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EUROIMMUN 
Medizinische 
Labordiagnostika 
AG
Bewertung

Vom Vorzeigeunternehmen zum Sanierungsfall mit Kulturverlust

2,3
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Produktion bei EUROIMMUN Medizinische Labordiagnostika AG in Dassow gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Es fällt mir mittlerweile zunehmend schwer, positive Aspekte meines Arbeitgebers zu benennen. Umso wichtiger sind für mich die direkten Kolleginnen und Kollegen, der Zusammenhalt innerhalb der Abteilung und der fachliche wie persönliche Austausch. Das Miteinander im unmittelbaren Arbeitsumfeld ist nach wie vor ein wesentlicher positiver Faktor und trägt dazu bei, die zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen auszugleichen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich denke, die Vielzahl der zuvor angesprochenen Punkte ergibt bereits ein aussagekräftiges Gesamtbild. Die wiederkehrenden Betriebsänderungen, die zunehmende Intransparenz, die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und die fehlenden Entwicklungs- und Zukunftsperspektiven zeichnen insgesamt ein ernüchterndes Bild. Besonders bedauerlich ist dabei, dass viele der negativen Entwicklungen vermeidbar erscheinen und zunehmend das Vertrauen in den Arbeitgeber sowie die Identifikation mit dem Unternehmen beeinträchtigen.

Verbesserungsvorschläge

Im Zuge der zahlreichen Betriebsänderungen wurden die Möglichkeiten zur Weiterbildung auf ein absolutes Minimum reduziert und sind für viele Mitarbeitende faktisch kaum noch vorhanden. Abgesehen von verpflichtenden jährlichen Schulungen, beispielsweise zur Arbeitssicherheit, fehlen insbesondere für die breite Masse der Belegschaft gezielte Weiterbildungs- und Entwicklungsprogramme. Individuelle Förderung, der systematische Aufbau neuer Kompetenzen und konkrete Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung sind kaum erkennbar. Damit fehlen nicht nur wichtige Perspektiven für die persönliche Karriereentwicklung, sondern auch entscheidende Impulse, um die Mitarbeitenden langfristig zu motivieren und auf zukünftige Anforderungen vorzubereiten.

Arbeitsatmosphäre

Die Atmosphäre hat in den vergangenen Jahren unter den zahlreichen Betriebsänderungen, bei denen eine auf die nächste folgte, deutlich gelitten. Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass der Spirit, den die Kolleginnen und Kollegen über Jahre hinweg geprägt und der dem Unternehmen seinen einzigartigen Charakter verliehen hat, Schritt für Schritt verloren geht – fast so, als solle er gezielt aus dem Unternehmen entfernt werden.

Image

Das Unternehmen hat sich aus meiner Sicht von einem einst angesehenen und renommierten Unternehmen der Medizinprodukteindustrie zu einem Arbeitgeber entwickelt, bei dem Äußerungen über die eigene Arbeitssituation mittlerweile eher Mitleid und Besorgnis als Anerkennung hervorrufen. Diese Entwicklung ist angesichts der früheren Reputation besonders bedauerlich und wirft Fragen hinsichtlich der Unternehmenskultur, der Mitarbeiterzufriedenheit und der langfristigen Perspektiven auf.

Work-Life-Balance

Eine ausgewogene Work-Life-Balance war bzw. ist grundsätzlich vorhanden – zumindest in den administrativen Bereichen und Abteilungen, in denen die Rahmenbedingungen dafür gegeben waren. Mit jeder weiteren Runde der Betriebsänderungen hat sich diese jedoch merklich und spürbar verschlechtert.

Gehalt/Benefits

Das aktuelle Gehaltsgefüge ist nach wie vor intransparent. Die Einführung eines nachvollziehbaren und transparenten Gehaltssystems wurde mehrfach angekündigt, jedoch immer wieder verschoben. Trotz der Einbindung externer Dienstleister ist eine konkrete Umsetzung bislang ausgeblieben. Durch gewerkschaftliches Engagement konnten zwar Verbesserungen wie Urlaubsgeld und eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit erreicht werden, ein transparentes und nachvollziehbares Gehaltssystem, das die Leistungen und den Einsatz der Mitarbeitenden angemessen berücksichtigt, lässt jedoch weiterhin auf sich warten.

