Erhebliche Defizite in Führung und Unternehmenskultur
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Nach gut zwei Jahren Unternehmenszugehörigkeit habe ich die Art und Weise meiner Trennung als sehr enttäuschend empfunden. Trotz meines Engagements erhielt ich von einem Tag auf den anderen eine Kündigung, ohne dass mir die Gründe nachvollziehbar erläutert wurden.
Besonders enttäuschend war für mich der Umgang nach der Kündigung. Von der Unternehmensführung gab es weder ein persönliches Gespräch noch eine Verabschiedung oder Anerkennung meiner geleisteten Arbeit. Dadurch hatte ich den Eindruck, dass Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden nur begrenzt vorhanden ist.
Zeitlich stand die Kündigung in engem Zusammenhang mit einem zuvor geführten Gespräch, in dem es um die Verbesserung der Zusammenarbeit ging. Für mich entstand der Eindruck, dass kritisches Feedback nicht willkommen war und nicht als Chance zur Weiterentwicklung betrachtet wurde.
Zudem habe ich wahrgenommen, dass ich mit dieser Erfahrung nicht allein bin. Insgesamt hat dies mein Vertrauen in die Führungs- und Unternehmenskultur nachhaltig beeinträchtigt.
Aus diesen Gründen kann ich den Arbeitgeber leider nicht weiterempfehlen.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe im Home Office gearbeitet. Austausch wurde häufig lediglich über Chat abgehalten. Das Miteinander war oft rau.
Work-Life-Balance
Auch die vereinbarkeit von Beruf und Familie war nur bedingt möglich. Blocker im Kalender wurden einfach übergangen. Termine wurden rücksichtslos eingestellt und die Teilnahme dann erwartet
Kollegenzusammenhalt
Kollegialer Zusammenhalt schien erst sehr groß. Bei Problemen und Herausforderungen war davon aber nichts mehr übrig.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Unternehmenskultur wurde von einem sehr jungen Mitarbeiterumfeld geprägt. Dadurch hatte ich häufig den Eindruck, dass die Herausforderungen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht ausreichend verstanden oder berücksichtigt wurden.
Insbesondere fehlte aus meiner Sicht das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Mitarbeitenden mit familiären Verpflichtungen. Bereits kommunizierte Terminblocker oder private Verpflichtungen wurden teilweise übergangen oder bei der Planung von Terminen nicht angemessen berücksichtigt.
Obwohl die Bedeutung einer ausgewogenen Work-Life-Balance und familienfreundlicher Arbeitsbedingungen grundsätzlich betont wurde, habe ich die praktische Umsetzung häufig anders erlebt. Dies führte bei mir zu dem Eindruck, dass Rücksichtnahme auf familiäre Belange eher kommuniziert als tatsächlich gelebt wurde.
Vorgesetztenverhalten
Ich war mit dem teils destruktiven Verhalten meiner Führungskraft nicht einverstanden und habe ein Konfliktgespräch mit der Unterstützung durch Personal gesucht und einen Monat später die Kündigung erhalten. Ich kann diesen Arbeitgeber nicht empfehlen.
Kommunikation
Führungskräfte sind extrem schlecht in der Kommunikation. Probleme und Herausforderungen werden nicht direkt adressiert. Über Kollegen wird hinter dem Rücken schlecht geredet. Feedback war teils destruktiv.
Gleichberechtigung
Ich habe die Unternehmensführung als sehr einseitig wahrgenommen, da Management und Führungsebene ausschließlich mit Männern besetzt sind. Dadurch fehlten aus meiner Sicht vielfältige Perspektiven und eine ausgewogenere Repräsentation unterschiedlicher Erfahrungen und Führungsansätze.
Zudem hatte ich den Eindruck, dass Eigenschaften und Verhaltensweisen, die häufig mit einem kooperativen, empathischen oder beziehungsorientierten Führungsstil verbunden werden, im Unternehmen weniger Anerkennung und Wertschätzung erfahren. Dies führte bei mir zu dem Gefühl, mit meiner Sichtweise und meinen Stärken nicht ausreichend vertreten oder wahrgenommen zu werden.
Insgesamt hätte ich mir eine diversere Führungskultur gewünscht, in der unterschiedliche Perspektiven, Kommunikationsstile und Kompetenzen gleichermaßen gefördert und geschätzt werden.