Hinter jeder unbezahlten Stunde steht ein Mensch mit Miete, Angst und Lebenszeit
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Easy Tutor verkauft nach außen Bildung, Struktur und Verlässlichkeit. Meine Erfahrung als Tutorin sieht anders aus.
Ich habe im Mai extrem viel unterrichtet. Sehr viele Stunden, sehr viele Schüler, viel Energie, viel Vorbereitung, viel Verantwortung. Ich war da, wenn Schüler Hilfe gebraucht haben. Ich habe funktioniert. Ich habe geliefert.
Und dann kommt der Moment, in dem Easy Tutor liefern müsste. Nämlich beim Honorar.
Plötzlich wird aus der professionellen Bildungsplattform ein Schweigekonzert.
Meine Auszahlung für bereits geleistete Arbeit ist trotz abgelaufener Frist weiterhin offen. Gleichzeitig bekomme ich weiter neue Schüleranfragen. Das muss man sich einmal vorstellen: Die Plattform möchte weiter Unterricht verkaufen, aber die Person, die den Unterricht hält, wartet auf ihr Geld.
Für mich fühlt sich das an wie ein Geschäftsmodell auf dem Rücken der Tutorinnen und Tutoren. Eltern zahlen. Schüler brauchen Hilfe. Tutorinnen machen die eigentliche Arbeit. Und wenn es ums Bezahlen geht, wird es still.
Noch schlimmer ist die Empathielosigkeit. Es geht hier nicht um irgendeine Zahl in einer Tabelle. Es geht um Miete, Existenz, Lebenszeit und Energie. Hinter jeder Unterrichtsstunde steht ein Mensch. Kein kostenloser Lückenfüller. Kein austauschbarer Name im Kalender. Kein Mensch, den man ignorieren kann, sobald die Leistung erbracht wurde.
Ich habe mehrfach versucht, eine verbindliche Antwort zu bekommen. Statt Klarheit gab es Schweigen, Ausweichen und keine belastbare Rückmeldung. Kein Zahlungsnachweis. Kein Verantwortungsgefühl. Keine echte Kommunikation.
Öffentlich findet man viele ähnliche Erfahrungen anderer Tutorinnen und Tutoren. Ich kann nicht jeden Fall prüfen, aber meine eigene Erfahrung passt leider sehr gut in dieses Bild.
Easy Tutor wirkt nach außen wie ein modernes Bildungsunternehmen. Hinter den Kulissen habe ich erlebt, wie wenig Wertschätzung die Menschen bekommen, die den Unterricht überhaupt möglich machen.
Ich liebe Unterrichten. Ich habe meine Schüler ernst genommen und mit Herz gearbeitet. Aber ich werde keine weitere Lebenszeit in eine Plattform stecken, bei der man am Ende seinem eigenen Geld hinterherrennen muss.
Ich werde außerdem eine Telegram Gruppe für Betroffene erstellen. Nicht für Hetze, sondern damit Tutorinnen, Tutoren und andere Betroffene sich austauschen, Erfahrungen sammeln, Fristen vergleichen, rechtliche Schritte besprechen und sich gegenseitig unterstützen können.
Mein Fazit: Easy Tutor braucht Tutorinnen und Tutoren, behandelt sie aber nach meiner Erfahrung nicht mit der Verlässlichkeit und dem Respekt, den diese Arbeit verdient. Wer Unterricht verkauft, sollte zuerst die Menschen bezahlen, die diesen Unterricht überhaupt leisten.
Verbesserungsvorschläge
Mein persönlicher Eindruck: Easy Tutor wirkt nach außen wie eine Bildungsplattform, aber hinter den Kulissen fühlt es sich an wie ein Unternehmen, das auf dem Rücken unbezahlter Tutorinnen und Tutoren weiterläuft.
Wenn man die Menschen, die den Unterricht leisten, nicht bezahlen kann, sollte man keine neuen Schüler vermitteln. Punkt.
Dann ist es ehrlicher, den Laden zu pausieren, offene Honorare zu zahlen und erst wieder weiterzumachen, wenn man Tutorinnen und Tutoren pünktlich bezahlen kann.
Eltern zahlen nicht für schöne Werbung. Sie zahlen für Unterricht. Und dieser Unterricht kommt von Menschen, die Miete zahlen müssen, nicht von einem Logo