Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeit mit den Familien selbst war inhaltlich interessant und herausfordernd. Auch der Austausch und die Unterstützung unter den Kolleginnen haben den Arbeitsalltag teilweise erträglicher gemacht. Zudem war das Gehalt grundsätzlich fair und die Möglichkeit zur Teilnahme an Fortbildungen grundsätzlich gegeben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsorganisation war chaotisch, Termine wurden häufig kurzfristig geändert oder ohne Rücksprache eingetragen. Die Kommunikation war unzureichend, wichtige Informationen wurden oft nicht weitergegeben. Der Führungsstil der Chefin war dominant und kontrollierend, was zu einem belastenden Arbeitsumfeld führte. Ständige Personalwechsel, fehlende Struktur und unklare Zuständigkeiten erschwerten die Arbeit zusätzlich. Pausen, Bürozeiten und private Termine wurden nicht zuverlässig respektiert, und die Abrechnung von Lohn und Fortbildungskosten war fehlerhaft und unklar.
Verbesserungsvorschläge
• Struktur und Organisation verbessern: Klare Abläufe, festgelegte Verantwortlichkeiten und ein verlässlicher Kalender würden den Arbeitsalltag deutlich erleichtern.
• Kommunikation stärken: Informationen zu personellen Veränderungen, Terminen und Aufgaben sollten rechtzeitig und transparent weitergegeben werden, um Missverständnisse und Stress zu vermeiden.
• Unterstützung der Mitarbeitenden: Ein wertschätzender Umgang, klare Rückmeldungen und feste Ansprechpartner würden die Motivation und das Arbeitsklima verbessern.
• Fortbildungsmanagement: Fortbildungszeiten sollten geschützt sein, Unterbrechungen vermieden werden und Abrechnungen korrekt und transparent erfolgen.
• Work-Life-Balance respektieren: Pausen, Bürozeiten und private Termine sollten verlässlich eingehalten und nicht durch spontane Änderungen gefährdet werden.
• Teamstabilität fördern: Hohe Fluktuation sollte reduziert werden, um ein stabiles, motiviertes Team aufzubauen.
Arbeitsatmosphäre
Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen war größtenteils angenehm und hat vieles erträglicher gemacht. Leider herrschte insgesamt eine sehr unruhige und belastende Atmosphäre, da ständig Mitarbeiterinnen kamen und gingen. Auch die betreuten Familien waren über diesen ständigen Wechsel unzufrieden. Struktur und Organisation fehlten völlig: Termine wurden ohne Absprache in den Kalender eingetragen, verändert oder gelöscht, und man musste täglich prüfen, ob neue Aufgaben oder Fälle hinzugekommen waren. Dadurch entstand permanenter Druck und Unsicherheit. Eine wertschätzende oder ruhige Arbeitsatmosphäre war leider nicht vorhanden.
Image
Das Image des Unternehmens innerhalb der Branche und nach außen war leider eher negativ geprägt. Häufige Personalwechsel, unklare Abläufe und mangelnde Struktur wirkten sich stark auf die Wahrnehmung und das Vertrauen aus. Insgesamt hinterlässt das Unternehmen keinen stabil positiven Eindruck.
Work-Life-Balance
Eine ausgewogene Work-Life-Balance war kaum möglich. Durch die ständigen Änderungen im Kalender, kurzfristig eingetragene Termine und fehlende Absprachen war es fast unmöglich, den Tag zu planen oder private Termine einzuhalten. Oft wurden Termine einfach verschoben oder neu angesetzt, ohne Rücksprache selbst während geplanter Pausen oder privater Verpflichtungen. Man musste dann selbst organisieren, dass Kolleginnen einspringen, um überhaupt Freiräume zu haben.
Überstunden waren nur nach Absprache mit der Chefin erlaubt, und laut Vertrag verfielen 10 % der geleisteten Überstunden automatisch. Trotzdem kam es regelmäßig vor, dass man länger blieb, etwa 15–30 Minuten, ohne dass diese Zeit angerechnet wurde. Pausen konnte man grundsätzlich nehmen, aber durch die willkürlichen Änderungen im Kalender wurden sie häufig verschoben oder ganz gestrichen. Insgesamt war dadurch eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Privatleben kaum möglich.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten existierten grundsätzlich. Allerdings war die Umsetzung problematisch: Die Fortbildungszeiten mussten in den Kalender eingetragen werden, wurden aber oft durch andere Termine überschrieben oder es gab ständige Unterbrechungen, sodass die Fortbildung nicht in Ruhe durchgeführt werden konnte. Dies führte dazu, dass sich die Dauer der Fortbildung automatisch verlängerte und der monatlich abgezogene Anteil der Kosten geringer ausfiel. Nach meiner Kündigung gab es Probleme mit der Abrechnung der Fortbildungskosten, sodass ich hinterherlaufen musste, um den korrekten Betrag zu erhalten. Insgesamt war die Weiterbildung also möglich, aber stark durch organisatorische Mängel und unklare Abrechnungen erschwert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war grundsätzlich gut
