Ihr Unternehmen?

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EHBS 
Knecht 
GmbH 
& 
Co. 
KG
Bewertung

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Schöner Schein nach außen – bittere Realität innen

1,9
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei EHBS Knecht GmbH & Co. KG in Bensheim gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Kollegen waren stets ein Rückhalt und haben den Arbeitsalltag trotz aller Umstände angenehm gemacht.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Das Unternehmen ist zu schnell gewachsen, ohne Strukturen und Prozesse entsprechend mitzuentwickeln. Stattdessen gab es ständige Kurswechsel, die Orientierung und Stabilität im Arbeitsalltag nahezu unmöglich gemacht haben. Nach außen wird eine offene, einladende Unternehmenskultur präsentiert – die Realität sieht jedoch anders aus. Fehler der Geschäftsführung werden konsequent auf Mitarbeiter abgewälzt oder schlicht ignoriert, während sich die Führungsebene selbst nicht an die eigens festgelegten Prozesse hält. Ursprünglich zugesagte Homeoffice-Regelungen wurden stillschweigend zurückgenommen, und selbst die betriebliche Altersvorsorge wurde zuletzt einfach temporär gestrichen – ein weiteres Beispiel dafür, dass Versprechen und Mitarbeiterwohl wenig wert sind.

Verbesserungsvorschläge

Bevor weiteres Wachstum angestrebt wird, sollten stabile interne Strukturen, klare Prozesse und eine verlässliche Führungskultur geschaffen werden. Konstruktives Feedback von Mitarbeitern sollte als Chance gesehen werden – nicht als Bedrohung. Versprechen – sei es zur Flexibilität, zur Offenheit, zur Familienfreundlichkeit oder zur betrieblichen Altersvorsorge – sollten gemacht werden, um gehalten zu werden.

Arbeitsatmosphäre

Die Stimmung ist geprägt von Angst – Angst, Fehler zu machen, Angst, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, Angst, den Job zu verlieren. Nach außen wird kommuniziert, dass man mit allem offen zur Führung kommen kann und eine Feedbackkultur gelebt wird. In der Praxis ist das leider nicht der Fall. Wer Fehler der Teamleitung oder Geschäftsführung offen anspricht, riskiert die eigene Kündigung. Besonderes Engagement wird nicht anerkannt, sondern als selbstverständlich vorausgesetzt. Das Ergebnis: 13 Mitarbeiter haben das Unternehmen innerhalb von nur fünf Monaten verlassen oder mussten es verlassen– ohne dass dies zu irgendeiner erkennbaren Selbstreflexion geführt hätte.

Work-Life-Balance

Das Unternehmen bewirbt sich aktiv als familienfreundlicher Arbeitgeber – davon ist in der Praxis jedoch wenig zu spüren. Homeoffice-Möglichkeiten, die anfangs zugesagt oder bereits gelebt wurden, wurden zurückgenommen, ohne dass es dafür nachvollziehbare Begründungen gab. Wer auf Flexibilität angewiesen ist, wird schnell merken, dass die nach außen kommunizierten Werte nicht mit der gelebten Realität übereinstimmen.

Kollegenzusammenhalt

Der einzige Lichtblick in diesem Unternehmen waren die Kollegen. Der Zusammenhalt im Team war außergewöhnlich gut und ehrlich gesagt der einzige Grund, morgens gerne zur Arbeit zu gehen. Schade, dass dieser positive Aspekt von der Unternehmensführung nicht als das gesehen wird, was er ist – nämlich ein wertvolles Gut, das es zu pflegen gilt.

Vorgesetztenverhalten

Die Geschäftsführung nimmt den Mitarbeitern zunehmend die Eigenverantwortung, um bei Fehlern leichter eine Handhabe zu haben. Kritik von unten wird nicht toleriert – wer Missstände benennt, wird nicht gehört, sondern abgemahnt oder entlassen. Besonders widersprüchlich: Die Geschäftsführung legt Prozesse fest, hält sich selbst jedoch nicht daran.

Arbeitsbedingungen

Die technische Ausstattung ist positiv hervorzuheben – moderne Laptops, höhenverstellbare Schreibtische und die Möglichkeit, mit mehreren Monitoren zu arbeiten, sorgen für eine angenehme und ergonomische Arbeitsumgebung. In diesem Bereich hat das Unternehmen investiert und das merkt man.

