangemessen Grenzen überschritt. Dies führte nicht nur zu Irritation, sondern auch zu einer unprofessionellen Vermischung von Privatem und Beruflichem.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Team bestand überwiegend aus älteren männlichen Mitarbeitern. Der Altersunterschied führte zu deutlichen Kommunikations- und Verständnisbarrieren. Die Haltung war teils von eingeschränkten Denkweisen geprägt, wodurch ein konstruktives Miteinander erschwert wurde. Statt eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen, verstärkte das Unternehmen den Eindruck, an traditionellen und überholten Vorstellungen festzuhalten.
Vorgesetztenverhalten
Beschwerden wurden nicht ernst genommen oder führten zu keinerlei Veränderung, wie das Beispiel der Toilettensituation deutlich zeigt: Die Frauentoilette wurde regelmäßig von männlichen Mitarbeitern genutzt, was zu einer untragbaren Situation führte. Trotz wiederholter Hinweise und einer zweiten öffentlichen Beschwerde blieb die Situation unverändert, verbunden mit dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.
Besonders negativ fällt ins Gewicht, dass die Kündigung nicht durch den zuständigen Vorgesetzten, sondern durch einen fachfremden Geschäftsführer ausgesprochen wurde. Dieses Verhalten wirkt respektlos und verweist auf ein mangelhaftes Führungsverständnis.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung der Arbeitsplätze war grundsätzlich solide. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter verfügte über einen eigenen Schreibtisch mit elektronischer Ausstattung. Getränke wie Wasser und Kaffee standen zur Verfügung, zudem gab es eine Küchentheke für den allgemeinen Gebrauch.
Einschränkungen ergaben sich bei der Klimatisierung: Die Klimaanlage ließ sich nicht individuell steuern, sondern lief nur dann, wenn das gesamte Gebäude zentral gekühlt wurde. Dies führte je nach Wetterlage zu teils unangenehmen Bedingungen am Arbeitsplatz.
Kommunikation
Eine strukturierte Einarbeitung fand nicht statt. Wichtige Informationen wurden nicht vermittelt. Rückfragen waren notwendig, um die Arbeit überhaupt ausführen zu können, führten aber zu einem unangenehmen Gefühl, Kollegen aufzuhalten.
Der Austausch wirkte insgesamt unkoordiniert.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung lag über dem branchenüblichen Durchschnitt.
Gleichberechtigung
Die Gleichbehandlung unterschiedlicher Geschlechter war nicht gewährleistet. Besonders die dortige Toilettensituation zeigt deutlich, dass auf berechtigte Beschwerden nicht reagiert wurde und stattdessen diskriminierende Bemerkungen fielen. So wurde geäußert, dass separate Frauentoiletten bei Einstellung einer „diversen Person“ ohnehin überflüssig würden.
Der Umgang mit dem Thema Gendern war respektlos. Vermehrte Begriffe wie „Vergewaltigung der deutschen Sprache“ waren einschüchternd und unangemessen. Auch zum Pride Month wurde eine ablehnende Haltung geäußert.
Hinzu kommt ein deutliches Ungleichgewicht in der Belegschaft: Abgesehen von der Ehefrau des Geschäftsführers waren keine weiteren Frauen beschäftigt. Das Unternehmen ist damit klar männerdominiert und vermittelt ein überholtes Rollenverständnis, das für junge Frauen und diverse Personen ein ungeeignetes Arbeitsumfeld schafft.
Interessante Aufgaben
Die übertragene Aufgabe war weder abwechslungsreich noch förderlich für die persönliche Weiterentwicklung. Eine eigenständige Entscheidung, die Ergebnisse in Form einer Präsentation aufzubereiten, beruhte auf fehlender Anleitung und nicht auf gezielter Förderung. Die Aufgabenstellung wirkte damit eher als Ausdruck mangelnder Betreuung denn als bewusst gewählte fachliche Herausforderung.