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Bewertung

Einstellen, abbauen, wieder einstellen und Wenig Jobsicherheit und ein fragwürdiges Personalmodell

2,3
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2023 im Bereich IT bei Expleo Germany in München gearbeitet.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Expleo sollte aufhören, das unternehmerische Risiko einer schwachen Projektlage faktisch auf die eigenen Mitarbeiter abzuwälzen. Wer Menschen mit unbefristeten Verträgen einstellt, sollte auch Verantwortung für eine nachhaltige Beschäftigung übernehmen und nicht erst dann reagieren, wenn keine ausreichenden Kundenprojekte mehr vorhanden sind.

Besonders problematisch ist dieses Modell für Junior-Mitarbeiter. Sie werden mit der Aussicht auf Entwicklung und langfristige Perspektiven eingestellt, können aber bei fehlenden Projekten sehr schnell in eine Situation geraten, in der genau diese Entwicklung abrupt beendet wird. Die langfristigen Folgen trägt nicht das Unternehmen, sondern der Mitarbeiter. Insbesondere dann, wenn sich der Arbeitsmarkt inzwischen verschlechtert hat.

Ein unbefristeter Vertrag darf nicht den Eindruck von Sicherheit vermitteln, wenn die tatsächliche Beschäftigung stark davon abhängt, ob kurzfristig ein Kunde gefunden wird. Wenn das Geschäftsmodell so funktioniert, sollte dies Bewerbern von Anfang an klar, offen und unmissverständlich gesagt werden.

Auch die wiederholten Kundeninterviews sind aus meiner Sicht ein strukturelles Problem. Mitarbeiter wurden bereits eingestellt, müssen sich aber für neue Projekte immer wieder erneut verkaufen, rechtfertigen und beweisen. Das schafft permanenten Druck und führt dazu, dass sich ein festes Arbeitsverhältnis teilweise wie eine endlose Bewerbungsphase anfühlt.

Das Unternehmen sollte weniger aggressiv einstellen, wenn keine stabile Projektpipeline vorhanden ist, und stattdessen realistisch planen, interne Alternativen schaffen und Mitarbeiter weiterentwickeln. Wer heute einstellt und morgen wegen fehlender Projekte wieder abbaut, handelt aus Mitarbeitersicht weder nachhaltig noch verlässlich.

Wenn Expleo langfristig als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden möchte, braucht es mehr als Recruiting-Kampagnen und neue Stellenausschreibungen. Es braucht Verlässlichkeit, ehrliche Kommunikation, echte Personalentwicklung und die Bereitschaft, das eigene Geschäftsrisiko nicht überwiegend von den Mitarbeitern tragen zu lassen.

Verbesserungsvorschläge

Das Unternehmen sollte seine Personalplanung grundsätzlich überdenken. Mitarbeiter einzustellen, obwohl keine ausreichend stabile Projektlage vorhanden ist, und sich später bei fehlenden Projekten wieder von ihnen zu trennen, ist aus Mitarbeitersicht keine nachhaltige Personalstrategie.

Gerade bei Junior-Mitarbeitern kann dieses Vorgehen erhebliche langfristige Folgen haben. Wer am Anfang seiner Karriere steht, benötigt Kontinuität, praktische Erfahrung und Entwicklungsmöglichkeiten. Wird diese Entwicklung durch eine Kündigung aufgrund fehlender Projekte unterbrochen, trägt der Mitarbeiter die Konsequenzen noch lange danach.

Ein unbefristeter Arbeitsvertrag sollte außerdem nicht lediglich auf dem Papier Sicherheit vermitteln. Wenn die Beschäftigung faktisch stark davon abhängt, ob kurzfristig ein Kundenprojekt verfügbar ist, sollte dies bereits im Bewerbungsprozess deutlich und ehrlich kommuniziert werden.

Auch die ständigen Kundeninterviews sollten kritisch hinterfragt werden. Mitarbeiter wurden bereits vom Unternehmen ausgewählt und eingestellt. Trotzdem müssen sie sich für neue Projekte immer wieder bei Kunden präsentieren und erneut beweisen. Das erzeugt unnötigen Druck und vermittelt das Gefühl, sich dauerhaft in einer Bewerbungsphase zu befinden.

Expleo sollte weniger kurzfristig einstellen und abbauen und stattdessen Verantwortung für eine nachhaltige Personalentwicklung übernehmen. Dazu gehören realistische Personalplanung, transparente Kommunikation über die tatsächliche Projektsituation, sinnvolle interne Einsatzmöglichkeiten zwischen Projekten sowie echte Weiterentwicklungsmöglichkeiten – insbesondere für Junior-Mitarbeiter.


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