Kommunikation

Die Kommunikation seitens der Geschäftsführung ist strikt einseitig – Widerspruch oder ein „Ja, aber” wird nicht geduldet. Entscheidungen werden von oben durchgereicht und sollen kommentarlos umgesetzt werden. Die Teamleiter befinden sich dabei in einer schwierigen Lage: Sie sind angehalten, diese Linie durchzusetzen, hätten jedoch in vielen Fällen selbst gerne anders gehandelt. Die eigentliche Verantwortung für diese Kultur liegt klar bei der Geschäftsführung – nicht bei den Teamleitern, die letztlich selbst nur wenig Spielraum haben.

Gehalt/Benefits

Gehaltsverhandlungen gestalten sich äußerst schwierig. Wer Topleistungen erbringt, wird darauf hingewiesen, dass man damit lediglich seinen Job erfüllt – eine Anerkennung in Form einer Gehaltserhöhung ist kaum zu erwarten. Das Gehaltsgefüge im Unternehmen ist zudem stark unausgewogen, und selbst langjährige Mitarbeiter, die jahrelang loyal und engagiert waren, müssen regelrecht darum kämpfen, eine faire Vergütung zu erhalten. Das hinterlässt einen bitteren Beigeschmack und zeigt einmal mehr, dass Mitarbeiterleistung und -treue intern wenig wertgeschätzt werden.

Interessante Aufgaben

Es gibt spannende Projekte, auch wenn dies immer mehr nachlässt aufgrund der Wirtschaftslage.


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Umwelt-/Sozialbewusstsein

Karriere/Weiterbildung

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Arbeitgeber-Kommentar

Thomas Knecht, Unternehmensinhaber
Thomas KnechtUnternehmensinhaber

Wir nehmen diese Bewertung zum Anlass, unsere Sicht der Dinge darzustellen.

Wachstum und Struktur:
EHBS ist schnell gewachsen - das stimmt. Und ja, die Strukturen haben nicht immer Schritt gehalten. Genau deshalb haben wir in den letzten Monaten konsequent Prozesse definiert, Controlling eingeführt, Abläufe digitalisiert und automatisiert. Das ist keine Reaktion auf Kritik, sondern ein bewusster Schritt zur Stabilisierung, bevor wir weiterwachsen. Wir sind dabei, und wir sind weit gekommen.

Entscheidungen und wirtschaftliche Realität:
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland haben sich massiv verändert. Als kleines, inhabergeführtes Unternehmen können und müssen wir schnell reagieren. Das ist kein Fehler, sondern ein Vorteil gegenüber großen, trägen Strukturen. Eine Entscheidung, die unter anderen wirtschaftlichen Vorzeichen getroffen wurde, bei veränderter Lage anzupassen, ist keine Schwäche der Führung. Es ist unternehmerische Verantwortung. Fehler werden bei uns offen angesprochen, intern wie extern. Was wir nicht akzeptieren, ist pauschale Kritik ohne Substanz und ohne Lösungsvorschlag.

Feedbackkultur:
Wir haben bewusst eine „Ja, aber"-Kultur beendet. Wer ein Problem sieht, ist herzlich eingeladen, es mit einem konkreten Lösungsvorschlag einzubringen. Das ist kein Maulkorb, das ist der Unterschied zwischen konstruktivem Mitdenken und reinem Dagegensein. Wer aktiv mitdenkt, mitgestaltet und wirtschaftlich denkt, ist bei uns genau richtig. Wir wollen keine Mitarbeitenden, die Aufgaben abarbeiten, wir wollen Mitunternehmer.

Homeoffice und Familienfreundlichkeit:
Standardmäßiges Homeoffice bieten wir nicht mehr an. Flexibilität bei konkreten Anlässen war und bleibt selbstverständlich, ohne Diskussion. Familienfreundlichkeit leben wir übrigens nicht nur als Versprechen: Wir sind selbst ein Familienunternehmen, mit allem was dazugehört.

