Anfangs gefühlt wie in einer Familie, am Ende gefühlt wie eine Zahl
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Kollegen
- Alte Zeiten
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Gewinnspiel für Kununu-Bewertungen: Für mich ist es ein absolutes No-Go und sagt eigentlich alles über die aktuelle Lage aus. Anscheinend sind die echten Bewertungen so schlecht, dass jetzt intern ein Gewinnspiel für Kununu-Bewertungen veranstaltet wird. Man soll einen Screenshot seiner Bewertung einreichen, um teilzunehmen. Das wirkt auf mich wie der verzweifelte Versuch, ein sinkendes Image künstlich zu schönen.
- Pures Bodyleasing & KPI-Druck: Für mich fühlt sich das Geschäftsmodell wie reines Bodyleasing an. Alles ist extrem KPI-getrieben, was den Druck enorm erhöht und aus meiner Sicht zu kurzsichtigen Entscheidungen führt.
- Silodenken & Low-Quality-Devs: Diese KPI-Fokussierung fördert meiner Meinung nach ein extremes Silodenken. Die Qualität leidet spürbar, und mein Eindruck ist, dass es eine hohe Anzahl an Entwicklern mit niedrigem Qualitätsanspruch gibt.
- Hohe Mitarbeiterfluktuation: Das alles resultiert für mich in einer extrem hohen Mitarbeiterfluktuation. Erfahrene Leute bleiben anscheinend nicht lange, was die Wissenslücken und den Stress für die Verbleibenden nur noch vergrößert.
- Gehalt & Benefits: Das Gehaltsmodell und die minimalen Benefits tun aus meiner Sicht ihr Übriges, um diesen negativen Eindruck abzurunden.
Verbesserungsvorschläge
- Meiner Meinung nach sollten die Unternehmensziele nicht in einem Vakuum definiert, sondern enger an die aktuelle Wirtschaftslage angepasst werden. Ein konstruktiver Vorschlag wäre, die Ziele quartalsweise auf ihre Realisierbarkeit zu prüfen.
- Ich glaube, die Ellbogenmentalität ließe sich durch eine Anpassung der KPIs reduzieren. Derzeit scheint es so, als würden Mitarbeiter in erster Linie zur Kostenentlastung des eigenen Bereichs in Projekte gesetzt. Hier wäre ein System wünschenswert, das den Projekt- und Firmenerfolg über den Abteilungserfolg stellt.
- Meiner Ansicht nach könnte das Leistungsniveau der Mitarbeiter besser sichergestellt werden. Ein Vorschlag wäre, transparente und für alle gültige Standards zu definieren, an denen sich jeder orientieren kann.
- Ein wichtiger Vorschlag wäre, die Kunden- und Branchenstruktur stärker zu diversifizieren. Die aktuelle Konzentration auf wenige Kernkunden birgt ein Risiko, das man proaktiv reduzieren sollte.
- Ich fände es wichtig, die Gehälter bei gleicher Seniorität auf ein ähnliches Niveau zu bringen. Ein transparenteres Gehaltsband würde hier für mehr Fairness und Nachvollziehbarkeit sorgen.
- Ich halte eine Kommunikationsschulung für die Führungsetage (Vorstand & Rocket Board) für eine sehr sinnvolle Maßnahme. Eine klarere und empathischere Kommunikation würde das Vertrauen und das Verständnis für Entscheidungen im Unternehmen deutlich verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Mein Gefühl als Führungskraft war vor allem von einem geprägt: Stress. Die Atmosphäre hängt für mich direkt an den KPIs Projektquote & Kostenentlastung: Stimmen die Zahlen nicht, ist die Stimmung sofort im Keller.
Gleichzeitig gibt es diese absurde Parallelwelt: Wenn man das Glück hat, auf einem Projekt beim "richtigen" Kunden zu landen und einfach seine 8 Stunden buchen kann, ist es das totale "Easy Life". Für mich zeigt das eine extreme Ungleichheit und Willkür im System der KPIs Projektquote & Kostenentlastung.
