Richtig traditionell ... gilt vor allem für die negativen Seiten!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Nichts,- sage ich mittlerweile.
Ich habe mal geschrieben, "Evonik sein ein ehrlicher Arbeitgeber", und/oder "Evonik sei ein sicherer Job-Hafen",- beides nehme ich hiermit zurück!
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Bewertung nochmal lesen, es ist eigentlich kaum noch etwas zu ergänzen!
Alles was mal gut war, ist in den letzten 10 Jahren zurückgenommen worden. In den letzten 2 Jahren natürlich umso mehr, es geht der Firma ja schlecht. Leute, wenn ich in guten Jahren schon nicht teilhaben durfte, dann will ich in schlechten Jahren auch nicht mitleiden. So einfach!
Verbesserungsvorschläge
Werte, die etwas Wert sind,- und nicht nur fauler Zauber!
Wertschätzung für Eure Mitarbeiter,- statt Kostenfaktor, der zu überprüfen ist!
Arbeitsatmosphäre
Ich hab mal gesagt: Passt, Freunde findet man woanders. ... Zwischen Kollegen geht's noch ganz gut. ... Wenn man sich schon länger kennt.
Aber bei vorher auch gut bekannten Managern bin ich inzwischen vorsichtig. Die Prozesse lassen sie sowieso nicht im Sinne ihrer Team(mitglieder) agieren, hat der Konzern ja effektiv abgeklemmt, und somit sind sie nur noch sich selbst der Nächste.
Image
Das ist tricky ... Einerseits finde ich es gut und kann rechtfertigen, selbst hier zu arbeiten. Andererseits wiegt das Image die steigende Zahl an Nachteilen nicht (mehr) auf und rate von Bewerbung ab.
Work-Life-Balance
Defizite mehren sich! ... Beispiel 1, HomeOffice, ist sowieso recht halbgar, aber wird schrittweise wieder aufgelöst, durch MicroManagement-Liebhaber(in) an der Spitze. ... Beispiel 2, das Zeitmanagement,- mißt bei AT-lern nicht die wirkliche Zeit, sondern eine Art Belastung, vertuscht also die Überstunden.
Karriere/Weiterbildung
Minimal-Wertung! ... Ich durfte mal an Trainings teilnehmen, bei denen ich genauso gut der Trainer hätte sein können. Ansonsten gibt es ein dickes Programm, aber ohne wirkliches Gewicht, sowas wie "MS-Office-Weiterbildung" oder "Wie telefoniere ich richtig"-Niveau,- danke nein.
De facto gibt es hier keine effiziente Weiterbildung, zumindest für mich mit >>50. Wohlgemerkt, ich bin nicht unwillig, aber verschwende meine Zeit nicht mit sowas.
Regelmäßige Prozesse zur "Förderung" und "Einstufung" der Mitarbeiter (s.o. unter Gehalt), aber es tut sich hier für die meisten nichts. Man muss schon Teil eines vom Konzern gesteuerten Karriere-Netzwerkes werden/sein, um partizipieren zu können. Ausbildung oder vorherige Karriere sind irrelevant. Bist Du drin, kommst Du weiter. Sonst werden Deine Bewerbungen auch gerne und oft innerhalb weniger Tage abgelehnt, ohne Studium des Lebenslauf. Weiterbildung?
Gehalt/Benefits
Der Konzern glaubt grade tatsächlich er würde Gehälter über dem Markt bezahlen! Nur weil irgendein Berater dies wunschgemäß bestätigt hat. - Kununu beweist das Gegenteil!
Gehaltsentwicklung war sowieso schon gekoppelt an automatisiertes Verfahren ohne Mitwirkung des Vorgesetzten. Mit dem Verfahren bleibt man als AT-ler definitiv unter der Entwicklung der Tarif-ler zurück und kann nur durch Stellenwechsel (und jahrelanger Wartezeit) dies wieder aufholen. Ab 45 ist damit aber eh Schluss, dann stagniert das Gehalt, bzw. fällt peux-a-peux immer weiter hinter der Inflation zurück.
Leute, wenn Ihr Euch bewerbt, verhandelt einmal am Anfang gut, denn danach ist Ende!
Anm.: Sozialleistungen = Standard
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Da versucht der Leuchtturm zu leuchten ... fahles Licht!