Betriebliche Altersvorsorge:
Diese wurde nicht gestrichen. Alle Mitarbeitenden, die eine betriebliche Altersvorsorge haben, behalten sie. Was wir geändert haben: Wir bewerben sie nicht mehr aktiv und bieten sie neuen Mitarbeitenden nicht standardmäßig an, weil wir mit dem System der bAV in Deutschland grundsätzlich nicht einverstanden sind. Stattdessen haben wir eine betriebliche Krankenzusatzversicherung eingeführt, die jedem Mitarbeitenden bis zu 1.200 € jährlich an medizinischen Leistungen ermöglicht. Das ist eine bewusste Entscheidung für einen konkreten, spürbaren Mehrwert im Alltag.

Arbeitsatmosphäre:
Niemand wird bei EHBS entlassen, weil er Fehler anspricht. Ganz im Gegenteil: Wir wollen Menschen, die aktiv mitdenken und Probleme benennen - mit Lösungsvorschlag. Was zu Konsequenzen führt, ist das wiederholte Nichteinhalten von Prozessen und Checklisten, die gemeinsam erarbeitet wurden. Wer Prozesse einführt, erwartet auch, dass sie eingehalten werden. Wer das als Einschränkung erlebt, hat ein anderes Verständnis von Eigenverantwortung als wir.

13 Mitarbeitende in fünf Monaten:
Diese Zahl stimmt in etwa, nur der Kontext fehlt. Darunter waren Werkstudenten, die ihr Studium beendet haben, und Mitarbeitende, die selbst gekündigt haben. Gekündigt haben wir nur in wenigen Fällen und auch nur dort, wo es absolut notwendig war. Was wir dazu sagen können: Wir haben reflektiert. Das Ergebnis dieser Phase ist ein Team, das die Richtung versteht, mitträgt und mitgestaltet. Das ist kein Schaden - Das ist das Ziel.

Kommunikation und Mitgestaltung:
Einseitige Kommunikation ist das Gegenteil von dem, was wir praktizieren. Wir führen regelmäßige „Mach-mich-besser"-Meetings durch, in denen Mitarbeitende aktiv Verbesserungen einbringen. Mit unserem „Week of Work"-Format haben wir zwei feste Strukturen geschaffen, in denen das Team mitbestimmt und mitgestaltet. Wer das als einseitig erlebt hat, war möglicherweise nicht bereit, diesen Rahmen aktiv zu nutzen.

Vorgesetztenverhalten und Eigenverantwortung:
Wir schränken Eigenverantwortung nicht ein, wir fordern sie. Jeder Mitarbeitende soll im Rahmen seiner Projekte eigenständig entscheiden, direkt mit Kunden arbeiten und wirtschaftlich mitdenken. Unser Anspruch ist der Mitunternehmer, nicht der Aufgabenabarbeiter. Prozesse sind dabei kein Widerspruch zur Eigenverantwortung, sie sind der Rahmen, innerhalb dessen eigenverantwortlich gehandelt werden kann.

Interessante Aufgaben:
Die Wirtschaftslage verändert Volumen, nicht Qualität. Wir betreuen weiterhin Kunden aus allen relevanten Branchen: Von Kliniken und Behörden über die chemische Industrie und Technologieunternehmen bis hin zu Freizeitparks wie dem Europapark. Keine Branche ist weggefallen. Die Aufgaben sind nach wie vor anspruchsvoll und abwechslungsreich.

Gehalt:
Bei uns gibt es kein Geld für Betriebszugehörigkeit allein. Wer mehr verdienen möchte, muss mehr Leistung zeigen nicht länger dabei sein. Das ist kein Versagen des Gehaltsgefüges, sondern Konsequenz einer leistungsorientierten Vergütungslogik. Wir sind schließlich kein öffentlicher Dienst.

Umwelt- und Sozialbewusstsein sowie Karriere und Weiterbildung ohne Kommentar bewertet: Dazu haben wir an anderer Stelle auf diesem Profil ausführlich Stellung genommen. Wer sich ein vollständiges Bild machen möchte, findet dort konkrete Zahlen und Fakten.

EHBS ist nicht für jeden der richtige Arbeitgeber. Wer mitdenkt, Verantwortung übernimmt und Leistung als Grundlage für Entwicklung versteht, findet bei uns ein ehrliches, forderndes und förderndes Umfeld. Wer das nicht sucht, findet woanders einen besser passenden Platz.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.