Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr spannende und abwechslungsreiche Aufgaben mit Einblicken in viele Unternehmensbereiche. Die Möglichkeit, direkt mit der Chefetage zusammenzuarbeiten und dadurch schnell Verantwortung zu übernehmen. Projekte konnten häufig schnell umgesetzt werden, da Budget bei vielen Vorhaben eine untergeordnete Rolle spielte. Überdurchschnittliche Vergütung mit regelmäßigen Gehaltsanpassungen. Es gab einige wirklich tolle, hilfsbereite und engagierte Kollegen, ohne die die Zeit deutlich schwieriger gewesen wäre. Durch die Vielzahl an Aufgaben konnte man in kurzer Zeit sehr viel lernen.Sehr spannende und abwechslungsreiche Aufgaben mit Einblicken in viele Unternehmensbereiche. Die Möglichkeit, direkt mit der Chefetage zusammenzuarbeiten und dadurch schnell Verantwortung zu übernehmen. Projekte konnten häufig schnell umgesetzt werden, da Budget bei vielen Vorhaben eine untergeordnete Rolle spielte. Überdurchschnittliche Vergütung mit regelmäßigen Gehaltsanpassungen. Es gab einige wirklich tolle, hilfsbereite und engagierte Kollegen, ohne die die Zeit deutlich schwieriger gewesen wäre.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Chronische Unterbesetzung und dauerhaft hohe Arbeitsbelastung.
Überstunden und ständige Erreichbarkeit wurden häufig als selbstverständlich angesehen.
- Fehlende Strukturen, kurzfristige Änderungen und mangelnde Priorisierung.
- Persönliche Beziehungen hatten nach meinem Eindruck teilweise einen größeren Einfluss als Leistung oder fachliche Kompetenz.
- Wenig Transparenz bei Gehalts-, Karriere- und Personalentscheidungen.
- Eine teilweise schwierige Team- und Führungskultur mit wenig Vertrauen und viel Konkurrenzdenken.
- Zugesagte Benefits wie Homeoffice und flexible Arbeitszeiten wurden im Laufe der Zeit zunehmend eingeschränkt.
Hinweise auf Überlastung führten nur selten zu nachhaltigen Veränderungen.
- Weiterbildung und persönliche Entwicklung wurden aus meiner Sicht nicht ausreichend gefördert.
- Nachhaltigkeit und Digitalisierung hatten nach meinem Eindruck keinen besonders hohen Stellenwert.
Verbesserungsvorschläge
- Realistische Personalplanung und konsequente Nachbesetzung offener Stellen, um dauerhafte Überlastung zu vermeiden.
- Überstunden nicht als Selbstverständlichkeit ansehen und die Gesundheit der Mitarbeiter stärker in den Fokus rücken.
- Mehr Transparenz bei Gehalts-, Karriere- und Personalentscheidungen schaffen.
- Persönliche Beziehungen sollten bei Entscheidungen eine geringere Rolle spielen als Leistung und fachliche Kompetenz.
- Klare Prozesse, Zuständigkeiten und Projektmanagement-Strukturen etablieren.
Feedback von Mitarbeitern ernst nehmen und bei Überlastung gemeinsam nach Lösungen suchen.
- Homeoffice und flexible Arbeitsmodelle wieder stärker fördern.
- Weiterbildung und persönliche Entwicklung der Mitarbeiter aktiver unterstützen.
- Eine offenere und wertschätzendere Kommunikations- und Feedbackkultur schaffen.
- Nachhaltigkeit und Digitalisierung stärker vorantreiben.
Arbeitsatmosphäre
Zu Beginn empfand ich die Arbeitsathmosphäre sehr positiv. das reine Frauenteam in der Abteilung vermittelte zunächst ein Gemeinschaftsgefühl und Frauenpower.