Hinzu kommt, dass Gehaltsanpassungen in den vergangenen Jahren wiederholt deutlich unterhalb der Inflationsrate lagen. Dies führte für die Beschäftigten zu einem kontinuierlichen Reallohnverlust und damit zu einer schleichenden Verschlechterung ihrer finanziellen Situation.

Benefits sind grundsätzlich vorhanden. Über verschiedene Anbieter stehen den Mitarbeitenden zusätzliche Leistungen wie beispielsweise JobRad und weitere Vergünstigungen zur Verfügung. Diese Angebote sind durchaus positiv zu bewerten, können jedoch die strukturellen Defizite des Gehaltssystems und das im Vergleich

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Es wurden zwar Strategien zur Abfallentsorgung entwickelt, deren Umsetzung jedoch offenbar auch mit dem Ziel einherging, Personal und damit Kolleginnen und Kollegen einzusparen. Ein wirklich gelebtes Umwelt- und Sozialbewusstsein ist im betrieblichen Alltag bislang kaum spürbar. Der Eindruck entsteht, dass entsprechende Konzepte zwar auf dem Papier existieren, eine konsequente und glaubwürdige Umsetzung in der Praxis jedoch weiterhin aussteht.

Kollegenzusammenhalt

Die Zusammenarbeit ist derzeit noch gut. Angesichts des fortschreitenden Stellenabbaus, der zunehmenden Unsicherheit hinsichtlich der Arbeitsplatzsituation und der steigenden Arbeitsverdichtung ist jedoch davon auszugehen, dass sich dies künftig ebenfalls negativ entwickeln wird.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen ist grundsätzlich gut. Angesichts des fortschreitenden demografischen Wandels wäre es jedoch sinnvoll, sich verstärkt mit den Bedürfnissen älterer Mitarbeitender auseinanderzusetzen und attraktive Modelle wie die Altersteilzeit anzubieten. Bislang sind entsprechende Angebote leider nicht erkennbar.

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten der Vorgesetzten hängt sehr stark von der jeweiligen Führungskraft ab. Es gibt wirklich großartige Führungspersönlichkeiten, die ihre Mitarbeitenden unterstützen, Orientierung geben und durch ihr Verhalten überzeugen. Gleichzeitig gibt es Führungskräfte bis hin zu höheren Leitungsebenen, bei denen man sich ernsthaft fragt, wie sie ihrer Führungsverantwortung gerecht werden können und wie es überhaupt funktionieren kann, dass sie diese Position innehaben.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen hängen von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ab, darunter das kollegiale Umfeld, das Verhalten der Führungskräfte und die allgemeine Arbeitsatmosphäre. Durch die zahlreichen Betriebsänderungen, den damit einhergehenden Verlust erfahrener und fachlich versierter Kolleginnen und Kollegen sowie die teilweise unzureichende Kommunikation und anhaltende Intransparenz der Führung haben sich die Arbeitsbedingungen jedoch zunehmend signifikant verschlechtert. Insgesamt ist eine klare Abwärtstendenz erkennbar.

Kommunikation

Die Kommunikation hatte sich zwischenzeitlich spürbar verbessert, nach der x-ten Transparenzoffensive jedoch wieder deutlich an Qualität verloren. Mittlerweile scheint sie zu einem großen Teil auf KI-generierten Texten zu beruhen, denen es häufig an einem echten Bezug zu den Sorgen, Problemen und Bedürfnissen der Mitarbeitenden fehlt. Was dabei zunehmend verloren geht, ist eine authentische, glaubwürdige Kommunikation, die die Belegschaft tatsächlich erreicht und ihre Anliegen ernst nimmt.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung ist grundsätzlich gegeben. Dabei sind weder besonders positive noch signifikant negative Auffälligkeiten oder Erfahrungen hervorzuheben.

Interessante Aufgaben

Ob die eigene Tätigkeit als interessant und abwechslungsreich empfunden wird, hängt überwiegend von der jeweiligen Funktionsrolle innerhalb des Unternehmens ab. Im Zuge der noch laufenden Umstrukturierung wird diese Vielfalt jedoch zunehmend beschnitten. Gerade die abwechslungsreichen Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten, die viele der bisherigen Nachteile ausgeglichen haben, drohen perspektivisch wegzufallen. Statt eigenverantwortlicher und vielseitiger Tätigkeiten zeichnet sich zunehmend eine Entwicklung hin zu einer stark standardisierten „Fließbandarbeit“ ab.


Karriere/Weiterbildung

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.