Führung und Kommunikation – hier besteht Handlungsbedarf
Gut am Arbeitgeber finde ich
EUROBAUSTOFF hat sich daher bislang umso mehr um eine professionelle Außendarstellung bemüht. Allerdings scheint selbst diese zunehmend Risse zu bekommen.
Besonders bemerkenswert finde ich, dass inzwischen auch Bewerber – also völlig Außenstehende, die das Unternehmen noch gar nicht kennen – teilweise von einem sehr negativen Bewerbungsprozess berichten.
Wenn bereits der erste Kontakt mit potenziellen neuen Mitarbeitern einen derart kritischen Eindruck hinterlässt, sollte man sich vielleicht weniger Gedanken über die Außendarstellung und mehr über die tatsächliche Kultur dahinter machen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Führungskultur in Teilen des Unternehmens: Machtgehabe, wenig Bereitschaft zum Zuhören, Beratungsresistenz und teilweise ein Umgang mit Widerspruch, der eher von Hierarchie als von Dialog geprägt ist.
Auch das Thema Frauenfeindlichkeit wird von Mitarbeitern angesprochen. Das sollte man nicht einfach als „Einzelfall“ abtun, sondern zumindest ernsthaft hinterfragen.
Bemerkenswert finde ich auch den Umgang mit Kritik. Über Jahre wurde auf Kununu nahezu gebetsmühlenartig mit „Wir nehmen Ihre Kritik sehr ernst“ reagiert. Irgendwann war der Corporate-BS-Bingo-Automat so vorhersehbar, dass man sich darüber nur noch lustig machen konnte.
Heute wird teilweise gar nicht mehr kommentiert – auch bei sehr schwerwiegenden Vorwürfen wie der Bewertung aus Bad Nauheim im Januar 2026, in der ausdrücklich Frauenfeindlichkeit thematisiert wird.
Für mich wäre weniger PR-Kommunikation und mehr tatsächlicher Dialog wünschenswert.
Denn Führung zeigt sich nicht darin, wie man mit Zustimmung umgeht, sondern darin, wie man mit Widerspruch umgeht.
Verbesserungsvorschläge
Weniger Floskeln, mehr echte Auseinandersetzung mit Kritik. Führungskräfte sollten stärker nach Führungsqualität und weniger nach Hierarchie ausgewählt und regelmäßig hinterfragt werden.
Mehr Vertrauen, Dialog und eine echte Fehler- und Feedbackkultur. Kritik und abweichende Meinungen sollten nicht als Angriff verstanden werden.
Und wenn Themen wie Frauenfeindlichkeit oder Machtmissbrauch von Mitarbeitern angesprochen werden, sollte man diese nicht kommunikativ aussitzen, sondern konsequent aufarbeiten.
Kurz gesagt: weniger „Wir nehmen Ihre Kritik sehr ernst“ – mehr zeigen, dass es tatsächlich so ist.