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Bewertung

TopCompany2027

Jeder ist ersetzbar und genau so fühlt es sich an

2,1
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Vertrieb / Verkauf bei Medical Hair Company GmbH in Berlin gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Trotz meiner insgesamt kritischen Sicht auf das Unternehmen gab es auch positive Aspekte. Die Gehaltszahlungen erfolgten stets pünktlich und zuverlässig.

Außerdem habe ich viele Kollegen als hilfsbereit, engagiert und kollegial erlebt. Der Zusammenhalt innerhalb der Teams war häufig deutlich stärker ausgeprägt als die Unterstützung durch die Führungsebene. Gerade der Austausch mit den Kollegen hat den Arbeitsalltag für mich oft angenehmer gemacht.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Schlecht am Arbeitgeber finde ich die ausgeprägte Druckkultur, den aus meiner Sicht wenig wertschätzenden Führungsstil und den starken Fokus auf Kennzahlen zulasten der Mitarbeiterentwicklung.

Hinzu kommen geringe Sozialleistungen, nur der gesetzliche Mindesturlaub sowie Arbeitsbedingungen, die teilweise nicht dem Anspruch entsprechen, den das Unternehmen selbst an sich stellt.

Am meisten hat mich jedoch die Diskrepanz zwischen dem hohen Leistungsanspruch und der vergleichsweise geringen Investition in die Entwicklung, Förderung und langfristige Bindung der Mitarbeiter gewundert.

Verbesserungsvorschläge

Verbesserungsvorschläge gibt es aus meiner Sicht einige:

* Mehr Fokus auf Mitarbeiterentwicklung statt auf Druck und Kontrolle.
* Führungskräfte stärker in Coaching, Feedback und Mitarbeiterführung schulen.
* Realistischere Ziele insbesondere für neue Mitarbeiter.
* Moderne technische Ausstattung und ergonomischere Arbeitsplätze.
* Bessere Kommunikation und mehr Wertschätzung im Arbeitsalltag.
* Offenerer Umgang mit Belastungen, statt Probleme nur hinter vorgehaltener Hand zu besprechen.
* Mehr Investitionen in Sozialleistungen und Mitarbeiterbindung.

Abschließend möchte ich betonen, dass diese Kritik nicht persönlich gemeint ist. Dieser Satz wurde im Unternehmen häufig verwendet und scheint daher Teil der Unternehmenskultur zu sein. Die Bewertung spiegelt lediglich meine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke während meiner Beschäftigungszeit wider.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre habe ich insgesamt als belastend empfunden. Motivation und gute Stimmung wurden häufig schon zu Beginn des Arbeitstages durch einen sehr negativen Führungsstil beeinträchtigt. Regelmäßige Aussagen darüber, dass jeder Mitarbeiter ersetzbar sei, sorgten eher für Unsicherheit als für Motivation.

Image

Nach außen präsentiert sich das Unternehmen sehr selbstbewusst und vermittelt den Anspruch, zur Spitze der Branche zu gehören. Intern habe ich jedoch häufig eine andere Realität wahrgenommen.

Viele Mitarbeiter wirkten dauerhaft stark belastet. Gespräche über Stress, Druck oder Unzufriedenheit fanden meist nur unter Kollegen und eher hinter vorgehaltener Hand statt. Offen darüber zu sprechen schien für viele keine attraktive Option zu sein.

Zwischen dem sehr ambitionierten Selbstbild des Unternehmens und den tatsächlichen Arbeitsbedingungen habe ich daher teilweise eine spürbare Diskrepanz wahrgenommen. Der Anspruch, in der „Champions League“ zu spielen, war häufig präsent. Gleichzeitig fehlten aus meiner Sicht an mehreren Stellen die Rahmenbedingungen, die notwendig wären, um Mitarbeiter nachhaltig auf diesem Niveau arbeiten zu lassen.

Work-Life-Balance

Es gibt offiziell feste Arbeitszeiten aber wie heißt es so schön: Überstunden sind gern gesehen (und sind mit dem Gehalt abgegolten)

Gehalt/Benefits

Die Gehaltsstruktur fällt je nach Bereich sehr unterschiedlich aus. Im Vertrieb bestehen grundsätzlich gute Verdienstmöglichkeiten durch Provisionen. Besonders erfolgreiche Verkäufer können ein überdurchschnittliches Einkommen erzielen. Der durchschnittliche Verdienst liegt jedoch deutlich unter den Spitzenwerten einzelner Top-Performer.

Außerhalb des Vertriebs wirkte die Vergütung nach meiner Wahrnehmung deutlich weniger attraktiv. Zusätzliche Sozialleistungen waren insgesamt nur begrenzt vorhanden.

Es gab weder Weihnachts- noch Urlaubsgeld. Mit 20 Urlaubstagen wurde zudem lediglich der gesetzliche Mindestanspruch gewährt. Weitere Benefits oder besondere Zusatzleistungen waren nach meiner Erfahrung kaum vorhanden. Positiv hervorzuheben ist der vorhandene Fitnessraum für Mitarbeiter.

Insgesamt können die Verdienstmöglichkeiten für erfolgreiche Vertriebsmitarbeiter interessant sein. Das Gesamtpaket aus Gehalt, Urlaub und Sozialleistungen empfand ich jedoch im Vergleich zu vielen anderen Arbeitgebern als eher unterdurchschnittlich.

Kollegenzusammenhalt

Leid scheint zu verbinden

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit älteren Kollegen war nach meiner Wahrnehmung insgesamt unproblematisch. Wie in vielen Teams gab es gelegentlich scherzhafte Kommentare zum Alter, diese bewegten sich jedoch im üblichen Rahmen und wurden von mir nicht als diskriminierend wahrgenommen.

