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Dussmann 
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Bewertung

Konservatives und hierarchisch geprägtes Unternehmen

2,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Recht / Steuern bei Dussmann Stiftung in Berlin gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Das fachliche Themenfeld ist interessant und vielseitig. Das Kollegium war in meiner Zeit überwiegend freundlich, hilfsbereit und offen, der Zusammenhalt unter den Kolleg:innen war der positivste Aspekt. Technische und räumliche Ausstattung gut.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die Unternehmenskultur habe ich als stark hierarchisch und konservativ erlebt. Eigeninitiative, eigenständige fachliche Einschätzungen und Erfahrungen aus früheren Positionen waren spürbar nicht willkommen, besonders bei Mitarbeitenden mit fundierter Vorerfahrung. Die Führung war von engmaschiger Kontrolle geprägt. Nahezu jeder Arbeitsschritt musste einzeln vorgestellt und freigegeben werden, unabhängig von Erfahrung oder nachgewiesener Kompetenz. Das signalisiert ein Fehlen von Vertrauen und lässt kaum Raum für eigenverantwortliches Arbeiten. Leider auch nicht überraschend, dass fachlich gut ausgebildete Fachkräfte nach kurzer Zeit gehen.

Teammeetings funktionierten überwiegend als Berichtsformat an die Führungskraft, nicht als Ort für echten fachlichen Austausch. Feedback fand fast ausschließlich in Einzelgesprächen im Büro der Führungskraft statt, in einer Anordnung ohne neutralen Besprechungstisch, die eher an eine Vorladung als an ein Gespräch auf Augenhöhe erinnerte. Rückmeldungen waren oft pauschal statt konkret und wechselten unvorhersehbar zwischen Lob und Kritik. Bei Konflikten im Team gab es keine neutrale Moderation. Die im Bewerbungsprozess vermittelte Kultur (großer Vertrauensvorschuss, Eigenverantwortung) deckte sich nicht mit dem tatsächlichen Arbeitsalltag. Aus diesen Gründen kann ich den Arbeitgeber nicht empfehlen.

Verbesserungsvorschläge

1. Mitarbeitenden mit einschlägiger Erfahrung mehr Vertrauen und Eigenverantwortung zugestehen, statt jeden Arbeitsschritt einzeln freizugeben
2. Teammeetings als echten fachlichen Austausch gestalten, in dem Lösungsansätze gemeinsam entwickelt werden
3. Feedback konkret, nachvollziehbar und konsistent geben, mit Beispielen statt Pauschalaussagen
4. Feedbackgespräche in einer Umgebung führen, die ein Gespräch auf Augenhöhe ermöglicht
5. Die im Bewerbungsprozess kommunizierten Werte (Vertrauen, Eigenverantwortung) im Arbeitsalltag tatsächlich leben
6. Konflikte im Team aktiv und neutral moderieren, bevor sie eskalieren
Eigeninitiative und andere fachliche Perspektiven ausdrücklich wertschätzen

Arbeitsatmosphäre

Im Kollegium überwiegend angenehm, allerdings geprägt von spürbarer Unsicherheit und Anspannung gegenüber der Führungsebene. Leider von starkem Mikromanagement und Kontrollverhalten geprägt.

Image

Das Unternehmen tritt nach außen deutlich moderner und mitarbeiterorientierter auf, als es im Arbeitsalltag tatsächlich erlebbar war. Das Unternehmen habe ich als konservativ und hierarchisch wahrgenommen (auch im C-Level).

Work-Life-Balance

Formal in Ordnung, faktisch aber durch ein hohes Maß an mentaler Belastung durch den Führungsstil beeinträchtigt.

Karriere/Weiterbildung

Für eigenständiges, erfahrungsbasiertes Arbeiten war kaum Raum. Weiterentwicklungsbudget gibt es, kann hierzu jedoch mangels Erfahrungswerte nichts sagen.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war für die Position angemessen, allerdings gab es keine erkennbare Transparenz darüber, nach welchen Kriterien sich Gehaltsentwicklung oder Boni richten. Leider keine Bezuschussung von Deutschlandticket, die einen nennenswerten Beitrag und Veränderung in den Alltag von Mitarbeiter:innen bringen. Fahrradleasing und Mitarbeiter-Angebote vorhanden.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Keine besonderen Auffälligkeiten. Ein jährlicher Social-Day wurde durchgeführt.

Kollegenzusammenhalt

Unter den Kolleg:innen grundsätzlich gut. Das war der positivste Punkt meiner Erfahrung dort.

Umgang mit älteren Kollegen

Dazu kann ich aus meiner kurzen Zeit dort keine fundierte Aussage treffen.

Vorgesetztenverhalten

Deutlich ausbaufähig. Starkes Mikromanagement, selbst bei erfahrenen Mitarbeitenden, inkonsistentes Verhalten zwischen Lob und Kritik, und im Konfliktfall keine neutrale, sondern eher einseitige Haltung. Zwischen dem, was im Bewerbungsprozess versprochen wurde (Vertrauensvorschuss, Eigenverantwortung), und dem tatsächlichen Führungsverhalten bestand eine deutliche Diskrepanz.

Arbeitsbedingungen

Technisch und räumlich in Ordnung. Zentrale Lage.

Kommunikation

Kommunikation läuft überwiegend top-down. Insbesondere Teammeetings waren ein Ort wo "Anweisungen" gegeben wurden, anstatt eine gemeinsame Diskussion anzustoßen. Rückmeldungen sind häufig unkonkret und wenig konstruktiv, was die Umsetzung erschwert.

Gleichberechtigung

Formal gegeben, im Führungsstil jedoch eher hierarchisch-konservativ (auch im C-Level) geprägt, mit wenig Raum für unterschiedliche Arbeits- und Kommunikationsstile.

Interessante Aufgaben

Fachlich war das Themenfeld spannend. Umso bedauerlicher ist es, dass die Führungskultur das kaum zur Geltung kommen ließ. Starkes Mikromanagement und Kontrollverhalten haben die Freude am Arbeiten und zur Demotivation beigetragen.

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