Nicht empfehlenswerter Arbeitgeber. Außendarstellung hatte für mich klar höhere Priorität als die Mitarbeiter.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Zusammenhalt im Team. Das habe ich als eine der wenigen positiven Seiten empfunden. Allerdings eher aus der Belegschaft heraus als durch die Geschäftsleitung gefördert.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich hatte den Eindruck, dass Änderungsvorschläge kaum ernst genommen wurden. Teilweise wurde sogar im Beisein anderer Kollegen darüber gelacht. Auch wirkte es auf mich so, als wolle die Geschäftsleitung operative Verantwortung oft an die Angestellten oder den Meister im Büro weitergeben. Der neue, frisch ausgebildete Meister erschien mir zu meiner Zeit überlastet und arbeitete unter starkem Druck.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht sollte die Kommunikation auf Augenhöhe häufiger stattfinden, nicht nur einmal im Jahr im Mitarbeitergespräch. Auszubildende sind für mich genauso wertvoll im Betrieb wie alle anderen. Auch bei der Anrede-Regelung für Azubis habe ich Widersprüche erlebt: Zunächst wurde neuen Azubis das „Du“ angeboten, nach einigen Monaten mussten drei von fünf Azubis dann plötzlich die Chefetage wieder siezen, während zwei andere beim „Du“ bleiben durften. Für mich wirkte das inkonsequent und ohne nachvollziehbare Gründe.
Arbeitsatmosphäre
Ich empfand die angeblich flachen Hierarchien eher als Fassade. Auf mich wirkte die Geschäftsleitung uneinsichtig, Verbesserungsvorschläge oder Kritik wurden kaum zugelassen. Es entstand für mich der Eindruck einer „Chef hat immer recht“-Mentalität.
Image
Mein Eindruck war, dass die Außendarstellung nach außen wichtiger war als die tatsächlichen Arbeitsbedingungen. In Social-Media-Beiträgen wurde meiner Wahrnehmung nach ein Bild vermittelt, das nicht meiner Realität entsprach. Auch Kununu-Bewertungen, die meiner Ansicht nach nicht authentisch wirkten, sind mittlerweile wieder verschwunden. Ob dies durch Kununu selbst oder durch die Geschäftsführung veranlasst wurde, ist für mich unklar.
Bei Google-Bewertungen hatte ich persönlich den Eindruck, dass kritische Bewertungen nicht lange sichtbar blieben und möglicherweise beanstandet wurden. In der Kollegschaft wurden Google Bewertungen stets beobachtet und ernst genommen. Einige kritische Google Bewertungen haben wir unter den Kollegen durch Screenshots geteilt um darüber zu Sprechen. Diese Bewertungen waren nach einer weile nicht mehr Online.
Work-Life-Balance
Urlaubsanträge wurden manchmal abgelehnt. Zudem gab es zunehmend neue strengere Regeln und Fristen bei der Beantragung. Überstunden kamen vor, aus meiner Sicht aber im branchenüblichen Rahmen.
Karriere/Weiterbildung
Die Ausbildung der Azubis empfand ich als nicht ausreichend vielfältig. Oft wurden wiederholt ähnliche Aufgaben ohne Eigenverantwortung vergeben, sodass die Lernkurve in meinen Augen eingeschränkt war.
Gehalt/Benefits
Ich empfand die Bezahlung als unausgewogen. Die Regelung zum Bereitschaftsdienst fand ich unglücklich, da nur tatsächliche Einsätze vergütet wurden. Außerdem habe ich die Erwartung wahrgenommen, bereits um 7:15 Uhr anwesend zu sein, obwohl die Arbeitszeit laut Vertrag erst um 7:30 Uhr begann. Wenn man erst um 7:30 Uhr erschien, wurde das negativ angesprochen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Weder positiv noch negativ hervorzuheben.
Kollegenzusammenhalt
Den Zusammenhalt im Team habe ich positiv erlebt. Für viele schien das einer der wenigen Gründe zu sein, zu bleiben. Ich habe auch wahrgenommen, dass die Wechselbereitschaft im Team eher hoch war.
Vorgesetztenverhalten
Meine Erfahrung war, dass Vorschläge von Mitarbeitenden selten berücksichtigt wurden. Oft hatte ich den Eindruck, dass die Devise galt: „Chef oder Meister entscheidet, die anderen führen aus“. Ich habe es so erlebt, dass bei Problemen in der Planung am Ende oft die Ausführenden die Verantwortung tragen mussten, auch wenn die Ursachen woanders lagen. Das war für mich einer der Gründe, das Unternehmen zu verlassen.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung mit Werkzeug, Maschinen und Fahrzeugen habe ich als modern und in gutem Zustand erlebt.
Kommunikation
Ich habe die Kommunikation mit der Geschäftsleitung insgesamt als schwach erlebt, was meiner Ansicht nach oft zu Problemen im Ablauf führte.
Gleichberechtigung
In Bezug auf Aufstiegschancen konnte ich keine Perspektiven erkennen. Für mich wirkte die Bezahlung im Team nicht immer nachvollziehbar. Ich hatte den Eindruck, dass Unterschiede zwischen neuen und langjährigen Kollegen bestanden, die bei gleicher Tätigkeit als ungerecht empfunden werden konnten. Bei den Azubis empfand ich die unterschiedliche Handhabung von „Du“ und „Sie“ als widersprüchlich.
Interessante Aufgaben
Ich hatte das Gefühl, dass die Tätigkeiten oft gleich blieben. Aus meiner Sicht lernen die Auszubildenden dadurch nicht ausreichend vielfältig.