Leider hat sich dieser Eindruck mit der Zeit komplett verändert. Es gab zwar einige wirklich tolle, hilfsbereite und engagierte Kollegen, mit denen die Zusammenarbeit super funktioniert hat. Gleichzeitig herrschte aber auch viel Konkurrenzdenken und teilweise hatte ich das Gefühl, dass manche Kollegen eher auf den eigenen Vorteil bedacht waren als auf den Erfolg des Teams.
Über Kollegen wurde regelmäßig gesprochen, oft auch sehr negativ und teilweise sogar lautstark vor anderen Mitarbeitern. Dadurch entstand schnell ein Klima, in dem man sich gefragt hat, was wohl über einen selbst gesagt wird, sobald man den Raum verlässt. Von befreundeten Kollegen hat man die Geschichten dann erzählt bekommen.
Image
Innerhalb des Unternehmens hatte unsere Abteilung nach meinem Eindruck kein besonders gutes Image. Es wurde teilweise der Eindruck vermittelt, dass in der Abteilung hauptsächlich "Spaß" herrscht und nicht ernsthaft gearbeitet wird.
Meine Erfahrung war jedoch eine völlig andere. Aufgrund des sehr kleinen Teams und der gleichzeitig hohen Erwartungshaltung hatte ich eher das Gefühl, dass wir zu den Abteilungen mit der höchsten Arbeitsbelastung gehörten. Trotz chronischer Unterbesetzung wurde erwartet, dass dieselben Ergebnisse erzielt werden wie in deutlich größer aufgestellten Teams.
Diese Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung von außen und der tatsächlichen Arbeitsbelastung empfand ich teilweise als frustrierend.
Work-Life-Balance
Überstunden wurden als selbstverständlich angesehen. Gerade vor Events oder größeren Projekten waren sehr lange Arbeitstage eher die Regel als die Ausnahme. Teilweise haben Kollegen aufgrund der chronischen Unterbesetzung über Wochen ohne einen einzigen freien Tag gearbeitet und dabei Arbeitstage von bis zu 16 Stunden geleistet.
Wenn Überlastung angesprochen wurde oder darum gebeten wurde, Aufgaben neu zu priorisieren, wurde häufig erwartet, dass trotzdem alles erledigt wird. Auch Hinweise an HR führten nach meiner Erfahrung zu keinen spürbaren Veränderungen.
Während meiner Zeit im Unternehmen habe ich mehrere Kollegen erlebt, die psychisch an ihre Grenzen gekommen sind oder längere Auszeiten benötigt haben.
Im Bewerbungsprozess wurden mir 1–2 Homeoffice-Tage pro Woche zugesagt, was aufgrund meines langen Arbeitswegs ein wichtiger Grund für die Annahme der Stelle war. Diese Regelung wurde jedoch schrittweise eingeschränkt, bis Homeoffice schließlich garnicht mehr möglich war.
Auch die ursprünglich kommunizierte Gleitzeit wurde zunehmend eingeschränkt. Es wurde immer stärker vorgegeben, wann Mitarbeiter im Büro zu sein hatten, wodurch private Termine nicht möglich waren.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen wurden aus meiner Sicht nicht aktiv gefördert. Fachlich sinnvolle Weiterbildungswünsche mussten teilweise mehrfach angesprochen und ausführlich begründet werden, bevor sie letztendlich genehmigt wurden.
Aufstiegsmöglichkeiten habe ich insgesamt als eher eingeschränkt wahrgenommen. Karrierewege und Entwicklungsmöglichkeiten wirkten auf mich nicht besonders transparent und es gab nur wenige Möglichkeiten, sich innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt wurde zwar regelmäßig überprüft und es gab jährliche Anpassungen. Wenn man jedoch selbst aktiv eine Gehaltserhöhung angesprochen hat, hatte ich häufig das Gefühl, dass dies eher zurückhaltend aufgenommen oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurde.
Generell wirkten Gehaltsanpassungen auf mich nicht immer vollständig transparent und nachvollziehbar. Nach meinem Eindruck spielten persönliche Beziehungen teilweise eine größere Rolle als die tatsächliche Leistung.
