ePages GmbH als Arbeitgeber

ePages GmbH

Gut, um zu Anfang einen breitgefächerten Eindruck der Branche zu bekommen, wenn man es möchte - nichts für die Ewigkeit

3,5
Empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bei ePages GmbH in Hamburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Den meist sehr kollegialen und freundschaftlichen Umgang untereinander, auch über die Standorte hinweg. Für mich das wirklich große Plus, um ordentlich ins Arbeitsleben zu starten. Auf die Frage unten, ob ich einem Freund Arbeitgeber empfehlen würde: ja - wenn dieser im Alter zwischen 25 und 35 ist, auf jeden Fall. Danach käme ich eher ins Grübeln.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die Festgefahrenheit in Bezug auf einige zum Teil sehr individuelle Vorstellungen des CEO und die fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten. ePages stattet einem aber wenigstens mit dem nötigen Rüstzeug aus, um danach einen deutlich besseren und höher dotierten Job anzutreten.

Verbesserungsvorschläge

Deutlich mehr "Zuckerbrot und Peitsche" wären in der Tat hilfreich. Manchmal sind die Zügel bei ePages zu locker gehalten, ein anderes Mal fehlt einfach die Anerkennung der Arbeit. Verbesserungspotential ist hier definitiv vorhanden.

Daneben: Bitte, bitte legt euch eine ordentliche und für alle (Kunden, Mitarbeiter, Entscheidungsträger) nachvollziehbare Strategie zu und vor allem: BLEIBT DABEI! Mit allen damit verbundenen Konsequenzen. Aber Hin und Her macht Taschen leer - nicht nur eine alte Börsenweisheit.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre ist prinzipiell sehr kollegial, zeitweise und je nach Konstellation fast schon familiär. Das hat natürlich Vor- als auch Nachteile. Man kennt das ja aus der eigenen Familie.

Kommunikation

Die Kommunikation zwischen den Abteilungen könnte sicher verbessert werden. Die wöchentlich stattfindende "Townhall", aber auch die kurzen Wege erleichtern Vieles. Ich hätte mir allerdings von der Geschäftsführung ab und an gewünscht, das Große und Ganze nachhaltiger und transparenter an die Belegschaft zu vermitteln. Manche Infos ließen einen etwas ratlos zurück oder waren schon nach zwei Wochen obsolet.

Kollegenzusammenhalt

Wenn man es möchte, dann ist der Zusammenhalt groß. Die Wege sind kurz und viele Kollegen wirklich sehr nett. Dass man sich mit einzelnen vielleicht nicht so versteht, ist völlig normal und gibt es in jeder Firma.

Work-Life-Balance

Da kann man sich nicht beschweren. Für manche Kolleginnen und Kolleginnen gibt es m.M.n. sogar zuviel "Life" und zu wenig "Work". Das ist z.T. stockenden Prozessen aufgrund einer knappen Ressourcenlage geschuldet.

Vorgesetztenverhalten

Flache Hierarchien klingen in der Theorie ganz nett, sind in der Praxis aber nicht immer sinnvoll. Fast die komplette Managementebene wurde abgeschafft und die Teams unter drei bzw. zwei Managern zusammengefasst. Sales, Marketing, Administration und Produktmanagement werden vom CEO persönlich geleitet - doch leider leidet unter der Fülle an damit verbunden Aufgaben die Aufmerksamkeit, die jede dieser Abteilungen durch ihn bekommt. Meetings sind oft gehetzt und die Mitarbeiter setzen sich die bonusrelevanten Ziele selbst, die dann nur noch abgenickt werden, sich aber nicht immer nach einer Firmenstrategie richten. Am Ende explodiert es dann halt an anderer Stelle, wenn Ziele nicht zusammenpassen. In diesem Punkt wäre Top-Down definitiv angebrachter als Bottom-Up. Daneben wird den Mitarbeitern und ihrer Arbeit oft nur wenig Wertschätzung entgegengebracht. Da helfen auch keine "Mitarbeiter des Monats"-Programme. Ich muss aber zugeben, dass es in den letzten Jahren schon viel besser geworden ist. Trotzdem fehlt noch immer das Vertrauen des CEO in seine Mitarbeiter, dass diese auch zum Wohle der Firma agieren und ihr nicht schaden wollen. Das ist irgendwie schade.

