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EY 
(Ernst 
& 
Young 
GmbH) 
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Bewertung

Ist die Erfahrung nicht Wert.

1,5
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Finanzen / Controlling bei EY (Ernst & Young) in Stuttgart gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Die Problemen sind umfangreich und erfordern eine professionelle sowie intensive Auseinandersetzung, was hier alles so schief läuft.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre ist leider sehr angespannt.
Von den Senioren bis hin zum Senior Manager wirkt die Stimmung häufig gedrückt; selbst ein einfaches "Wie geht es dir?" erscheint oft erzwungen. Innerhalb des Teams ist eine dauerhafte Anspannung spürbar wodurch eine lockere oder kollegiale Atmosphäre kaum entsteht. Besonders herausfordernd ist es, unter diesen Bedingungen täglich über viele Stunden hinweg eng mit den Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten.

Image

Der Ruf der Big Four wirkt auf viele Studierende zunächst attraktiv – die Realität sieht jedoch oft anders aus.
Von Beginn an wird ein idealisiertes Bild vermittelt, das mit der tatsächlichen Unternehmenskultur wenig zu tun hat. Die gezielte Ansprache junger Studierender, etwa durch Präsenz auf Karrieremessen und Hochglanzauftritte an Universitäten, zielt darauf ab, leicht beeinflussbare Berufseinsteiger zu gewinnen. Viele beginnen voller Motivation – doch schnell zeigt sich ein von Konkurrenz und Anpassungsdruck geprägtes Arbeitsumfeld. Individuelle Persönlichkeiten und eigene Werte bleiben dabei oft auf der Strecke, und das bei einem Gehalt, das in keinem Verhältnis zur Belastung steht.

Das Argument, dass der Eintrag von EY im Lebenslauf den Aufwand rechtfertige, hört man häufig – dennoch sollte niemand bereit sein, dafür seine wertvolle Zeit, Gesundheit und persönliche Werte zu opfern.

Work-Life-Balance

Ein gesundes Verständnis von Produktivität und Work-Life-Balance ist in der aktuellen Unternehmenskultur leider nicht erkennbar.
Es ist allgemein bekannt, dass kaum jemand acht oder mehr Stunden am Stück durchgehend produktiv sein kann. Dennoch herrscht bei EY eine Präsenzkultur, bei der nicht die tatsächliche Arbeitsleistung, sondern die bloße Anwesenheit entscheidend ist. Selbst wenn keine Aufgaben mehr anstehen, wird erwartet, dass Mitarbeitende das Büro nicht vor ihren Vorgesetzten verlassen – unabhängig davon, wie lange diese selbst bleiben. Wer dies dennoch tut, wird schnell als wenig engagiert wahrgenommen. Dieses Verhalten zieht sich hierarchieübergreifend durch und sorgt dafür, dass sich niemand traut, den Arbeitsplatz zur regulären Zeit zu verlassen.
Zusätzlich ist es keine Seltenheit, auch an Wochenenden oder Feiertagen E-Mails von Vorgesetzten zu erhalten. Dies wirft ein deutliches Licht auf den Stellenwert, den Work-Life-Balance im Unternehmen tatsächlich einnimmt – und dieser ist äußerst gering.

Gehalt/Benefits

Die Vergütung steht in keinem angemessenen Verhältnis zur Arbeitsbelastung und Verantwortung.
Berufseinsteiger mit Bachelor-Abschluss starten mit etwa 45.000 € brutto, mit Master-Abschluss bei rund 48.000 €. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist das nur schwer nachvollziehbar. Häufig wird auf mögliche Bonuszahlungen verwiesen – diese sind jedoch leistungsabhängig und wirken intransparent, da sie häufig eher auf Anpassung und Gefälligkeiten als auf objektive Leistung basieren. Wer sich nicht anpasst oder seine eigenen Werte opfert, bleibt oft außen vor.

Überstunden werden ebenfalls nur sehr eingeschränkt kompensiert: Beispiel: Von 140 geleisteten Stunden werden pauschal 40 Stunden gestrichen, von den verbleibenden 100 Stunden nur 80 % ausgeglichen – entweder finanziell oder als Freizeitausgleich. Effektiv gehen damit rund 60 Stunden unbezahlt an den Arbeitgeber verloren.

Eine Vergütung in dieser Höhe rechtfertigt keinesfalls die damit verbundene Demütigung, Entwürdigung, Herabsetzung und Diskriminierung.

