Nicht alles, was glänzt, ist Gold.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Immer pünktliche Bezahlung und relativ viele Parkplätze!
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen als modern, wertschätzend und mitarbeiterorientiert. Im Arbeitsalltag entsteht jedoch ein deutlich anderes Bild. Der Eindruck drängt sich auf, dass die Außendarstellung wichtiger ist als die tatsächliche Unternehmenskultur. Vieles wirkt eher wie eine sorgfältig gepflegte Fassade als wie gelebte Realität.
Die Führungskultur empfand ich als stark hierarchisch und in Teilen patriarchisch geprägt. Entscheidungen werden überwiegend von oben getroffen und selten hinterfragt. Abweichende Meinungen oder konstruktive Kritik scheinen nur so lange willkommen zu sein, wie sie das bestehende Bild nicht infrage stellen. Wer andere Perspektiven einbringt, hat schnell das Gefühl, dass Diskussionen beendet werden sollen, bevor sie überhaupt entstehen können. Offenheit wird kommuniziert – echte Diskussionskultur habe ich hingegen kaum erlebt.
Besonders enttäuschend war für mich der Umgang mit Mitarbeitenden. Das Interesse an den Menschen hinter der Arbeitsleistung wirkte häufig situationsabhängig. Solange ein unmittelbarer Nutzen erkennbar war, wurden Gespräche gesucht. Darüber hinaus entstand jedoch oft der Eindruck, dass individuelle Anliegen, Entwicklung oder ehrliches Feedback nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Auch der Blick für Details und die tatsächlichen Ursachen von Problemen fehlte aus meiner Sicht häufig. Statt sich mit den Hintergründen auseinanderzusetzen, wurden Symptome verwaltet oder unbequeme Themen lieber nicht weiterverfolgt. Dadurch bleiben Potenziale ungenutzt und dieselben Probleme kehren immer wieder zurück.
Ebenfalls hatte ich den Eindruck, dass Mitbestimmung nicht als Bereicherung verstanden wird. Strukturen, die Mitarbeitenden eine stärkere unabhängige Interessenvertretung ermöglichen könnten, wirkten eher unerwünscht als gefördert. Das passte für mich zu einer insgesamt sehr hierarchischen Führungskultur, in der Kontrolle einen höheren Stellenwert einzunehmen scheint als Vertrauen und Beteiligung.
Mein Fazit: Wer ein Unternehmen sucht, das seine nach außen kommunizierter Werter auch konsequent lebt, sollte genau hinschauen und sich möglichst verschiedene Eindrücke einholen. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit habe ich leider eine deutlich größere Lücke erlebt, als ich erwartet hätte.
Verbesserungsvorschläge
Die Kritik und Anmerkungen beherzigen und sich öffnen. Zum Beispiel Home-Office fest einführen/erlauben und einen Betriebsrat einführen und sich der Interessenvertretung der Arbeitnehmer trauen zu stellen und sich messen zu lassen.
Arbeitsatmosphäre
Abteilungsbedingt ganz gut
Kommunikation
"Flurfunk" funktioniert ganz gut, ansonsten dürftig.
Kollegenzusammenhalt
Kommt auf den Bereich an. Am Ende ist jedem sein Hemd ihm/ihr am nächsten und das wird deutlich in diversen Situationen.
Work-Life-Balance
Felxieble Arbeitszeiten
Vorgesetztenverhalten
Abteilungsbedingt sehr unterschiedlich. Viele sind fachlicht gut, jedoch kaum gute Führungskräfte. Einige haben resigniert und machen quasi "Dienst nach Vorschrift" und manche haben untereinander eher ein "Inselverhalten / Inseldenken" und schauen nur nach sich und ihren Bereich. Es gibt ein paar wenige, welche ich als wirklich tolle Führungskräfte bezeichnen wollen würde. Ein Paar mehr "gute" würden dem Unternehmen sicherlich nicht schaden.
Interessante Aufgaben
Die sind definitiv vorhanden - da besteht kein Mangel.
Gleichberechtigung
Ist kaum vorhanden. Es gibt kein Betriebsrat und es wird auch vehement versucht einen Betriebsrat zu vermeiden und versuchte Anläufe sind bislang alle gescheitert.
Umgang mit älteren Kollegen
Üblicherweise ist man hilfsbereit und offen.
Arbeitsbedingungen
Vorteil: Es sind sehr gute, moderne Arbeitsplätze vorhanden. Ein ganz großer Nachteil ist, dass man u.u. (ca. 80-90%) in einem Großraumbüro sitzt und es sehr laut ist. Konzentriert zu arbeiten ist nur bedingt möglich, und man muss das Laute schon mögen und abhaben können.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Sehr gut. E-Ladestationen, sowie außreichende PV. E-Dienstwagen.
Gehalt/Benefits
Wer "laut und penetrant" ist, fährt auf Sicht besser. Wer wartet dass die Leistung honoriert wird, muss lange warten. Viele gehen nach der Ausbildung bzw. nach kürzester Zeit anschließend, da es kaum Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden.
Image
Ist nach außen sehr gut!
Karriere/Weiterbildung
Sind faktisch kaum vorhanden und wenn, dann nur wenn man mit seiner Führungskraft gut kann. Nach Leistung und Potenzial wird gefühlt nicht immer als erstes geschaut.