Interessante Aufgaben

Man hat zwar sehr viel Freiheit, sich seine Aufgaben selbst zu gestalten, wenn man denn will. Ideen werden meist wohlwollend aufgenommen, sofern man sie dann auch selbst und möglichst alleine umsetzt. Mit der Zeit kann aber vieles eintönig werden, erst Recht, wenn man gegen Windmühlen kämpft. Der CEO hat dabei die größten Segel und verfügt über ein ziemlich geschlossenes Weltbild. Das macht es manchmal sehr schwer, sich zu motivieren und hart für das Wohl der Firma zu arbeiten. Man muss sich entweder ein dickes Fell zulegen oder eine Menge Frustrationstoleranz aneignen. Für mich ein großes Learning in den letzten fünf Jahren. Hat mich witzigerweise schon weitergebracht.

Gleichberechtigung

Die ist meiner Meinung nach voll gegeben. Zuletzt haben bei ePages vergleichsweise viele Frauen gearbeitet, was auch zu einem angenehmeren und deutlich weniger konfrontativen Arbeitsklima geführt hat. Auf jeden Fall der richtige Weg. Dass nach einer Schwangerschaft die Rückkehr in den alten Job erschwert wurde (oder Ähnliches), habe ich nicht gesehen. Auch hatte ich nie das Gefühl, dass Frauen weniger Geld verdienten als ihre männlichen Kollegen mit gleicher Ausbildung.

Umgang mit älteren Kollegen

Es gibt vor allem in Hamburg nur wenig ältere Kollegen. Das liegt sicher an der jungen Branche, aber auch an der vergleichsweise niedrigen Gehaltsstruktur bei ePages. Wie lange jetzt jemand wirklich dabei ist, spielt oft nicht so die Rolle.

Arbeitsbedingungen

Da kann man sich jetzt nicht beklagen. Die Ausstattung mit Computern funktioniert soweit und auch individuelle Wünsche können berücksichtigt werden. Mit nur einem IT-Mitarbeiter ist es natürlich schwierig, immer alles ordentlich am Laufen zu halten. Oft heißt es hier: Hilf dir selbst oder frag einen Kollegen, der dir helfen kann. Die Büros sind etwas trist - aber ich habe mir sagen lassen, dass man dieses Thema jetzt doch einmal anging. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. :)

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ja, das ist in Ordnung. Mitarbeiter in Ausnahmesituation werden unterstützt, falls notwendig. Mir ging es letztes Jahr aus familiären Gründen so und ich bin ePages bis heute für das Verständnis meiner Lage und die damit verbunden "Ausnahmen", die mir zuteil wurden, unglaublich dankbar.

Umwelt- und Klimaschutz, aber auch der "Schutz der Mitarbeiter vor sich selbst" werden vom CEO manchmal ein bisschen übertrieben und sind etwas pseudo. Da verdreht man auch schonmal entnervt die Augen. ;)

Gehalt/Sozialleistungen

Das Gehalt ist maximal mittelmäßig. Wie im Titel schon angedeutet: ePages ist nichts Langfristiges, es sei denn man legt unglaublich viel Wert auf das "Life" in Work-Life-Balance und kann deshalb mit einem niedrigeren Gehalt leben. Gehaltsverhandlungen gestalten sich prinzipiell schwierig. Hier mein Tipp: Höher einsteigen - im Laufe der Jahre wird sich nur wenig daran ändern. Die Benefits sind gut - es gibt HVV-Proficard, Restaurant-Tickets, eine zusätzliche "Internetpauschale", ein BAV-Programm mit der HPK, einen Yogakurs usw. usf. Für ein kleineres Unternehmen ist das ganz gut.

Image

ePages ist so ein typischer "hidden champion" in der Branche. Durch das White-Label-Geschäftsmodell sind die Firma und ihre Lösung unter Endanwendern eher unbekannt und es wird auch nicht viel in das Branding investiert. Versuche, das zu ändern, sind kläglich am fehlenden Budget gescheitert. Stattdessen wäre es besser, sich viel intensiver auf das White-Labelling zu konzentrieren - das tatsächliche Alleinstellungsmerkmal. Zuweilen hat man auch das Gefühl, die Geschäftsführung boxt außerhalb ihrer Gewichtsklasse. Das hinterlässt beim Kunden oft verbrannte Erde.

Karriere/Weiterbildung

Weiterentwicklungsmöglichkeiten gibt es aufgrund der flachen Hierarchien und eher mittelmäßigen Gehaltsstruktur kaum welche. Ich habe eigentlich niemanden richtig aufsteigen sehen in fünf Jahren. Eher werden Aufgaben bei Kündigungen einfach auf verbliebene Mitarbeiter abgewälzt und Einsparpotential geschaffen. Diese Mitarbeiter haben aber i.d.R. nicht viel davon. Ein Weiterbildungsbudget pro Mitarbeiter gibt es. Keine Ahnung, wie oft das tatsächlich abgerufen wird oder wieviel Diskussionen es dann gibt. Man hört solche und solche Geschichten.