Gute Ausbildung – Führungsebene und HR leider sehr enttäuschend
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Zusammenhalt und der Austausch unter den Kolleginnen und Kollegen auf operativer Ebene war gut. Die fachlichen Aufgaben im IT-Bereich bieten grundlegend Potenzial zum Lernen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der enorme Druck auf Auszubildende und das Verhalten der Führungsebene sowie der HR. Auch die Phase nach dem Beschäftigungsverhältnis war enttäuschend: Die Kommunikation wurde sofort abgebrochen, Zugänge gesperrt und wichtige Unterlagen wie Zeugnisse wurden erst mit extremer Verzögerung und nach rechtlichen Schritten erteilt.
Verbesserungsvorschläge
Die inhaltliche Ausbildung sowie der direkte Ausbilder waren wirklich super hier gibt es absolut nichts zu bemängeln. Dringender Handlungsbedarf besteht jedoch bei der Führungskultur auf Abteilungsleiter-Ebene: Statt Druck aufzubauen, braucht es mehr echte Unterstützung und eine faire Mitarbeiterführung auf Augenhöhe. Zudem sollte das Offboarding professioneller werden: Dokumente und Zeugnisse müssen nach dem Austritt zügig und unaufgefordert ausgestellt werden, ohne dass erst rechtlicher Druck entstehen muss.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre war von starkem psychischem Druck und Unsicherheit geprägt. Bereits während der Ausbildungszeit wurde massiver Druck aufgebaut, unter anderem durch das Aufdrängen von Aufhebungsverträgen. Von einer wertschätzenden oder unterstützenden Unternehmenskultur habe ich nichts gespürt.
Image
Nach außen versucht das Unternehmen ein modernes IT-Image zu pflegen, die interne Realität sieht jedoch völlig anders aus. Die hohe Fluktuation und die schlechte Führungskultur schaden dem Ruf enorm.
Work-Life-Balance
Durch den anhaltenden Druck durch Führungskräfte und HR litt das Wohlbefinden auch im privaten Bereich extrem. Auf gesundheitliche Belange oder die Situation von Auszubildenden wird keine Rücksicht genommen.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich gibt es Schulungsangebote und man nimmt gerade zu Beginn fachlich durchaus etwas mit. Allerdings verläuft die Beantragung oft sehr zäh und hängt stark vom Wohlwollen der jeweiligen Vorgesetzten ab. Echte Aufstiegschancen oder klar strukturierte Entwicklungspläne fehlen im Alltag weitgehend, sodass man beim beruflichen Weiterkommen schnell an Grenzen stößt.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt bewegt sich allenfalls im unteren Branchendurchschnitt und steht in keinem Verhältnis zum verlangten Arbeitsaufwand. Nennenswerte Benefits, Incentives oder faire Sonderzahlungen sucht man hier vergeblich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen hin wird gern mit Nachhaltigkeit und Digitalisierung geworben. Im echten Arbeitsalltag sieht man davon eher wenig – Papierberge, zähe Prozesse und fehlende echte soziale Initiativen zeigen, dass das Thema eher für das Image als aus Überzeugung gelebt wird.
Kollegenzusammenhalt
Abgesehen von den Vorgesetzten und HR waren die Kolleginnen und Kollegen eigentlich alle hilfreich und nett. Das rettet das Arbeitsumfeld am Ende jedoch nicht, da die Grundstimmung und Entscheidungen von oben vorgegeben werden.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere und langjährige Mitarbeitende bringen zwar extrem viel Erfahrung mit und prägen die Abteilungen, stecken aber oft in sehr festgefahrenen Strukturen. Der Umgang ist im Alltag meist neutral, eine besondere Förderung oder gezielte Wertschätzung für ihr Wissen findet aber kaum statt.
Vorgesetztenverhalten
Absolut enttäuschend. Statt Auszubildende zu fördern, wurde gezielter Druck ausgeübt. Weder Führungskräfte noch HR agierten als faire Ansprechpartner, sondern arbeiteten darauf hin, Druck aufzubauen. Vertraglich und gerichtlich festgelegte Pflichten (wie die Erteilung von Zeugnissen oder Abrechnungen) wurden erst nach rechtlichen Schritten erfüllt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsplätze und die grundlegende IT-Hardware sind zweckmäßig, aber weit weg von einem modernen Standard. Software, interne Tools und Prozesse sind oft träge oder veraltet, was das tägliche Arbeiten unnötig kompliziert macht.
Kommunikation
Mangelhaft und destruktiv. Anliegen wurden ignoriert oder ausgesessen. Nach der Trennung wurden Kommunikationskanäle umgehend gesperrt, während zeitgleich Fristen verstrrichen. Eine sachliche und lösungsorientierte Kommunikation seitens HR war nicht möglich.
Gleichberechtigung
Chancen und Wertschätzung sind stark davon abhängig, in welchem Team man landet oder wie gut man mit bestimmten Personen steht. Ein wirklich faires System für alle sieht anders aus – Aufstiegschancen und Gleichbehandlung wirken oft recht willkürlich, insbesondere bei Berufseinsteigern.
Interessante Aufgaben
Die fachlichen Aufgaben im IT-Bereich waren grundlegend nicht schlecht, allerdings nimmt die extrem toxische Führungskultur jegliche Motivation, sich einzubringen oder fachlich weiterzuentwickeln.

