Toxischer Arbeitgeber mit katastrophaler Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Eigentlich nichts. Ich bin so unfassbar froh, da raus zu sein. Die sehr positiven Bewertungen hier decken sich in keiner Weise mit meiner Erfahrung, und viele davon wirken sprachlich auffallend ähnlich. Ich kann sie mit meinen eigenen Erlebnissen nicht in Einklang bringen und halte sie ehrlich gesagt für wenig repräsentativ. Zudem ist mir aufgefallen, dass vor kurzem auch bei Google innerhalb kurzer Zeit viele sehr gute Bewertungen für das Unternehmen hinzugekommen sind. Ich empfehle, das mit einem kritischen Auge zu betrachten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Am Ende laufen die Probleme aus meiner Sicht beim Führungsstil des Geschäftsführers zusammen, der meiner Wahrnehmung nach wiederholt unkontrolliert agierte und dadurch Arbeitsbedingungen schuf, die ich als unzumutbar empfunden habe.
Verbesserungsvorschläge
Team-Leader für einzelne Bereiche einsetzen, damit nicht alles direkt über die Geschäftsführung laufen muss. Mehr auf Mitarbeiter und Kunden hören, andere Meinungen akzeptieren und Feedback umsetzen.
Arbeitsatmosphäre
Ein dauerhaftes Umfeld der Angst, vor Degradierung und Demütigung. Die Laune des Geschäftsführers prägte maßgeblich das Arbeitsgeschehen, und seine Laune war meiner Erfahrung nach meistens schlecht. Fast jede Woche war jemand anderes dran, der ihn nicht zufriedenstellen konnte.
Image
Nach meiner Wahrnehmung sahen das Unternehmen im Kollegenkreis fast alle sehr kritisch, mit Ausnahme des Geschäftsführers. Das Consulting-Team trug aus meiner Sicht maßgeblich dazu bei, Kunden zu halten.
Work-Life-Balance
Mobiles Arbeiten war zu meiner Zeit 2-3 Mal die Woche möglich, aber gefühlt hatte jeder eine andere Absprache – dazu mehr beim Punkt Gleichberechtigung. Trotz versprochener "flexibler Arbeitszeiten" wurde nach meiner Erfahrung dennoch gerne erwartet, von 8 bis 18 Uhr (oder später) erreichbar zu sein.
Karriere/Weiterbildung
Man tritt auf der Stelle, es ist aber auch ein kleines Unternehmen. Weiterbildungen wurden nicht angeboten. Laut Geschäftsführer solle man das lieber in seiner Freizeit machen.
Gehalt/Benefits
Tatsächlich nicht schlecht, aber aus meiner Sicht intransparent: Jeder hat einen individuellen “Deal”. Keine offiziellen Benefits, dafür Provisionen und Geschäftswagen für bestimmte Stellen. Die Gehälter liegen nach meinem Empfinden etwa beim Branchendurchschnitt.
Kollegenzusammenhalt
Die Mitarbeiter und Experten auf ihren Gebieten halten dieses Unternehmen zusammen. Aufgrund der Führungssituation ist der Zusammenhalt entsprechend stark, wenn auch nicht immer.
Vorgesetztenverhalten
Respektlos und ohne erkennbare Empathie, inklusive Mikromanagement. Ich habe selbst mitbekommen, wie der Geschäftsführer konstant auf motivierte und qualifizierte Mitarbeiter verbal eingeschlagen hat. Dazu habe ich mehrfach live gehört, wie er sich unprofessionell und echt abwertend über Kollegen hinter deren Rücken geäußert hat, oder dass er im Arbeitsalltag immer wieder Fäkalsprache verwendet sowie Mitarbeiter vor versammelter Mannschaft herabgewürdigt hat. Die Kommunikation war vorwurfsvoll und ließ nie Raum für andere Perspektiven. Der Geschäftsführer gab mir / uns das Gefühl, immer im Recht zu sein. Meinungen von Mitarbeitern, die Experten auf ihrem Gebiet sind, wurden nach meinem Eindruck ignoriert. Ausreden durfte nur er. Jedes Lob war wertlos, da sich über gleiche Leistungen am nächsten Tag wieder beschwert wurde, weil dann doch wieder irgendwas nicht gepasst hat. Der Umgang mit Kunden und Partnern wirkte auf mich ebenfalls intransparent und fragwürdig.
Arbeitsbedingungen
Die zur Verfügung stehenden Laptops waren zu meiner Zeit alt. Meiner hing sich ständig auf, flüssig lief was kaum, sowohl einfache als auch komplexere Software. Für eine modernere Technik-Ausstattung wurde nichts getan. Die Begründung war meist, dass dafür kein Geld da sei. Wenn ich mal im Büro war, verursachten die Bürostühle bei mir Rückenschmerzen. Einzig die Tische sind modern und höhenverstellbar.
Kommunikation
Sachlichkeit spielte für mich in der Kommunikation kaum eine Rolle. Wie eine vorherige Bewertung schreibt: Heute ist es Entscheidung A, morgen Entscheidung B, und übermorgen wieder A. Argumentieren lohnte sich aus meiner Erfahrung nie. Fehler und Missverständnisse wurden aus meiner Sicht regelmäßig auf die Belegschaft umgewälzt – anders als eine (absolut perfekte) 5-Sterne-Bewertung behauptet. Gleichzeitig wurde permanent betont, man solle Fehler machen, um sich weiterzuentwickeln. Ein Teufelskreis.
Gleichberechtigung
In einem Punkt auf jeden Fall: Nach meinem Erleben wurden alle Mitarbeiter gleich respektlos behandelt. In meiner Wahrnehmung Frauen noch weniger. Zudem durfte nur ein gewisser Teil der Belegschaft komplett remote arbeiten, während andere selektiv (oft) ins Büro mussten.
Interessante Aufgaben
Kaum vorhanden. Wenig Abwechslung und dauerhaftes Mikromanagement. Eigenständiges Arbeiten war dadurch nahezu unmöglich, da der Geschäftsführer jede noch so kleine Entscheidung selbst treffen wollte. Es war nervenaufreibend, wenn er sich im Anschluss nicht mehr daran erinnerte und deshalb gegen Mitarbeiter austeilte. Das habe ich so gut wie täglich erlebt.