Der Lack ist ab (Meinungsbeitrag)
Verbesserungsvorschläge
Partnerschaftliches Ausbildungsmodell stärken
Die bewährte ESE-Philosophie lebt von einer echten Kooperation zwischen Ausbildungsbetrieb und Kunden: ESE qualifiziert Berufseinsteiger, die beim Kunden eingesetzt werden, und der Kunde wiederum sichert sich auf diese Weise beständig fachlich versiertes Personal. Um diesen Kreislauf fair zu gestalten, sollte sichergestellt werden, dass Kunden einen angemessenen Beitrag an den Ausbildungskosten leisten. Nur so bleibt das Modell langfristig tragfähig und für alle Beteiligten eine echte Win-Win-Situation.
Gezielte Förderung des Nachwuchses:
Aktuelle Weiterbildungsangebote sind auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Ohne ausreichende Schulungen und Mentoring-Angebote fehlen allerdings entscheidende Impulse für die fachliche und persönliche Entwicklung junger Mitarbeitender. Ein breit gefächertes Qualifizierungsprogramm, das über Einzelkurse hinausgeht, sichert nicht nur die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, sondern erhält auch die Qualität der operativen Leistungen.
Moderne, coachende Führung
Millennials und Gen Z benötigen keinen starren Befehlston, aber auch keine vollständige Selbstorganisation ohne klare Leitplanken. Führungskräfte sollten als Coaches auftreten, die durch wertschätzendes Feedback, transparente Zielvereinbarungen und Raum für Eigenverantwortung Motivation und Innovationskraft der Teams fördern. Ein autoritärer oder laissez-faire Führungsstil wirkt demgegenüber hemmend und schwächt sowohl Engagement als auch Loyalität.
Bottom-Up-Kommunikation etablieren:
Geschäftsleitung und Führungskräfte müssen proaktiv in den operativen Bereich gehen, direkt mit Mitarbeitenden sprechen und konkrete Fragen zu Arbeitsabläufen, Hindernissen und Verbesserungspotenzialen stellen – anstatt auf formelle Berichte zu warten. Dieser offene Dialog ermöglicht frühe Problemerkennung, gemeinsame Lösungsentwicklung und baut das notwendige Vertrauen auf. Wesentlich dabei ist, den Mitarbeitenden die Scheu zu nehmen, offen Kritik zu äußern.
Führungskräftefeedback systematisch einholen:
Neue Führungskräfte sollten nicht nur top-down beurteilt werden. Die Geschäftsleitung empfiehlt sich, regelmäßig Bottom-Up-Feedback einzuholen und persönlich vor Ort mit Teams ins Gespräch zu kommen. So lässt sich erkennen, ob Führungsstile an die Bedürfnisse der Belegschaft angepasst sind, und es können gezielt Weiterbildungs- oder Coaching-Maßnahmen für die Führungsebene abgeleitet werden.
Arbeitsatmosphäre
Gehorsam über Teamgeist (teamabhängig)
Image
Das Image bröckelt: In der Krise verschmilzt unser Unternehmen immer stärker mit dem Mutterkonzern und verliert so ihre eigenständige Essenz. Zwar steht sie noch für Qualität, doch der laufende Transformationsprozess wird auch hier bald erste Tribute fordern.
Work-Life-Balance
Bisweilen okay. Back2Office ist aktuell keine Option.
Karriere/Weiterbildung
Die Weiterbildung wurde faktisch auf einen einzigen Kurs reduziert – alle anderen Angebote sind gestrichen oder eingefroren. Ohne ausreichend Förderprogramme für Berufseinsteiger fehlen gezielte Schulungen und Mentoring, sodass der Nachwuchs kaum fachlich weiterkommt. Langfristig führt das zu Wissenslücken und sinkender Kompetenz im Team: Fehlende Qualifizierung wirkt sich direkt auf Prozesse, Innovationskraft und letztlich die Produkt- bzw. Dienstleistungsqualität aus.
Gehalt/Benefits
Das Einstiegsgehalt liegt im Branchendurchschnitt und ist für Neueinsteiger fair. Langfristig aber übernimmt man dieselben Aufgaben wie Kunden-Mitarbeitende – bei bis zu 20–30 % geringerem Lohn. Daher lohnt es sich nur, wenn man gezielt Abwechslung sucht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die Mülltrennung erfolgt größtenteils korrekt.
Kollegenzusammenhalt
Vom Wir zum Ich: Teamgeist auf dem Rückzug (teamabhängig)
Umgang mit älteren Kollegen
Erfahrung wertschätzen, Offenheit bewahren
Vorgesetztenverhalten
Selbstwert per Abwertung: Neues Führungsmodell (teamabhängig)
Arbeitsbedingungen
Die offenen Büros sind dauerhaft zu laut – Gespräche dringen ungebremst durch, und einfache On-Ear-Kopfhörer ohne ANC dämpfen nichts. Ursache ist weniger das Verhalten der Kolleg:innen als die mangelhafte „Basic“-Technik, die konzentriertes Arbeiten verhindert. Es ist vollkommen unklar, welche Werkzeuge konkret zur Verfügung stehen und wie sie richtig eingesetzt werden.
Kommunikation
Worte werden weniger, Rätsel größer
Gleichberechtigung
Respekt im Team – Ungleichheit undenkbar
Interessante Aufgaben
Projektabhängig