Vergeudetes Potential
Gut am Arbeitgeber finde ich
Man erhält als Ingenieur Einblicke in hoch innovativen Bereiche (z. B. autonomes Fahren, E-Fahrzeuge).
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Durch die Einbindung in den VW-Konzern leidet man wie so viele andere Dienstleister unter dem schlechtem Management und den bürokratischen Prozessen. Verantwortliche und Ansprechpartner wechseln dauernd, oder sind garnicht auffindbar. Darauf hat die e:fs aber wenig Einfluss.
Verbesserungsvorschläge
Man sollte sich wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren anstatt überall mitmischen zu wollen.
Arbeitsatmosphäre
Diese war bis 2024 eigentlich okay, seit der Krise im Automobilbereich natürlich sehr angespannt. Einst gepriesene e:fs Werte stellten sich als hohle Phrasen heraus (überrascht es irgend jemanden?)
Image
Die Firmenrebrandings sorgten zuletzt lediglich für Belustigung unter der Belegschaft. Auch ein neuer Firmenname und eine aufgeblasene Social Media Inszenierung wird am unaufhaltsamen Abstieg nichts mehr ändern.
Work-Life-Balance
Durch HO-Regelung und kaum noch vorhandener Arbeit konnte ich meine Zeit gut für private Projekte nutzen.
Karriere/Weiterbildung
Was Geld kostet wird seit Jahren nicht mehr genehmigt (der e:fs Slogan "Always Learning" ist der blanke Hohn).
Vielleicht gibt es Schulungen zum Thema KI (jenseits von "Ich zeig euch mal was mit ChatGPT") von denen ich nichts mitbekommen habe. Fände ich dann aber komisch wenn derart Schulungen nicht angeordnet sind, auf den KI-Zug ist man natürlich längst aufgesprungen (jeder will was vom Kuchen abhaben), und was läge da näher als die eigenen Ingenieure in diesem Bereich zu schulen.
Karriere/Aufstiegsmöglichkeiten sind kaum existent.
Kollegenzusammenhalt
War bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen immer ausgesprochen gut und eigentlich das einzige was man positiv herausheben kann.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich bin selbst ein "älterer" Kollege und habe keine schlechten Erfahrungen gemacht.
Vorgesetztenverhalten
Ich war in unterschiedlichen Abteilungen beschäftigt, und unmittelbare Vorgesetzte (Teamleiter) waren stets korrekt.
Arbeitsbedingungen
Gut wegen HO-Regelung.
Kommunikation
Jenseits der Teamleiterebene beschränkt sich diese auf das übliche Firmensprech, es wird viel geredet aber nichts gesagt. Wirkliche Information kommt mit wochenlanger Verspätung (z. B. wer von Kündigungen betroffen ist).
Gehalt/Benefits
Mittlerweile nur noch Durchschnitt.
Gleichberechtigung
Soweit ich das mitbekam wurde und wird jeder absolut gleich behandelt. Genauso wahllos (gefühlt) wie vor einigen Jahren eingestellt worden ist, wurde nun entlassen.
Interessante Aufgaben
Hängt natürlich immer auch vom persönlichen Engagement ab, insgesamt waren Aufgaben die einen auch intellektuell forderten eher die Ausnahme denn die Regel.
Einen großen Teil der Arbeitszeit konsumierten die allgegenwärtige Bürokratie, der Kampf mit hoffnungslos veralteten und grauenhaften VW-Tools bzw. Toolketten, überflüssige Meetings und Workshops, sowie IT-Probleme lösen.
Wenn dann noch Zeit war für die sog. wertschöpferische Arbeit bestand diese zuletzt fast ausschließlich aus drögen Berichten, copy&paste von Daten von System A nach System B, und stumpfsinnigen Komponenten- und Systemtests die weder Kreativität noch Intelligenz erforderten.
Ganz schlimm war auch der Klassiker im Dienstleistergeschäft: die HiL-Betreuung.

