Veraltete Systeme und Überforderung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Obwohl meine Zeit im Unternehmen aufgrund gesundheitlicher Probleme und der Umstände eher kurz war, konnte ich immerhin mit zwei netten Kollegen zusammenarbeiten, die mir während dieser Zeit Unterstützung angeboten haben. Auch wenn ich nicht die Gelegenheit hatte, viele andere Kollegen kennenzulernen, war dieser Zusammenhalt positiv. Die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen hat mir gezeigt, dass der Teamgeist im Unternehmen durchaus vorhanden ist, auch wenn die Arbeitsbedingungen und Systeme noch verbessert werden müssen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsabläufe im Unternehmen sind stark veraltet und entsprechen nicht mehr den modernen Standards. Bestellungen wurden über ein dezentrales System auf einem Tablet gemacht, statt zentral an einem PC. Auch die Kassen- und Lottoabrechnung war nicht direkt auf die Schicht und den jeweiligen Mitarbeiter zugeschnitten, sondern wurde für den gesamten Tag vorgenommen. Das führte zu ineffizienten Prozessen und zusätzlichem Arbeitsaufwand.
Die Einarbeitung war unzureichend, und es gab wenig Unterstützung oder Orientierung. Es fiel schwer, sich schnell in das System und die Arbeitsweise des Unternehmens einzuarbeiten. Das Verhalten der Vorgesetzten war distanziert und wenig unterstützend. Bei Problemen fühlte man sich eher wie ein Störfaktor. Es gab kein echtes Interesse daran, neue Mitarbeitende wirklich einzuarbeiten oder auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.
Die Kassensysteme waren veraltet und wenig benutzerfreundlich. Ein intuitives Interface, das den Angestellten klar zeigt, was zu tun ist, wie etwa "Warte auf Karte" oder "Warte auf Bezahlung", fehlte. Das führte zu Verzögerungen und Frustration sowohl bei den Angestellten als auch bei den Kunden. Zudem war die technische Ausstattung in den Filialen nicht auf dem neuesten Stand, was den Arbeitsalltag unnötig erschwerte.
Es gab eine klare Mangelnde Kommunikation, da wichtige Informationen und Entscheidungen selten erklärt wurden. Viele Fragen wurden ignoriert, und es war schwierig, eine hilfreiche Antwort zu erhalten. Auch die Arbeitsweise wirkte überkompliziert und wenig durchdacht, was zu unnötigen Verzögerungen und Überforderung führte.
Insgesamt war die Arbeitsatmosphäre nicht besonders angenehm. Die unorganisierte Struktur und das Fehlen einer klaren Aufgabenverteilung führten dazu, dass man sich häufig überfordert fühlte und nicht ausreichend unterstützt wurde.
Verbesserungsvorschläge
Ein freundlicherer und unterstützender Umgang mit den Mitarbeitenden wäre wünschenswert – besonders in der Einarbeitungsphase. Klare Kommunikation, ein respektvoller Ton sowie ein offenes Ohr für Fragen und Verbesserungsideen würden die Arbeitsatmosphäre erheblich verbessern.
Die internen Systeme und Arbeitsabläufe sollten dringend modernisiert werden. Ein zentrales System zur Abrechnung nach jeder Schicht, inklusive Kassen- und Lottoabrechnung, würde nicht nur Transparenz schaffen, sondern auch die Verantwortung klarer verteilen und den Tagesablauf strukturieren.
Ein Schichtkassensystem wäre sinnvoll, um Schichtwechsel reibungsloser zu gestalten und den Verkaufsprozess nicht unnötig zu unterbrechen. Die Einführung von Personalnummern, die für Schichtabrechnungen verwendet werden, könnte den Prozess weiter vereinfachen und klare Verantwortlichkeiten schaffen.
Ein weiteres großes Thema ist die Modernisierung der Kassensysteme. In vielen Filialen sind die Geräte veraltet. Der Einsatz von modernen, intuitiven Kassen mit klarer Anzeige der nächsten Schritte (wie z. B. „Warte auf Karte“, „Warte auf PIN“, „Warte auf Bezahlung“) würde den Ablauf beschleunigen und Fehler reduzieren.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war von Unsicherheit und Zeitdruck geprägt. Man hatte das Gefühl, dass alles irgendwie laufen muss, aber ohne klare Strukturen oder Unterstützung. Feedback gab es kaum, stattdessen wurde viel vorausgesetzt. Besonders neue Mitarbeitende standen unter Druck, sich schnell zurechtzufinden – auch wenn viele Abläufe verwirrend oder veraltet waren.
Kommunikation
Kommunikation fand fast nur auf Zuruf statt. Es gab keine klaren Briefings, keine regelmäßigen Besprechungen und auch keine strukturierte Einarbeitung. Informationen wurden eher nebenbei vermittelt, was häufig zu Missverständnissen oder Unsicherheiten führte. Auch auf Rückfragen bekam man nicht immer hilfreiche Antworten.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war situationsabhängig. Einige Kolleginnen und Kollegen halfen, so gut sie konnten, andere schienen genervt oder desinteressiert. Es fehlte an einer echten Teamkultur – oft hatte man das Gefühl, auf sich allein gestellt zu sein, vor allem als neue Kraft.
Work-Life-Balance
Da ich nur kurz dort tätig war, kann ich zur langfristigen Work-Life-Balance nicht viel sagen. In der kurzen Zeit wirkten die Arbeitszeiten aber flexibel, allerdings auch etwas chaotisch geplant. Bei Krankmeldungen oder Problemen hatte ich das Gefühl, dass wenig Verständnis vorhanden war – was natürlich die Balance auch belastet.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten wirkte distanziert und wenig unterstützend. Bei Fragen wurde man oft ignoriert oder bekam nur knappe, unklare Antworten – teilweise auch gar keine Rückmeldung. Besonders als neuer Mitarbeitender fühlte man sich eher wie ein Störfaktor denn als willkommene Unterstützung. Eine strukturierte Einarbeitung fand nicht statt, stattdessen musste man sich vieles selbst erschließen – auch bei veralteten oder verwirrenden Abläufen.
Entscheidungen wurden selten erklärt, sondern einfach durchgegeben. Eigeninitiative oder pragmatische Lösungen, z. B. im Kundenkontakt (wie das Umformulieren von Fragen am Postschalter, um Missverständnisse zu vermeiden), wurden nicht gern gesehen – selbst wenn sie zur Verbesserung der Abläufe beigetragen hätten.
Im Gegenzug konnte man sich mit einigen Kolleg*innen gut unterhalten und es gab gelegentlich kollegiale Unterstützung. Insgesamt fehlte es aber an einem offenen, fördernden Führungsstil und echter Kommunikation auf Augenhöhe.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich waren typische Einzelhandelsaufgaben – jedoch durch die veralteten Systeme und die unübersichtliche Organisation unnötig kompliziert. Vieles wirkte nicht durchdacht. Wenn man strukturiertes Arbeiten gewohnt ist, erscheinen viele Abläufe hier eher rückständig und verwirrend als interessant.