Das System Dyson oder „Siri, definiere ,toxisch‘!“ Niemals dort anfangen, und wenn: nicht ohne Rechtschutzversicherung.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Nichts.
Das wichtigste ist eine gut funktionierende Rechtschutzversicherung, denn die wird man zu 100% benötigen, um dem stets unfairen Spiel Einhalt zu gebieten.
Verbesserungsvorschläge
Respekt statt leerer Worthülsen.
Weiterbildung statt LinkedIn Kursen.
Und: Englisches Arbeitsrecht gilt in Deutschland nicht.
Arbeitsatmosphäre
Das System Dyson ist relativ einfach zu beschreiben:
Du kommst dorthin, dir wird der rote Teppich ausgerollt und dann hast du exakt 4 Wochen Zeit zu zeigen, was du kannst.
Wenn du clever warst, hast du ein gutes Einstiegsgehalt ausgehandelt. Wenn nicht: Gute Nacht! Denn alles was danach an „mehr“ kommen wird, ist Verantwortung, Aufgabengebiet und damit verbunden Stress. Zitat nach einer Beförderung: „Wir vertrauen dir und erweiterten deinen Aufgabenbereich!“
Ansonsten: ein System der Angst, des Missmutes und der Verunsicherung - getrieben von einer globalen HR Abteilung, die die Fäden zieht. Nach dem Motto: Fühle dich nie zu sicher, denn irgendwas haben wir immer gegen dich in der Hand. Andauernd gibt es interne Ermittlungen, ständig wird man als Zeuge gehört.
Der bisherige Höhepunkt: im Juli 2024. Dutzenden Kollegen wurde global gekündigt. Statt dies respektvoll zu behandeln, wurden die deutschen Betroffenen in Meeting-Räumen über ihr Schicksal informiert. Die betreffenden Vorgesetzten wurden Minuten zuvor selbst erst darüber informiert. Die Folge: Weinende Menschen wurden wie Zirkustiere durch die Manege (Großraumbüro) geführt. Es war einfach würdelos.
Kommunikation
Außer monatlichen Café Briefings ist die stille Post die beste Quelle, Dinge zu erfahren.
Kollegenzusammenhalt
Jede und jeder gegen jede und jeden. Eifersucht gepaart mit persönlichen Unsicherheiten führen zu einer toxischen Mischung.
Work-Life-Balance
Es gibt keine. Oder um einen ehemaligen Marketingchef dort zu zitieren: Mit dem ersten Tag bei Dyson gibst du deinen Lebenslauf an der Garderobe ab und gibst dein Leben auf.
Vorgesetztenverhalten
Neben HR der Nabel allen Übels und der Begriff „Vorgesetze“ trifft es perfekt: Es werden einem Menschen vorgesetzt, die möglicherweise in ihrem Fachgebiet prima sind, aber noch nie etwas von Teamführung, Vorbildfunktion, Empathie und Resilienz gehört haben.
Stattdessen hast du Manager, die selbst am Druck zerbrechen und diesen an dich weitergeben. Eins zu eins.
Das alles hat System. Da sitze jemand, der gerade erst die 30 überschritten hat und bei kleinsten Dingen in Tränen ausbricht.
Und da kommt HR wieder ins Spiel: Diese Manager werden alleine gelassen. Es gibt für sie kein Coaching, kein Training, keine Unterstützung. Und Kurse auf LinkedIn sind sicher kein Ersatz.
Interessante Aufgaben
Es sind keine Grenzen gesetzt. Aber mit jedem Projekt schraubst du die Erwartungen anderer an dich selbst nur höher.
Gleichberechtigung
Es gibt Grüppchen-Bildung, die sich die Jobs gegenseitig zuschustern.
Umgang mit älteren Kollegen
Ein Blick in die Belegschaft spricht Bände: Kollegen jenseits der 50 findet man nicht.
Arbeitsbedingungen
Ein Großraumbüro, im Winter eiskalt, im Sommer zu heiß. Atmosphäre wie in einer Bahnhofsvorhalle, dazu zu laut.
Meetingräume: zu wenig.
Und - zeitgemäß (Achtung Ironie!) - 5 Tage Anwesenheitsplicht mit Kernarbeitszeiten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein Witz.
Gehalt/Benefits
Pünktlich wird es überwiesen.
Der versprochene Bonus kommt seit Jahren nicht mehr und wenn nur anteilig.
Die dazugehörigen Begründungen sind wie immer dieselben: Zahlen wurden nicht erreicht und die chinesische Konkurrenz hole zu stark auf.
Image
Nach außen hin: gut.
Intern: rette sich wer kann.
Produktseitig: fragwürdig. Aufgrund Kostendrucks wird immer günstiger gefertigt - mit Folgen! Ein Tipp: Das Ergebnis des Staubsaugertests im Januar 2024 der Stiftung Warentest.
Im Ernst: Ich kann von einem Job bei Dyson nur abraten. Absolute Triggerwarnung.
Gestandene Menschen mit einer tollen Vita haben dort begonnen, ihnen wurde der Himmel auf Erden versprochen und nach kürzester Zeit wurden sie verbrannt oder entlassen.
Zurück bleibt ein unschöner Fleck im Lebenslauf und bisweilen mentale Folgen (Depressionen, Migräne).
Karriere/Weiterbildung
Siehe oben: Aufgrund mangelnder HR-Fähigkeiten gibt es weder Karriere- noch Weiterbildung-Chancen.