Kollegenzusammenhalt

Die Zusammenarbeit während der Busy Season ist stark von einem unprofessionellen Umgangston geprägt.
Zwar sind lange Arbeitstage von zehn Stunden in dieser Phase üblich, jedoch ist das Arbeitsklima in dieser Zeit besonders belastend. Häufig wird im Team über Kolleginnen und Kollegen gelästert oder spöttisch gesprochen – Verhaltensweisen, die mit einem professionellen Miteinander nicht vereinbar sind. Auch gegenüber Führungskräften ist das Vertrauensverhältnis instabil: Selbst wenn man zunächst ein gutes Verhältnis vermutet, zeigt sich oft schnell, dass hinter dem Rücken negativ gesprochen wird.
Auffällig ist zudem, dass nicht Leistung oder Aufrichtigkeit im Vordergrund stehen, sondern opportunistisches Verhalten. Wer übertriebenes Lob verteilt oder sich auffällig anbiedert, wird offensichtlich bevorzugt behandelt, während ehrliche und sachlich arbeitende Kolleginnen und Kollegen kaum Wertschätzung erfahren.
Besonders schwerwiegend sind Vorkommnisse, bei denen Mitarbeitende angeschrien oder durch sexistische bzw. rassistische Bemerkungen herabgewürdigt werden. Solche Vorfälle scheinen kein Einzelfall zu sein. Eine Meldung führt dazu, dass man ins Visier gerät. - von allen Seiten

Vorgesetztenverhalten

Die Führungskultur lässt stark zu wünschen übrig.
Selbst langjährige Vorgesetzte zeigen oft unprofessionelles Verhalten. Unterstützung oder Wertschätzung durch das Management ist kaum zu erwarten. Fragen werden ungern gesehen – besonders, wenn sie an Führungskräfte gerichtet sind. Stattdessen soll man sich lieber an Kolleg:innen auf gleicher Ebene wenden. Nach außen wird ein höfliches Miteinander vorgetäuscht, während hinter dem Rücken gelästert wird – auch von Vorgesetzten. Diese Doppelmoral ist leider Teil der Unternehmenskultur.

Kommunikation

Die Kommunikation innerhalb des Teams lässt stark zu wünschen übrig.
Insbesondere von erfahrenen Senioren und Managern wäre ein klareres und direkteres Kommunikationsverhalten zu erwarten. Wichtige Informationen – sei es konstruktives Feedback oder projektbezogene Inhalte – werden häufig nicht direkt, sondern über Umwege weitergegeben. Entscheidungen und Aufgabenstellungen sind oft unklar, sodass man sich wesentliche Details mühsam erfragen muss. Zudem kommt es regelmäßig vor, dass selbst Führungskräfte widersprüchliche Rückmeldungen zu ein und derselben Aufgabe geben, was zu unnötiger Verunsicherung führt. Insgesamt entsteht dadurch der Eindruck, dass man trotz Engagement am Ende der oder die Leidtragende ist. In der aktuellen Form wäre selbst ein Stern kaum gerechtfertigt.

Gleichberechtigung

Während die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen grundsätzlich gegeben ist, zeigen sich deutliche Unterschiede im Umgang mit Mitarbeitenden unterschiedlicher Herkunft.
Personen ohne deutschen Hintergrund haben spürbar schlechtere Voraussetzungen – sei es in der alltäglichen Zusammenarbeit, bei der Anerkennung ihrer Leistungen oder bei Entwicklungsmöglichkeiten. Wer ausländische Wurzeln hat, wird einem hier das Gefühl gegeben, dass man nicht willkommen ist.

Interessante Aufgaben

Für alle mit echtem Interesse am Audit bietet die Arbeit täglich neue Herausforderungen und abwechslungsreiche Aufgaben.
Langeweile kommt selten auf – wer sich für Prüfungsprozesse begeistert, findet hier ein dynamisches Umfeld. Wer jedoch kein echtes Interesse an der Materie mitbringt, wird sich schnell unterfordert fühlen, und die Arbeitstage können sich entsprechend ziehen.


Karriere/Weiterbildung

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Umgang mit älteren Kollegen

Arbeitsbedingungen

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Arbeitgeber-Kommentar

Talent Team

Liebe:r Bewerter:in,

vielen Dank für deine ausführliche und ehrliche Bewertung. Wir nehmen deine detaillierten Schilderungen sehr ernst, besonders die von dir beschriebenen Verhaltensweisen, die eindeutig nicht unseren Werten entsprechen.

Es freut uns zu sehen, dass du die fachlichen Aufgaben als interessant und herausfordernd empfindest. Umso mehr beschäftigt es uns, dass du in vielen anderen Bereichen negative Erfahrungen gemacht hast.

Die von dir geschilderten Vorfälle, insbesondere im Bereich des kollegialen Umgangs und der Gleichberechtigung, möchten wir gerne genauer verstehen. Wir würden uns sehr freuen, wenn du dich für ein vertrauliches Gespräch bei Andreas Butz unter Andreas.Butz@de.ey.com meldest.

Für Hinweise zu möglichen Verstößen gegen unseren Verhaltenskodex steht dir außerdem unsere Ethics-Hotline zur Verfügung, über die du anonym berichten kannst: https://www.ey.com/de_de/legal-and-privacy/ey-ethics-hotline.

Für deine berufliche Zukunft wünschen wir dir alles Gute.

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Puls

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.