Auch die Benefits haben im Laufe meiner Zeit im Unternehmen zunehmend abgenommen. Im Bewerbungsprozess zugesagte Vorteile wie Homeoffice wurden nach und nach immer weiter eingeschränkt und letztlich praktisch abgeschafft.
Zusätzlich wurden Zuschüsse und Vergünstigungen im Laufe der Zeit reduziert, während Preise, beispielsweise für das Essensangebot, deutlich gestiegen sind.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach meinem Eindruck spielten Nachhaltigkeitsaspekte im Arbeitsalltag keine besonders große Rolle. Beispielsweise wurden für Dienstreisen teilweise auch für kürzere Strecken Privatjets genutzt.
Auch im Arbeitsalltag wurde sehr viel Papier verbraucht. Kataloge mit mehreren hundert Seiten, große Mengen an Bildern aus Fotoshootings oder selbst kleinste Änderungen an Layouts wurden regelmäßig erneut komplett ausgedruckt. Vorschläge zur stärkeren Digitalisierung wurden nach meiner Erfahrung nur zurückhaltend aufgenommen.
Außerdem habe ich erlebt, dass nicht mehr benötigte Kleidung eher entsorgt wurde, anstatt sie zu spenden oder anderweitig nachhaltig weiterzuverwenden.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war sehr unterschiedlich und hing stark von den einzelnen Personen ab.
Es gab wirklich tolle, hilfsbereite Kollegen, die auch in stressigen Zeiten füreinander da waren, unterstützt haben und ohne die manche Situationen wahrscheinlich deutlich schwieriger gewesen wären.
Gleichzeitig gab es aber auch ein großes Maß an Vorsicht und Misstrauen innerhalb der Abteilung. Man musste teilweise sehr darauf achten, wem man welche Informationen anvertraut, da ich mehrfach den Eindruck hatte, dass private oder vertrauliche Gespräche später bei anderen Kollegen oder sogar bei Vorgesetzten landeten.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kollegen war meiner Erfahrung nach grundsätzlich gut und respektvoll. Gleichzeitig hatte ich jedoch teilweise den Eindruck, dass bestehende Arbeitsweisen und Strukturen nur ungern hinterfragt wurden.
Vor allem neue Ideen oder moderne Ansätze wurden nach meinem Empfinden nicht immer offen aufgenommen. Aus Gesprächen mit Kollegen aus anderen Abteilungen habe ich zudem mitgenommen, dass Veränderungen häufig kritisch gesehen wurden und lieber an bewährten Methoden festgehalten wurde – nach dem Motto: "Das haben wir schon immer so gemacht." Dadurch hatte ich teilweise das Gefühl, dass Innovationen und neue Marketingansätze nur langsam umgesetzt wurden und traditionelle Maßnahmen häufig bevorzugt wurden, auch wenn modernere Ansätze möglicherweise sinnvoll gewesen wären.
Vorgesetztenverhalten
Da es sich um einen familiengeführten Konzern handelt, hatte ich oft das Gefühl, dass persönliche Beziehungen und Loyalität wichtiger waren als fachliche Leistung.
Wenn man angesprochen hat, dass die Arbeitsmenge nicht mehr zu schaffen ist oder Aufgaben priorisiert werden müssten, wurde meistens erwartet, dass trotzdem alles erledigt wird. Das Thema Überlastung wurde meiner Erfahrung nach nicht wirklich ernst genommen. Teilweise wurde darüber sogar eher gescherzt, anstatt nach Lösungen zu suchen.
Generell hatte ich oft das Gefühl, dass fachliche Expertise eher zweitrangig ist und am Ende vor allem das umgesetzt wird, worauf die Führungsebene gerade Lust hat.
Auch Gehaltserhöhungen und Entwicklungsmöglichkeiten wirkten auf mich nicht immer nachvollziehbar. Häufig hatte ich den Eindruck, dass persönliche Sympathien eine größere Rolle spielten als die tatsächliche Leistung.