Image
Meiner Meinung nach ist die Stimmung intern merklich gekippt; man spürt die Unzufriedenheit bei vielen Kollegen und kritische Stimmen werden immer lauter. Gleichzeitig fühlt es sich so an, als würde die Firma nach außen hin kaum existieren – fragt man rum, kennt den Namen außer den direkten Kunden kaum jemand.
Work-Life-Balance
Die sogenannte "Vertrauensarbeitszeit" ist für mich reine Fassade. Mein Eindruck ist, dass die unausgesprochene Erwartungshaltung lautet: Du hast jederzeit verfügbar zu sein, wenn der Kunde ruft. Dieser Druck hat aus meiner Sicht extreme Folgen: Ich habe persönlich erlebt, wie Kollegen in Meetings geweint haben oder wegen mentaler Probleme monatelang ausgefallen sind.
Karriere/Weiterbildung
Mein Eindruck ist: Die guten Karrierechancen sind vor allem ein Resultat der hohen Fluktuation. Wenn ständig gute Leute gehen, fühlt sich der eigene Aufstieg für mich eher wie ein Nachrücken an, nicht wie eine gezielte Förderung.
Gehalt/Benefits
Mein Eindruck vom Gehaltspaket ist ziemlich ernüchternd. Das Grundgehalt fühlt sich niedrig an, und ab dem Senior-Level wird man mit einem variablen Anteil gelockt, dessen Ziele für mich komplett utopisch und unflexibel scheinen. Die Regelung, dass man Vorschüsse auf den variablen Anteil bei verfehlten Zielen zurückzahlen muss, hinterlässt bei mir einen sehr bitteren Beigeschmack.
Bei den Benefits sieht es für mich nicht besser aus. Was da angeboten wird, wirkt auf mich wie das absolute Minimum an gesetzlicher Bezuschussung, sei es beim Deutschlandticket oder beim Fahrradleasing. Von echter Wertschätzung spüre ich da wenig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Für mich fühlt es sich so an, als wäre der frühere Wert der Nachhaltigkeit komplett über Bord geworfen worden. Ich habe den Eindruck, dass heute jede Entscheidung nur noch danach getroffen wird, was kurzfristig Geld einbringt, egal welche ursprünglichen Werte dafür geopfert werden.
Kollegenzusammenhalt
Beste Kollegen.
Umgang mit älteren Kollegen
Langdienende, erfahrene Kollegen waren für mich eine Seltenheit, weil die meisten das Unternehmen gefühlt schnell wieder verlassen. Die wenigen, die noch da sind, werden aus meiner Sicht eher nur verwaltet, anstatt wirklich gefördert zu werden.
Vorgesetztenverhalten
Ich persönlich hatte zwar Glück mit meinen direkten Vorgesetzten, aber mein Eindruck ist: Wenn man sich im Unternehmen so umschaut, fragt man sich bei manchen Führungskräften schon, wie die jemals auf ihre Position kommen konnten.
Arbeitsbedingungen
Die Büros sehen zwar auf den ersten Blick cool aus, aber das ist für mich reine Fassade. In der Realität sitzt man meiner Meinung nach mit veralteter Technik in einem lauten Großraumbüro. Einen ruhigen Ort für einen Call zu finden, empfand ich als täglichen Kampf.
Kommunikation
Meiner Meinung nach ist die Kommunikation des Vorstands eine absolute Katastrophe. Man fühlt sich als Mitarbeiter oft komplett im Dunkeln gelassen, und wichtige Entscheidungen kommen – wenn überhaupt – nur über den Flurfunk bei einem an.
Gleichberechtigung
Was ich wirklich gut finde: Es gibt einige Frauen in Führungspositionen und mein Eindruck ist, dass hier generell die Qualifikation zählt, nicht das Geschlecht. Das fühlt sich für mich fair und zeitgemäß an.
Interessante Aufgaben
Mein Eindruck von den Projekten ist ziemlich einseitig. Für mich fühlt es sich so an, als würde sich fast alles nur um Autos und Banken drehen. Wer technologisch am Puls der Zeit sein will, ist hier meiner Meinung nach falsch – meistens gibt der Kunde die veralteten Technologien vor, mit denen man dann arbeiten muss.