Eine systematische Benachteiligung oder schlechtere Behandlung älterer Mitarbeiter habe ich während meiner Zeit im Unternehmen nicht beobachtet.

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten der direkten Führungskraft habe ich als sehr kontrollierend und wenig vertrauensvoll empfunden. Selbst Kleinigkeiten im Arbeitsalltag wurden teilweise kommentiert oder kritisiert, wodurch das Gefühl entstand, ständig beobachtet zu werden.

Besonders demotivierend waren regelmäßige Aussagen darüber, dass jeder Mitarbeiter ersetzbar sei. Solche Botschaften fördern aus meiner Sicht weder Loyalität noch Leistungsbereitschaft, sondern schaffen Unsicherheit und Distanz.

Statt Mitarbeiter zu entwickeln und zu fördern, lag der Fokus häufig auf Kontrolle, Kennzahlen und kurzfristigen Ergebnissen. Konstruktives Coaching, individuelle Förderung oder eine strukturierte Einarbeitung kamen dabei aus meiner Sicht deutlich zu kurz.

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wünsche ich mir von Führungskräften, dass sie Zuversicht vermitteln, Orientierung geben und als positives Vorbild vorangehen. Dies habe ich in meiner Zeit im Unternehmen leider äußerst selten erlebt.

Positiv hervorheben möchte ich, dass einige Teamkollegen sich gegenseitig unterstützt haben und der kollegiale Austausch häufig hilfreicher war als die offizielle Führung.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt gemischt. Positiv hervorzuheben sind die gute Verkehrsanbindung, vorhandene Parkplätze, eine Dachterrasse, Pausenräume sowie ein Sportraum für Mitarbeiter.

Verbesserungspotenzial gab es aus meiner Sicht bei der technischen und ergonomischen Ausstattung. Die Laptops wirkten teilweise überfordert, sobald mehrere Programme oder Browser-Tabs gleichzeitig genutzt wurden. Die Arbeitsplätze waren funktional, boten jedoch wenig ergonomische Extras wie höhenverstellbare Schreibtische.

Das Großraumbüro war häufig laut, was konzentriertes Arbeiten erschweren konnte. Rückzugsmöglichkeiten für ruhiges Arbeiten waren nach meiner Wahrnehmung kaum vorhanden. Zwar gab es Gebetsräume, jedoch keine vergleichbaren Ruheräume für Mitarbeiter, die zeitweise eine reizärmere Arbeitsumgebung benötigen.

Auch der Zustand einzelner Bereiche des Gebäudes wirkte nicht immer optimal. Die Klimaanlage war zeitweise defekt, aus den Sanitärbereichen waren häufiger unangenehme Gerüche wahrnehmbar und in den Badezimmern gab es sichtbare Schimmelstellen an den Decken.

Insgesamt waren die Arbeitsbedingungen ausreichend, entsprachen für mich jedoch nicht durchgehend dem Standard

Kommunikation

Fehler wurden oft mit Angst vor möglichen Konsequenzen verbunden, was dazu führte, dass viele Kollegen möglichst unauffällig arbeiten wollten, anstatt sich weiterzuentwickeln oder neue Ideen einzubringen. Lob und Anerkennung waren selten, während Kritik einen großen Teil der Kommunikation ausmachte.

Besonders problematisch empfand ich den Umgang mit Krankheit. Die Botschaft, dass die Zahlen unabhängig von persönlichen Umständen stimmen müssten, führte aus meiner Sicht dazu, dass Mitarbeiter teilweise krank zur Arbeit erschienen. Das hatte nicht nur Auswirkungen auf die Betroffenen selbst, sondern auch auf das gesamte Team.

Innerhalb von WhatsApp-Gruppen kam es zudem vor, dass einzelne Mitarbeiter öffentlich kritisiert oder bloßgestellt wurden. Konstruktives Feedback unter Kollegen funktionierte dagegen häufig besser als das offizielle Feedback durch Führungskräfte.

Gleichberechtigung

Eine offensichtliche Benachteiligung aufgrund von Geschlecht, Alter oder Herkunft habe ich persönlich nicht wahrgenommen. Es gab sowohl männliche als auch weibliche Führungskräfte im Unternehmen.

Allerdings hatte ich nicht den Eindruck, dass das Thema Gleichberechtigung oder ein respektvolles Miteinander aktiv gefördert wurde. Teilweise wurde im Büro laut Deutschrap abgespielt, dessen Inhalte von einigen Kolleginnen als unangenehm empfunden wurden. Nach meinem Eindruck wurde auf solche Rückmeldungen nicht immer ausreichend Rücksicht genommen.

Insgesamt würde ich das Thema Gleichberechtigung daher als durchschnittlich bewerten: Es gab keine offensichtliche Diskriminierung, aber auch wenig sichtbare Bemühungen, ein besonders sensibles und inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben sind insgesamt eher monoton und wiederholen sich stark. Der Arbeitsalltag besteht überwiegend aus ähnlichen Telefonaten nach vorgegebenen Strukturen und Prozessen. Kreativität, Eigenverantwortung oder die Möglichkeit, eigene Lösungsansätze einzubringen, sind nur sehr begrenzt vorhanden.

Wer gerne nach klaren Vorgaben arbeitet und Routine schätzt, kann sich hier wohlfühlen. Für mich persönlich waren die Aufgaben auf Dauer jedoch zu eintönig und boten wenig fachliche oder persönliche Abwechslung.


Karriere/Weiterbildung

Umwelt-/Sozialbewusstsein

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.