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Direkt zu Umwelt- oder Nachhaltigkeitsthemen konnte ich keine besonderen Maßnahmen oder Initiativen im Unternehmen feststellen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen war das Einzige, was den Arbeitsalltag teilweise erträglich gemacht hat. Trotz des hohen Drucks und der schlechten Organisation haben sich viele gegenseitig unterstützt, wenn es Probleme gab oder man überfordert war. Leider war der ständige Personalwechsel ein großes Problem ständig kamen neue Mitarbeitende, während andere wieder kündigten. Dadurch konnte kein stabiles Team entstehen, und man musste sich immer wieder neu einarbeiten und an neue Abläufe gewöhnen. Der Zusammenhalt war also grundsätzlich da, aber die hohe Fluktuation und fehlende Struktur haben ihn stark belastet.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen war grundsätzlich gut, und ich habe den Austausch mit ihnen sehr geschätzt, da er den Arbeitsalltag oft erleichtert hat. Leider blieben auch diese Mitarbeitenden meist nicht lange, was das Arbeiten zusätzlich erschwerte. Generell machte der Führungsstil der Chefin auch vor älteren Mitarbeitenden nicht halt: Dominanz, Kontrollzwang und fehlende Rücksicht auf individuelle Arbeitsweisen prägten das Miteinander, sodass auch ältere Kolleg*innen sich den chaotischen Abläufen und ständigen Anpassungen unterordnen mussten.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten war leider respektlos und unprofessionell. Kritik oder Nachfragen wurden oft als Angriff gewertet, anstatt als Versuch, Missverständnisse zu klären oder Abläufe zu verbessern. In Teamsitzungen oder sogar vor Klient*innen kam es vor, dass Mitarbeitende bloßgestellt oder herabgesetzt wurden beispielsweise mit sarkastischen Kommentaren oder spöttischen Bemerkungen. Auch in schwierigen Situationen gab es kaum Unterstützung, stattdessen wurde man unter Druck gesetzt.
Absprachen wurden häufig nicht eingehalten: Die Chefin versprach Familien ihre Anwesenheit bei Terminen, erschien dann aber entweder sehr verspätet oder gar nicht, ohne vorher Bescheid zu geben. Entscheidungen traf sie allein, oft ohne das Team zu informieren. Nach meiner Kündigung folgten unangemessene Nachrichten und unnötige Verzögerungen bei Lohn- und Zeugnisangelegenheiten. Insgesamt fehlten Empathie, Respekt und Führungsverhalten, das Vertrauen schafft.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren stark von fehlender Struktur und chaotischer Organisation geprägt. Termine wurden häufig kurzfristig in den Kalender eingetragen, verändert oder gelöscht, oft ohne Rücksprache, wodurch ständiger Druck entstand. Dokumentationen sollten während der Familiengespräche erledigt werden, obwohl laut Vorschriften Bürozeiten dafür vorgesehen sind. Überstunden waren nur nach Absprache mit der Chefin erlaubt, und 10 % der Überstunden verfielen vertraglich automatisch. Auch kleine Überschreitungen, wie 15–30 Minuten länger bleiben, wurden meist nicht angerechnet. Pausen konnten zwar genommen werden, wurden aber regelmäßig durch spontane Terminänderungen verschoben oder mussten selbst organisiert werden. Die ständige Fluktuation im Team und fehlende Unterstützung erschwerten zusätzlich die Arbeitsorganisation und das Einhalten klarer Abläufe.
Kommunikation
Eine funktionierende Kommunikation gab es kaum. Wichtige Informationen wurden nicht weitergegeben, weder über personelle Veränderungen noch über neue oder beendete Fälle. Oft standen plötzlich neue Mitarbeitende vor der Tür oder begleiteten mich unangekündigt zu Terminen, ohne dass ich oder die Familien vorher informiert wurden. Termine wurden regelmäßig ohne Rücksprache in den Kalender eingetragen oder gelöscht, was zu großem Durcheinander führte. Auch Absagen von Klient*innen wurden teilweise nicht weitergeleitet, sodass man zu Terminen erschien, die gar nicht stattfanden. Rückmeldungen an die Leitung führten selten zu Verbesserungen, im Gegenteil, Kritik oder Nachfragen wurden häufig als persönlicher Angriff verstanden. Insgesamt war die Kommunikation unkoordiniert, unzuverlässig und respektlos.
Gleichberechtigung
Offiziell gab es keine Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht, Alter oder Hintergrund. Das Verhalten der Chefin war jedoch stark von ihrem persönlichen Führungsstil geprägt: Sie ist sehr dominant, kontrollierend und glaubt oft, alles besser zu wissen. Mitarbeitende mussten sich ihrem Humor und ihrem Vorgehen anpassen, da andere Perspektiven kaum berücksichtigt wurden. Dieses Verhalten zeigte sich bei allen Mitarbeitenden gleichermaßen und prägte das Arbeitsumfeld.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich waren inhaltlich spannend und herausfordernd, insbesondere im Bereich der ambulanten Familienhilfe. Es war motivierend, direkt mit Familien zu arbeiten und ihnen zu helfen. Leider wurde das Potenzial durch die chaotische Organisation, ständige Personalwechsel und mangelnde Unterstützung stark eingeschränkt. Oft kam es zu unklaren Zuständigkeiten, kurzfristigen Terminänderungen oder fehlender Vorbereitung, sodass man sich auf die eigentlichen Aufgaben kaum konzentrieren konnte. Die interessant klingenden Aufgaben wurden dadurch häufig mit unnötigem Stress und Druck verbunden.