Erst umorganisiert, dann unorganisiert
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Mitbestimmung müht sich redlich, Härten für die Mitarbeiter abzufedern.
Auf Sicherheit und Compliance wird Wert gelegt, da ist man grundsolide.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Vorstandsebene fehlt es an Fortune. Sie hatten zwar jahrelang immer munter zugekauft, aber der große Bringer war nicht darunter. Viel Geld hat das Unternehmen auch in Form von Dividendenzahlungen verlassen, selbst als es schon lang nicht mehr rund lief. Der Aktienkurs verfiel immer weiter.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen wurde totgespart. Der Zeitpunkt, sich mit Investitionen und erfolgreichen Innovation neu zu erfinden, ist bereits verstrichen.
Vielleicht findet sich ein Investor, der etwas Geld mitbringt, denn nur mit Sparprogrammen kommt man nicht aus der Sackgasse.
Arbeitsatmosphäre
Man fühlt sich auf dem absteigenden Ast, allmählich kommt Endzeitstimmung auf. Alle paar Wochen wird wieder ein Betrieb oder kleinerer Bereich geschlossen. Da die Maxime lautet "bloß kein Geld ausgeben" machen einige gar nichts mehr und warten einfach ab.
Image
Sinkender Stern, hat an Strahlkraft verloren.
Work-Life-Balance
Kein Problem, wenn man sich die Arbeit passend organisiert.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung schon länger auf absoluter Sparflamme. Immerhin, es gibt gut gemachte Lernvideos zum anschauen.
Gehalt/Benefits
Ordentlich, wenn auch nicht mehr so üppig wie einst.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier ist ein echtes Bemühen erkennbar.
Kollegenzusammenhalt
Die meisten Kollegen agieren kollegial, aber es gibt auch Bremser, die Vorgänge verzögern und bis zum kompletten Stillstand ausbremsen.
Durch Umorganisationen sind die Zuständigkeiten unklar, wer nun welche Aufgaben hat. Vorhandene Beschreibungen der Organisation und der Abläufe sind veraltet. Wer sich darauf verlässt, ist verlassen.
Umgang mit älteren Kollegen
Taugen noch als mögliche Einsparmaßnahme, indem man sie in den Ruhestand komplimentiert.
Vorgesetztenverhalten
Zu den direkten Vorgesetzten ist das Verhältnis sehr gut, das Vertrauensverhältnis zur Vorstandsebene allerdings nachhaltig zerrüttet.
Arbeitsbedingungen
Man sitzt im Warmen und Trockenen und ist keinen Gefährdungen ausgesetzt.
Kommunikation
Kommunikation erfolgt, aber die Inhalte sind entweder nichtssagend und beliebig austauschbar oder beschwichtigend "wird schon nicht so schlimm".
Oder es wird einem suggeriert, man hätte es nur nicht richtig verstanden und solle es sich nochmal erklären lassen. Die realen Umstände sprechen allerdings eine sehr deutliche Sprache.
Gleichberechtigung
Wer's braucht, findet jetzt auch Regenbogen-Zebrastreifen für Diversität auf dem Werksgelände.
Interessante Aufgaben
Durch Unklarheiten können auch Standard-Aufgaben zum Abenteuer werden. Der Appetit auf wirklich Neues ist durch Sparzwänge gedämpft.


