Nicht empfehlenswert - es sei denn, man sammelt Material für einen Podcast
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Liste der positiven Aspekte ist schnell geschrieben: nichts. Man hatte immerhin oft Gesprächsstoff – außerhalb des Unternehmens.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Hier fällt es in meinen Augen schwer sich kurz zu fassen: fehlende Kommunikation, kaum Wertschätzung, kein Konzept für Mitarbeiterentwicklung, starkes Gegeneinander statt Miteinander und ein Ruf in der Branche, bei dem man besser den Arbeitgebernamen verschweigt. Und als Bonus: das Gefühl, jederzeit ersetzbar zu sein - motivierend ist das nicht gerade.
Dieser Arbeitgeber hat bei einer gewissen gerichtlichen Einrichtung, wo es um Beschwerden mit den Umgang von Mitarbeitern geht, vermutlich schon einen eigenen Parkplatz. Wobei, für die kürze der Parkdauer reicht auch das Halteverbot. Denn die regelmäßigen Besuche, die dort schon fast als Networking-Veranstaltungen durchgehen, haben meiner Erfahrung nach immer den selben Ausgang…
Verbesserungsvorschläge
Einfach den Betrieb schließen, die Türen zusperren und das Ganze als „Innovationspause“ verkaufen. Wer braucht schon zufriedene Angestellte, wenn man ständig neue Wege finden kann, Arbeitsrecht zu umgehen? Vielleicht wäre es eine Überlegung wert, einfach keine Mitarbeiter mehr zu haben - spart Papierkram, Kohle und lässt die Auslastung des Gerichtssystems sinken. Wäre in meinen Augen, die einzig richtige Lösung.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Team war nach meinem empfinden oft von Unsicherheit geprägt - man weiß nie, wer morgen noch da ist. Offene Kommunikation findet meiner Meinung nach kaum statt, was langfristig das Vertrauen stark belastet.
Image
Der Name des Unternehmens ist in der Region definitiv bekannt – allerdings nicht unbedingt für das, was man unter einem positiven Ruf versteht. Es reicht oft schon, den Namen zu erwähnen, um Stirnrunzeln oder ein wissendes Schmunzeln zu ernten. Meine Erfahrung - auch über die Region hinaus. Die Meinung scheint einhellig – was beeindruckend ist, wenn man bedenkt, wie unterschiedlich Menschen sonst denken.
Work-Life-Balance
Wer am Wochenende mal abschalten wollte, brauchte gute Argumente - oder ein ausgeschaltetes Handy. Erreichbarkeit war keine Erwartung, sondern Voraussetzung meinem Empfinden nach.
Karriere/Weiterbildung
Wer hier auf Karriere hofft, sollte Glück und starke Nerven mitbringen. Systematische Förderung gibt’s in meinen Augen nicht – Weiterbildung ist eher Privatsache. Der Alltag ist so dynamisch, dass man vermutlich jeden Tag etwas lernt – allerdings nicht das, was auf klassischen Schulungsplänen steht.
Gehalt/Benefits
Das Grundgehalt war fair und kam pünktlich. Sobald man jedoch Auslagen hatte, begann ein zähes Erinnerungsmanagement. Rückerstattungen erforderten oft mehrfaches Nachhaken über Wochen oder gar Monate hinweg. Sozialleistungen im klassischen Sinn – Fehlanzeige.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Klimaschutz stand vermutlich nicht ganz oben auf der Agenda. Repräsentation hatte Vorrang - Ressourcenverbrauch wurde großzügig gehandhabt, Nachhaltigkeit meine Meinung nach eher als optional betrachtet.
Kollegenzusammenhalt
Starke Grüppchenbildung prägte das Miteinander in meinen Augen.
Wer Anschluss fand, hatte es leichter – wer nicht, wurde zum Zuschauer.
Der Teamgeist war punktuell vorhanden, aber eher intern als gesamtbetrieblich.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang war gleichmäßig… distanziert. Alter spielte keine Rolle, alle wurden meiner Meinung nach sich gleich konsequent sich selbst überlassen. Die Personalfluktuation erinnerte zeitweise an ein Drehtürprinzip - wer kam oder ging, war manchmal selbst für das Team eine Überraschung.
Vorgesetztenverhalten
Führung war hier eher eine Frage der Interpretation. Entscheidungen wirkten oft spontan, Kommunikation lief nach dem Prinzip: „Wird sich schon irgendwie rumsprechen.“ Konstruktives Feedback oder Zielgespräche? Eher selten… - korrigiere: nicht vorhanden. Man wusste nie so ganz, ob man gerade glänzt oder kurz vor der Entlassung steht: Spannung pur in meinen Augen!
Arbeitsbedingungen
Die Büros hatten historischen Charme - leider nicht im positiven Sinn. Ergonomisch war es eher ein Abenteuer und moderne Infrastruktur war es in meinen Augen ein seltenes Highlight.
Kommunikation
Kommunikation geschah meiner Meinung nach, nach dem Zufallsprinzip. Neue Mitarbeiter standen plötzlich da - oder waren über Nacht verschwunden. Informationen flossen selektiv - auf Nachfragen reagierte man mit Schulterzucken oder Stille.
Gleichberechtigung
Im Unternehmen wurde meiner Ansicht nach jeder gleich behandelt – außer den Lieblingen natürlich. Manche Kolleg*innen genossen deutlich mehr Aufmerksamkeit, während andere auch nach Jahren noch mit „Wie heißt der nochmal?“ bedacht wurden. Wer sichtbar war ,hatte Glück. Wer nicht, war immerhin unauffällig ersetzbar.
Interessante Aufgaben
Interessant war vor allem, wie flexibel die Aufgaben waren - nicht selten erfuhr man morgens, dass man heute etwas völlig anderes macht als geplant. Wer Multitasking liebt und keine klare Zuständigkeit braucht, findet hier meiner Meinung nach ein echtes Abenteuerfeld.