Frust und Verunsicherung wegen säumiger und komplett ausbleibender(!) Honorarzahlungen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Geschäftsidee ist gut und deren technologische Umsetzung (die Plattform mit all ihren Funktionen für Schüler, Eltern und Tutoren) gelungen. Als Online-Tutor kann man ganz frei arbeiten: wann, wo und wie (mit welcher Methodik) man möchte. Die Bezahlung (Höhe) ist in Ordnung, aber … (s. oben, Stichwort "Zahlungskrise").
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
sehr schlechte Zahlungsmoral; quantitativ und qualitativ (fehlende Transparenz und Ehrlichkeit) mangelhafte Kommunikation
Verbesserungsvorschläge
Ein Unternehmen, dessen Erfolg letzten Endes praktisch vollständig von der guten Arbeit der eingesetzten Tutoren abhängig ist, sollte diese so gut wie möglich behandeln und sie vor allem stets pünktlich bezahlen.
Arbeitsatmosphäre
Diese war an sich nicht schlecht gewesen, litt aber zuletzt sehr unter der Zahlungskrise, welche (in meinem Fall) vor über einem Jahr begann.
Kommunikation
Ich musste leider häufig sehr lange auf Antwort warten (manchmal vergeblich), wenn ich ein Anliegen hatte. In der derzeitigen Zahlungskrise - sie ist noch nicht abgeschlossen, für ca. 150 Stunden bin ich weiterhin nicht entlohnt worden - hat es leider viele leere Versprechungen gegeben oder im Grunde nichtssagende Auskünfte und Ankündigungen à la "Ich frage nochmal bei der Buchhaltung nach." oder "Wir kümmern uns darum und melden uns, sobald es Neuigkeiten gibt."; es ist dann meist bei den Ankündigungen geblieben …
Kollegenzusammenhalt
Ich kannte meine direkten Kollegen, also die anderen Online-Tutoren, nicht. Es bestand auch keine Möglichkeit, diese kennenzulernen, zumindest nicht seitens des Unternehmens. Wahrscheinlich will man sogar vermeiden, dass sich die freien Mitarbeiter kennenlernen und ein Austausch unter ihnen stattfinden kann; in der derzeitigen Zahlungskrise könnte das dem Unternehmen ja u.U. gefährlich werden. Bei den übrigen Kollegen, also etwa den Support-Mitarbeiter:innen, kann aus meiner Sicht von Zusammenhalt keine Rede sein; sie vertreten ausschließlich die Interessen des Unternehmens.
Work-Life-Balance
Man kann so viel oder wenig arbeiten, wie man möchte, und auch, wann man möchte. Es gibt keine Mindest- oder Maximalstundenzahl.
Vorgesetztenverhalten
Im Lichte der Zahlungskrise muss ich das Verhalten der Vorgesetzten als mangelhaft bis amoralisch bewerten.
Interessante Aufgaben
Die Arbeit mit ganz verschiedenen Schüler:innen in Themenbereichen unterschiedlichster Art war meist eine abwechslungsreiche und herausfordernde Aufgabe.
Arbeitsbedingungen
Bisweilen kam es zu Störungen (v.a. im Zusammenhang mit den Zoom-Sitzungen), aber im großen Ganzen funktionierte die Plattform recht gut. Der Rest der Arbeitsbedingungen hängt bei Online-Unterricht ja im Wesentlichen von jedem Tutor selbst ab.
Gehalt/Benefits
Der Stunden(honorar)satz von - in meinem Fall - 16,00 Euro war für mich in Ordnung gewesen, auch wenn regelmäßige (jährliche) Erhöhungen wünschenswert gewesen wären. Das Problem war und ist freilich, dass es sich (in meinem Fall) seit über einem Jahr um eine Art "virtuelle" Bezahlung handelt(e), weil die Honorare mit enormer Verspätung (es geht hier um mehrere Monate!) ausgezahlt wurden, zum Teil in Raten "abgestottert" werden sollten und schließlich schlicht gar nicht mehr gezahlt wurden. Man konnte (kann) sich also auf die Bezahlung nicht mehr verlassen und wurde (wird) mit den Problemen, welche einem aufgrund der dadurch eingeschränkten Liquidität entstanden (entstehen), vollkommen alleingelassen. Ich hatte (habe) die Sorge, dass das Unternehmen jeden Augenblick pleite sein könnte und ich dann für die bereits geleisteten Stunden gar nicht mehr bezahlt würde. Darum arbeite ich nun nicht mehr für Easy-Tutor und bin derzeit dabei, die noch ausstehende (nicht geringe) Summe über das Mahnverfahren einzutreiben.
Karriere/Weiterbildung
Leider gab es keine Weiterbildungsangebote. Bisweilen wurden Stellen ausgeschrieben, und diese Angebote wurden auch den Tutoren zugeschickt. - Aber wer wollte überhaupt in solch einem "kranken" Unternehmen (es scheint ja finanziell nicht "gesund" zu sein) versuchen, Karriere zu machen?