Ich habe mich in einigen Situationen, insbesondere vor anderen Personen/Kollegen, von Vorgesetzten sehr von oben herab behandelt gefühlt.
Insgesamt hätte ich mir mehr Wertschätzung, Offenheit für Feedback und einen professionelleren Umgang mit Mitarbeitern gewünscht.
Arbeitsbedingungen
Technische Austtattung einwandfrei . Klare Prozesse und Strukturen waren aus meiner Sicht nur eingeschränkt vorhanden. Viele Abläufe hingen stark von einzelnen Personen ab und Prioritäten konnten sich jederzeit kurzfristig ändern.
Aus meiner Sicht wurde strukturiertes Arbeiten eher als unnötig angesehen. Zeit für Planungs- oder Strukturmeetings war kaum vorhanden bzw. wurde häufig als Zeitverschwendung betrachtet. Auch professionelle Projektmanagement-Strukturen wurden trotz der hohen Arbeitsbelastung nicht geschaffen.
Dadurch wurde häufig sehr kurzfristig und reaktiv gearbeitet, obwohl viele Aufgaben mit einer besseren Planung deutlich effizienter hätten umgesetzt werden können.
Kommunikation
Prioritäten & Anforderungen haben sich täglich geändert und vieles wurde sehr kurzfristig kommuniziert. Dadurch kam es häufig vor, dass viele Aufgaben gleichzeitig höchste Priorität hatten.
Meetings waren eher unerwünscht, da man hier ja nicht "aktiv arbeitet"
Oft hatte ich das Gefühl, dass es keine klare Struktur oder realistische Planung gab. Wenn man angesprochen hat, dass die Arbeitsmenge nicht mehr zu bewältigen ist oder Prioritäten gesetzt werden müssten, wurde meist erwartet, dass trotzdem alles erledigt wird.
Außerdem wurden wichtige Informationen nicht immer an alle Beteiligten weitergegeben, was unnötigen Stress und Missverständnisse verursacht hat. Insgesamt hätte ich mir deutlich mehr Transparenz, Planung und offene Kommunikation gewünscht.
Gleichberechtigung
Nach meinem Eindruck spielten innerhalb der Abteilung persönliche Beziehungen und persönliche Sympathien häufig eine größere Rolle. Außerdem hatte ich während meiner Zeit im Unternehmen teilweise den Eindruck, dass bei Einstellungen nicht ausschließlich fachliche Kriterien ausschlaggebend waren. In Gesprächen wurde nach meiner Wahrnehmung wiederholt auch das äußere Erscheinungsbild von Bewerbern thematisiert. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass Aussehen und persönliche Präferenzen bei Einstellungsentscheidungen eine größere Rolle spielten, als ich es aus anderen Unternehmen kenne.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren grundsätzlich sehr spannend und abwechslungsreich. Durch die direkte Zusammenarbeit mit der Chefetage hatte man Einblicke in viele Bereiche und konnte an Projekten mitarbeiten, die in anderen Unternehmen vermutlich nicht so schnell umgesetzt worden wären, da Budget bei vielen Projekten eher eine untergeordnete Rolle spielte.
Leider konnten viele dieser Projekte aufgrund der chronischen Unterbesetzung nicht in der Qualität umgesetzt werden, die eigentlich möglich gewesen wäre. Deadlines waren häufig sehr kurzfristig und viele Aufgaben mussten sofort erledigt werden. Dadurch blieb oft wenig Zeit für strategisches Arbeiten oder eine saubere Umsetzung.
Zudem unterschieden sich die tatsächlichen Aufgaben teilweise deutlich von dem, worauf ich mich ursprünglich beworben hatte. Durch den fehlenden konkreten Jobtitel im Arbeitsvertrag kamen im Laufe der Zeit immer mehr Aufgaben hinzu, die nur noch wenig mit der ursprünglich besprochenen Position zu tun hatten.