Corona, Flutopfer, Flüchtlinige, etc. - alles gut mit Außenwirkung.
Aber nach Innen ist alles abgebaut oder nicht existent! ... Family-Award, wo kam der her? Und wenn immer ich an tollen Programmen mit meinen Kiddies teilnehmen wollte, dann gab es die nicht mehr.
Kollegenzusammenhalt
Wie im richtigen Leben halt. ... Es geht im Team, darüber hinaus ist's aber in der Regel auch ok oder sogar gut.
Oder es gibt hauen und Stecken mit z.B. Demjenigen, der einem in den Rücken fällt mit Absprachen hinterm Rücken, obwohl ihn mein Projekt nichts angeht.
Umgang mit älteren Kollegen
Man befreit sich gerne von erfahrenen Mitarbeitern. Nennt sich Strategie!
Es gibt für ältere Kollegen weder Karriere-Förderung noch Gehaltsentwicklung - Ende!
Ohne Teilnahme an einem Programm zur Mitarbeiterentwicklung gibt es keine Weiterentwicklung. Der erfahrene Mitarbeiter braucht den da gelehrten Tinneff aber möglicherweise nicht oder fühlt sich selbst wie der Trainer des Trainers. Und durch die Verfahren der Vorselektion kommt der ältere Mitarbeiter sowieso nicht durch. Z.B. muss man mehrmals Top-Performer sein, durch Quotenregelung kommt ein >50 nie in den Genuss.
Vorgesetztenverhalten
"Er hat sich sehr bemüht", war mal eine Schulnote, noch bekannt? ... "Machtlos", trifft es gut. ... Wenn Du was hast und reklamierst, dann leiden sie mit, können aber aufgrund der entmachtenden HR-Prozesse de-facto nichts machen.
Arbeitsbedingungen
Da kann ich wirklich wenig meckern. Es gibt ein paar Defizite bzgl. der sog. Facilities,- also Büro, Büro-Gebäude, Parkplätze. Man muss auch schon selbst drauf achten, dass man nicht Spielball wird. Als IT ist der Stellenwert im Unternehmen sowieso gering, daher bekommst Du, was übrig bleibt. ... Insgesamt also 0,5 Stern Abzug. Einen weiteren halbe Stern Abzug für das Unvermögen eine vernünftige Home-Office-Lösung auszuarbeiten. Lange hat's gedauert, nichts ist's geworden.
Kommunikation
Ein Hin-und-Her, inzwischen wieder unterste Kante!
Richtig katastrophal war das noch vor etwas mehr als einem Jahrzehnt. Da wurden alle Themen von einer Hierarchieebene an die nächste gegeben. Zwischenzeitlich wurden mal Konzernwerte ausgelobt wie Openness, Trust und Transparency, und agil sollte das neue Credo sein. Aber wurde eh nur gelebt, wo das Management sich einen Vorteil davon erhofft hat. Wir sind wieder vollständig zurück bei traditionellem Methoden von z.B. Information Hiding (Wissensvorsprung), und hierachischem Denken/Kommunizieren (fachliche Pseudo-Überlegenheit). ... Willkommen im Chemiekonzern mit Tradition (aber nicht unbedingt im guten Sinne)!
Gleichberechtigung
Ja, ich sehe, daß es die Gleichberechtigung im Sinne von Mann/Frau gibt. Das geht soweit, dass oft genug nicht aufgrund von Kompetenz besetzt wird, sondern im Sinne der Geschlechterverteilung oder noch allgemeiner der Diversity.
Es gibt da ganz dolle Programme! Aber das ist alles nur die halbe Wahrheit.
Karriere und z.B. Teilzeit, das funktioniert hier nur auf dem Papier. Teilzeit und nicht Always-On, das verträgt sich halt nicht.
Interessante Aufgaben
Ja und nein. Da muss man halt auch selber dran arbeiten, tun aber nicht alle, sondern denken dies fällt wie in einem Beamtenladen vom Himmel. Auf der anderen Seite gibt es "interessante Aufgaben" oftmals auch nur als Chefsache, da ist dann nicht Kompetenz gefragt, sondern nur Position und späteres Renommee für die Karriereentwicklung. Für den Mitarbeiter ist dann wenig Luft für eigene Entwicklung.


