Anspruch und Realität liegen oft auseinander
Gut am Arbeitgeber finde ich
Durch die Vielzahl an Themen und Projekten bestand die Möglichkeit, sich mit unterschiedlichen Technologien und Fachbereichen auseinanderzusetzen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die hohe Arbeitsbelastung, die regelmäßigen kurzfristigen Neupriorisierungen und die teilweise unzureichende Kommunikation zwischen den Bereichen erschwerten eine planbare Arbeitsweise. Aus meiner Sicht wurde zu stark auf kurzfristige Anforderungen reagiert, während nachhaltige Themen wie die Pflege der bestehenden Infrastruktur, Wissensaufbau und fachliche Spezialisierung zu wenig Beachtung gefunden haben. Zudem haben personelle Engpässe und eine vergleichsweise hohe Fluktuation dazu geführt, dass wertvolles Fachwissen verloren gegangen ist. Aus meiner Sicht hätten sich einige personelle Engpässe durch eine stärkere finanzielle Wertschätzung der Mitarbeitenden abfedern lassen. Andere Herausforderungen waren hingegen struktureller Natur und lagen insbesondere in den begrenzten Möglichkeiten zur fachlichen Spezialisierung und Weiterentwicklung.
Verbesserungsvorschläge
Eine stärkere personelle Ausstattung der Teams würde dabei helfen, die deutlich wachsenden Anforderungen besser zu bewältigen und Prioritäten realistisch umzusetzen.
Neben Investitionen in Entwicklungs- und Innovationsprojekte sollte auch der Betrieb der bestehenden Systeme ausreichend berücksichtigt werden. Ein stabiler und nachhaltiger Betrieb benötigt ebenso die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen.
Eine höhere finanzielle Wertschätzung der Mitarbeitenden wäre aus meiner Sicht wichtiger als zusätzliche Benefits oder Afterwork-Angebote.
Mehr verfügbare Arbeitsplätze würden die tägliche Arbeit erleichtern und die oft notwendige Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz vermeiden.
Die aktuelle Homeoffice-Regelung sollte überdacht werden. Durch die begrenzte Anzahl an Arbeitsplätzen entsteht teilweise die Situation, dass Mitarbeitende trotz Anwesenheit im Büro keinen geeigneten Arbeitsplatz finden. Dies führt vermeidbar zu Frustration und beeinträchtigt die Arbeitszufriedenheit.
Nachhaltigkeit ist ein häufig diskutiertes Thema. Aus meiner Sicht besteht jedoch deutliches Verbesserungspotenzial bei der konkreten Umsetzung im Arbeitsalltag. Mitarbeitende, die sich aktiv für nachhaltige Themen engagieren, sollten stärker unterstützt werden. Zudem wäre eine klarere Priorisierung und konsequentere Umsetzung entsprechender Maßnahmen wünschenswert.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre war sehr angespannt, viel Arbeit wenig Personal. Mehr Personal wollte man auch nicht einstellen. Man muss eben besser priorisieren.
Kommunikation
Es wird viel geredet, jedoch wenig umgesetzt
Kollegenzusammenhalt
schlecht - jeder war überlastet - keiner konnte unterstützen
Work-Life-Balance
viel work wenig life
Vorgesetztenverhalten
Das Management legt großen Wert auf Kostenkontrolle und vielseitig einsetzbare Mitarbeitende. Fachliche Spezialisierungen werden nur begrenzt gefördert. Die daraus resultierende Fluktuation hat dazu geführt, dass viele erfahrene Kollegen das Unternehmen verlassen haben und wichtiges Fachwissen verloren gegangen ist. Zudem war die Präsenz der Führungskräfte im Arbeitsalltag aus meiner Sicht gering. Wenn Entscheidungen getroffen wurden, wirkten diese teilweise wenig nachvollziehbar und nicht immer im Einklang mit den praktischen Anforderungen der betroffenen Teams.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich abwechslungsreich und bieten Einblicke in viele Themenbereiche. Allerdings sind sie häufig mit hohem Zeitdruck verbunden. Viele Bereiche arbeiten weitgehend isoliert voneinander, und die Kommunikation zwischen den Abteilungen ist oft unzureichend. Zudem kommen regelmäßig kurzfristige Neupriorisierungen hinzu, die schnell umgesetzt werden müssen, ohne dass diese zuvor ausreichend kommuniziert wurden "bzw man überhaupt etwas davon wusste". Durch die starke Fokussierung auf kurzfristige Themen und neue Anforderungen blieb aus meiner Sicht häufig zu wenig Zeit für den nachhaltigen Betrieb und die Pflege der bestehenden Infrastruktur. Wichtige Wartungsaufgaben konnten teilweise nicht durchgeführt werden, was vereinzelt zu Einschränkungen und Störungen im laufenden Betrieb führte.
Gleichberechtigung
ist vorhanden
Umgang mit älteren Kollegen
ist ok
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen wurden durch eine hohe Arbeitsbelastung und regelmäßige kurzfristige Prioritätsänderungen erschwert. Hinzu kommt, dass nicht immer ausreichend Arbeitsplätze zur Verfügung standen. Teilweise entsteht der Eindruck, dass man um einen geeigneten Arbeitsplatz konkurrieren muss, was die tägliche Arbeit unnötig erschwert hat. Die Hardware und die Arbeitsplätze empfand ich als sehr gut, da wurde sich im Vorfeld sehr viel Gedanken und Mühe gemacht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung werden regelmäßig kommuniziert und beworben. Die tatsächliche Umsetzung erschien mir jedoch teilweise hinter den gesetzten Ansprüchen zurückzubleiben. Insbesondere im technischen Umfeld lag der Fokus häufig auf kurzfristigen operativen Anforderungen, sodass nachhaltige Verbesserungen nicht immer die notwendige Aufmerksamkeit erhielten.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfand ich für ein Unternehmen aus dem Bankenumfeld als eher unterdurchschnittlich. Auch bei den Benefits sehe ich Verbesserungspotenzial. Nach meiner Wahrnehmung bieten vergleichbare Arbeitgeber in der freien Wirtschaft häufig attraktivere Gesamtpakete aus Vergütung, Zusatzleistungen und Arbeitsbedingungen.
Image
Nach außen vermittelt das Unternehmen ein modernes und mitarbeiterorientiertes Bild. Intern waren die Realität jedoch häufig von hohem Arbeitsdruck, personellen Engpässen, regelmäßigen Neupriorisierungen und begrenzten Entwicklungsmöglichkeiten geprägt. Dadurch entstand für mich der Eindruck, dass Anspruch und Realität nicht immer übereinstimmen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen wurden ermöglicht. Wer sich jedoch fachlich spezialisieren oder in bestimmten Themengebieten vertiefen wollte, stieß aus meiner Sicht auf Grenzen. Der Fokus lag eher auf breit einsetzbaren Generalisten als auf dem gezielten Aufbau von Expertenwissen. Gleichzeitig konnte die Vergütung nach meiner Wahrnehmung mit vielen vergleichbaren Arbeitgebern nicht mithalten, wodurch zusätzliche Anreize für eine langfristige Entwicklung im Unternehmen fehlten.

