Arbeitsverhältnisse "wie aufm Bau" | Version 2
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitskollegen und Kolleginnen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Chef 1
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen müsste man komplett umkrempeln, damit man dort einen guten Job mit guten Zukunftsaussichten hat.
Am besten müsste man bei der Geschäftsführung anfangen. Bessere Kommunikation, mehr Vertrauen zu seinen eigenen Mitarbeitern und eine innovativere/modernere Denkweise wären schonmal ein erster guter Schritt.
Update: Nach der bereits dritten Löschung dieser Bewertung möchte ich den Punkt "Kritikfähigkeit" noch ergänzen ;)
Arbeitsatmosphäre
Positiv:
Die Kollegen waren zu Meiner Zeit ein echter Segen. Sie haben das Arbeiten dort erträglich gemacht.
Negativ:
Anfangs wird den neuen Mitarbeitenden suggeriert, dass das Unternehmen ja ein Traum-Unternehmen sei und, dass kein anderes Unternehmen in der Branche so gut ist wie EnBITCon. Mit der Zeit merkt man aber, worauf man sich wirklich eingelassen hat.
Das Unternehmen wird von zwei Geschäftsführern geleitet, Chef 1 und Chef 2. Ich persönlich empfand das Arbeiten unter Chef 1 als äußerst herausfordernd. Meiner Wahrnehmung nach legt er großen Wert auf Kontrolle, was bei mir und einigen Kollegen zu Anspannung führte. Für mich wurde das Arbeiten dadurch sehr belastend. Wenn Chef 1 das Büro betrat, hatte ich oft den Eindruck, dass sich die Stimmung veränderte und die Motivation sank. Meinungsverschiedenheiten wurden meiner Erfahrung nach eher kritisch gesehen, sodass ich das Gefühl hatte, meine Meinung nur dann frei äußern zu können, wenn sie der von Chef 1 entsprach.
Kommunikation
Chef 2 ist meiner Meinung nach derjenige, der das Unternehmen überhaupt noch am Leben hält. Nach meinem Eindruck, hatte dieser leider meistens nicht das letzte Wort bei wichtigen Entscheidungen gehabt (oder traut sich nicht, Chef 1 die Stirn zu bieten).
Kollegenzusammenhalt
Wo ich dort noch angestellt war, waren die Kollegen wie bereits erwähnt ein echter Segen und ich habe mich täglich gefreut, diese wiederzusehen.
Wie es aber heute aussieht, kann ich nicht bewerten, da, wie ich mitbekommen habe, die Mehrheit der ehemaligen Mitarbeitenden gegangen sind oder gegangen wurden.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance war durchschnittlich gut. Durch die Gleitzeit konnte man selber entscheiden, wann man kommt und geht, solange man in den Kernarbeitszeiten noch anwesend ist. Home-Office ist nach meinen dort ein absolutes Tabu, was laut meinen Erfahrungen damit begründet wurde, dass die Kontrolle und Überwachung der Mitarbeitenden schwieriger sei. Die Chefs selber machen natürlich trotzdem ab und zu Home-Office.
Für so ein "modernes IT-Unternehmen" finde ich das mehr als veraltet, dass dort kein Home-Office Modell angeboten wird, obwohl die benötigten Ressourcen dafür vorhanden wären.
Vorgesetztenverhalten
Der wohl größte Kritikpunkt... Um es direkt auszudrücken: Chef 1 und Chef 2 sind meiner Meinung nach nicht für die Position als Geschäftsführer geeignet, Chef 1 ganz besonders. Man hatte den Eindruck, dass Chef 1 ein veraltetes Weltbild hat und seinen Mitarbeitenden wenig Vertrauen entgegenbringt. Auch kleine Fehler führten oft zu unangemessenen Reaktionen, was bei mir und anderen, durch seinen zwanghaften Kontrollwahn, zu einem Verlust an Motivation führte. Um nur ein paar Punkte der endlos langen Liste von negativen Eigenschaften zu nennen.
Chef 2 hat nach meiner Erfahrung eher eine "ist mir egal" Haltung, wodurch die meisten Entscheidungen LEIDER Chef 1 trifft, obwohl Chef 2 eigentlich auch anders könnte, wenn er mal seine Meinung durchsetzen würde. Das würde dem Unternehmen auf jeden Fall gut tun.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren, was mich betrifft, recht bunt und interessant, wobei wenig Neues dazu kam. Ganz im Sinne von "never change a running system" und genereller Angst vor Veränderung.
Gleichberechtigung
Durch die flache Unternehmenshierarchie hatte ich zunächst das Gefühl, dass auch Mitarbeitende ein Mitspracherecht haben. Allerdings stellte sich für mich heraus, dass dies nur der Fall war, solange man derselben Meinung wie Chef 1 war.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich habe erlebt, dass ehemalige Kollegen teilweise in einem negativen Licht gesehen wurden, insbesondere wenn ihr Handeln nicht mit den Vorstellungen der Unternehmensführung übereinstimmte. Ältere Mitarbeitende waren eher selten vertreten. Nach meiner Wahrnehmung verließen viele von ihnen das Unternehmen nach 2 bis 5 Jahren, oft nachdem es Meinungsverschiedenheiten über neue Ideen oder Veränderungsvorschläge mit Chef 1 gab.
Arbeitsbedingungen
Das Büro liegt leider recht ungünstig an einer gut befahrenen Straße mit Schienennetz, wodurch es oftmals sehr laut wird. Mir fiel auf, dass nur wenige moderne Tools zur Verfügung standen, um die Aufgaben effizient und qualitativ zu bearbeiten. Abgesehen von den bereits vorhandenen, grundlegenden Tools gab es aus meiner Sicht wenig Weiterentwicklung in diesem Bereich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ist dort ein Fremdwort
Gehalt/Benefits
Gehalt war ok, aber auch nur, nachdem Druck gemacht wurde für eine Gehaltserhöhung. Es gab zwar einige Benefits, doch fiel mir auf, dass für jede Leistung stets eine Gegenleistung erwartet wurde. Es wurde impliziert, dass man sich noch mehr anstrengen sollte, was den Eindruck erweckte, man habe sich zuvor nicht ausreichend Mühe gegeben. Diese Haltung wurde häufig betont, was die Motivation, die angebotenen Benefits in Anspruch zu nehmen, stark beeinträchtigte. Selbst das Ablehnen dieser Benefits wurde negativ wahrgenommen.
Image
Die Firma wurde von vielen als unprofessionell wahrgenommen.
Karriere/Weiterbildung
Sowohl Wachstum, als auch Weiterbildungen waren für mich unvorstellbar. Neue Mitarbeiter haben schnell das Weite gesucht oder wurden gekündigt, wodurch sich der Mitarbeiterstamm nie wirklich geändert hat.
Es wurden überwiegend Azubis eingestellt, da diese für weniger Geld die gleiche Arbeit wie eine Vollzeitkraft verrichten können, und nach meinen Erfahrungen der Geschäftsführung wenig Gegenwind geboten haben, wodurch diese leider leichter beeinflussbar waren.