Gebrochene Versprechen und viele Probleme
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Counselor-System sinnvoll um erste Führungserfahrung zu sammeln
- Onboarding war erstklassig; auch durch das Buddy-System
- Man kann bei passenden Projekten fachlich viel lernen und Verantwortung übernehmen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Fixe Betriebsruhe über Weihnachten mit faktischem Zwangsurlaub
- Jährliche unbezahlte Pflichtstunden für Learnings
- Unfaire Überstundenregelung
- Ethisch und moralisch teils fragwürdige Entscheidungen in Deliveries
- Organisatorisch wirken Prozesse, Partnerschaften und Strategien unausgereift, was sich in unnötiger Reibung, Qualitätseinbußen und Aufwänden manifestiert
- Benefits veraltet
Verbesserungsvorschläge
- Sich an seine Versprechen halten ;)
- Gehalt nicht an Ränge koppeln und umgekehrt
- Marktgerechte Vergütungsentwicklung inklusive echter Verhandlungsmöglichkeiten schaffen
- Private Pflichtprojekte für Rangaufstiege abschaffen
- Im Consulting Sales-Teams und richtige PM/PMO Stellen schaffen... Berater können nicht alles gleichzeitig zufriedenstellend erfüllen
- Klare Karrierepfade für Techies schaffen
- Bewertungsprozesse für Mitarbeiter (Reviews) überdenken
Arbeitsatmosphäre
- Sehr schlechte Teamstimmung, kaum Zusammenhalt; negative Stimmung auch in anderen Bereichen
- Geringes Vertrauen, teils Arroganz durch Partner; Ranking-System fördert Ellbogenkultur und toxische „Ich-Kultur“
Kommunikation
- Erwartungen zu Zielen/KPIs sowie zu Einstufung, Bonus und Entwicklung ist aus meiner Sicht unklar bzw. wechselhaft
- Strategie und Ausrichtung (v. a. Partner-/Projektperspektive) werden nicht konsistent vermittelt
- Meetings für den Führungskreis wurden abgeschafft
Kollegenzusammenhalt
- Wenig Austausch und Unterstützung; Konkurrenz durch Ranking-System statt Zusammenarbeit
- Innerhalb seines kleinen Teams war der Zusammenhalt aber noch "ok"
Work-Life-Balance
- Mehrarbeit bis ins Wochenende durch Mikromanagement/Abstimmungsdruck und Konflikte bei Lösungen/Präsentationen
- Keinerlei Rücksicht auf Kollegen mit Kindern
- Tasks werden durch Partner zu spät weitergegeben
Vorgesetztenverhalten
- Teilweise starkes Mikromanagement und wenig Rückendeckung/Moderation bei Konflikten; ist natürlich stark von den jeweiligen Partnern abhängig
- Bewertung/Erfolg wirken teilweise politisch bzw. sichtbarkeitsgetrieben statt klar leistungsorientiert; gebrochene Versprechen mit "Schonfrist" im ersten Jahr werden heruntergespielt -> Vertrauen weg
- Keinerlei Wertschätzung für "interne Arbeiten", die nicht auf Kunden gebucht werden
- Direkter Counselor war noch in Ordnung, ab Partner Level Katastrophe
- Schlechter Umgang mit einigen Kollegen
Interessante Aufgaben
- Zu wenige passende Projekte - auch durch fehlende Partnerverträge
- Projekte teils schlecht kalkuliert; Delivery zunehmend ins Ausland/Offshore verlagert, was Qualität und Einflussmöglichkeiten reduziert
- Fehlende interne Service-Entwicklung/Prozesse bremsen fachlich sinnvolle Arbeit aus
- Hoher Aufwand für Ausschreibungen, die später teils aus rechtlichen/organisatorischen Gründen wieder verworfen werden
- Wirtschaftsprüfung verhindert viele interessante Kunden und Partnerschaften durch Mandate
Arbeitsbedingungen
- Offices sind Standard
- Laptop ok, aber Festplattenspeicher viel zu gering
- Keine Ausstattung fürs Home Office außer billiges Headset, selbst die Docking-Station muss man sich privat besorgen
- Diensthandy ist nicht kostenlos, was für mich absolut unverständlich ist
Gehalt/Benefits
- Bonus und Berechnung sind aus meiner Sicht intransparent und basieren auf Sichtbarkeit statt Leistung; aktuelle Entwicklung unklar - auch durch den schwachen Betriebsrat
- KPIs im ersten Jahr faktisch nicht erreichbar; gebrochene Versprechen bei Einstieg -> "Welpenschutz" für Serviceaufbau gab es nicht
- Gehaltserhöhung sehr niedrig (kein Inflationsausgleich), individuelle Verhandlungen nicht vorgesehen
- Überstundenregelung unfair: 40 Std. pauschal abgegolten (außer man schafft es bei seinem Workload noch rechtzeitig irgendwie Stunden abzubauen), in höheren Rängen alle
- Benefits veraltet (z. B. kein Jobrad, kein Firmenwagen, kein festes Weiterbildungsbudget, Betriebsrente usw.)
Image
- Image entspricht den typischen BIG 4
- Der Wirecard-Einfluss ist immer noch spürbar
- EY wird meiner Erfahrung nach von Konkurrenten nicht mehr Ernst genommen; zumindest in meinem Bereich
Karriere/Weiterbildung
- Keine realistischen Karrierepfade für technische Rollen; höhere Ranks zunehmend Sales-getrieben und überfrachtet
- Einstellungsstopp bremst den Aufbau einer fachlichen Management-Perspektive
- Zu wenige passende Projekte begrenzen Entwicklung und Profilaufbau
- Aufstieg im Rank erfordert Projekte, die praktisch in der Freizeit stattfinden sollen
- Eingeschränktes/geteiltes Budget für Weiterbildungen, Fokus auf Herstellerzertifikate statt breiter Kompetenzentwicklung; kaum Mitspracherecht bei Auswahl

