Interessante Aufgaben, aber deutliche strukturelle und kulturelle Defizite
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt einzelne Führungspersonen, die eine klare Vision verfolgen, fachlich kompetent sind und sich engagiert für ihre Mitarbeitenden einsetzen.
Dieses positive Führungsverständnis ist jedoch nicht flächendeckend vorhanden und stark vom jeweiligen Bereich abhängig, wodurch ein einheitlicher Führungsstil im Unternehmen nicht erkennbar ist.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Problematisch ist insbesondere das Zusammenspiel aus informeller Kommunikation und persönlicher Bevorzugung, das bereichsübergreifend wahrnehmbar ist.
Entscheidungen, Entwicklungsmöglichkeiten und der Umgang mit Mitarbeitenden wirken dadurch nicht einheitlich und nur eingeschränkt fair. Eine gelebte Gleichberechtigung im Sinne transparenter und nachvollziehbarer Maßstäbe ist insgesamt nicht erkennbar.
Verbesserungsvorschläge
Wünschenswert wäre eine stärkere Ausrichtung auf transparente Prozesse und tatsächliche Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden. Informelle Abhängigkeiten sollten reduziert werden.
Ergänzend könnten regelmäßige 360-Grad-Feedbacks für Führungskräfte sowie anonymisierte Feedbackformate dazu beitragen, Offenheit zu fördern und Vertrauen zu stärken.
Arbeitsatmosphäre
Die Unternehmenskultur entspricht aus meiner Sicht nicht den nach außen kommunizierten Werten.
Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden war nicht gegeben. Entscheidungen, Rückhalt und Entwicklungsmöglichkeiten wirkten nicht transparent und orientierten sich aus meiner Erfahrung stärker an persönlichen Konstellationen als an einheitlichen Maßstäben.
Mitarbeitende ohne diese Nähe wurden spürbar anders behandelt. Diese fehlende Fairness und das Messen mit zweierlei Maß haben bei mir zu großer menschlicher Enttäuschung geführt.
Image
Das externe Image des Unternehmens ist stark auf eine positive Außendarstellung ausgerichtet. Nach innen zeigt sich jedoch ein deutlich differenzierteres Bild.
Zwischen Anspruch und gelebter Realität besteht spürbar Abstand – ein Blick hinter die Fassade relativiert vieles, was nach außen sehr überzeugend wirkt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war nicht durchgängig gegeben. Zwar liegt Eigenverantwortung grundsätzlich auch bei jeder einzelnen Person, jedoch wurde seitens der Führungskräfte nicht immer ausreichend auf eine realistische Belastungssteuerung geachtet.
Häufig standen operative Anforderungen und eigene Interessen stärker im Vordergrund als die nachhaltige Berücksichtigung der Mitarbeitenden.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten sind grundsätzlich vorhanden und werden auch angeboten.
Die Karriereentwicklung hingegen wirkte wenig strukturiert und nicht einheitlich geregelt. Aufstiegschancen waren stark personenabhängig und orientierten sich nur eingeschränkt an Leistung oder Qualifikation. Eine transparente und gleichberechtigte Entwicklungsperspektive war insgesamt nicht erkennbar.
Gehalt/Benefits
Die angebotenen Sozialleistungen sind insgesamt in Ordnung. Das Gehalt entspricht jedoch nicht in allen Bereichen den marktüblichen Bedingungen und ist zudem nicht durchgängig einheitlich verteilt.
Unterschiede in der Vergütung wirkten teilweise wenig transparent und nicht klar leistungsbezogen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umwelt- und Sozialbewusstsein werden im Unternehmen klar thematisiert und sind grundsätzlich vorhanden. Der Wille zur Umsetzung ist erkennbar, auch wenn Maßnahmen im Arbeitsalltag nicht immer konsequent oder vollständig greifen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Kollegenkreis war uneinheitlich. Mit einzelnen Kolleginnen und Kollegen ließ sich ein gutes und konstruktives Miteinander aufbauen.
In herausfordernden Situationen zeigte sich jedoch, dass dieser Zusammenhalt nicht durchgängig verlässlich war. Sobald eigene Interessen oder persönliche Näheverhältnisse betroffen waren, fehlte häufig Rückhalt. Insgesamt war der Kollegenzusammenhalt stark personenabhängig und bot in kritischen Momenten nur eingeschränkt Orientierung und Sicherheit.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Mitarbeitenden war stark vom jeweiligen Innenverhältnis abhängig. Eine echte Gleichberechtigung zwischen jüngeren und älteren Kolleginnen und Kollegen war nicht erkennbar.
Karriereentwicklung und Förderung orientierten sich nur eingeschränkt an Leistung und Erfahrung. Stattdessen wurden überwiegend jüngere Mitarbeitende unterstützt, während hochqualifizierte ältere Kolleginnen und Kollegen häufig unberücksichtigt blieben.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhältnis zu den Vorgesetzten war insgesamt sehr variabel und stark personenabhängig. Einheitliche Führungsgrundsätze waren nicht durchgängig erkennbar.
Entscheidungen und Prioritäten orientierten sich häufig eher an individuellen Interessen als am nachhaltigen Interesse der Mitarbeitenden, was Vertrauen und Verlässlichkeit im Führungsalltag erschwerte.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren grundsätzlich in Ordnung. Allerdings wurde nicht durchgängig darauf geachtet, Mitarbeitende vor dauerhaft hoher Arbeitsbelastung zu schützen.
Kommunikation
Die interne Kommunikation empfand ich über weite Strecken als wenig transparent und nicht klar strukturiert. Informationen wurden teilweise uneinheitlich oder situationsabhängig weitergegeben.
Zudem wurden Inhalte kommuniziert, die aus meiner Sicht nicht für alle Mitarbeitenden bestimmt waren. Vertrauliche Themen gelangten wiederholt über informelle Wege in den Umlauf.
Der sogenannte Flurfunk spielte dabei eine zentrale Rolle und wurde genutzt, um Themen voranzutreiben, die weder sachlich noch kommunikativ angemessen eingeordnet wurden. Dies führte aus meiner Sicht zu Verunsicherung, Missverständnissen und einem insgesamt wenig professionellen Kommunikationsklima.
Gleichberechtigung
Vielfalt und Gleichberechtigung werden kommunikativ stark hervorgehoben, zeigten sich im Arbeitsalltag jedoch nicht durchgängig. Während jüngere Mitarbeitende gezielt gefördert wurden, blieben ältere, trotz hoher Qualifikation und Leistung, häufig unberücksichtigt. Dadurch entstand der Eindruck einer unausgewogenen und wenig inklusiven Entwicklungspolitik.
Interessante Aufgaben
Die Aufgabenbereiche waren insgesamt interessant, vielseitig und fachlich anspruchsvoll. Dies stellte eindeutig den positivsten Aspekt der Tätigkeit dar und bot inhaltlich abwechslungsreiche Herausforderungen.


