Hochglanz-Image nach außen - Druck, Angst und Wegsehen im Inneren
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sozialleistungen, Vergünstigungen in der Kantine
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Arbeitsatmosphäre und Betriebsklima
Vorgesetztenverhalten
Umgang mit Beschwerden
Work-Life-Balance
Intransparente übertarifliche-Zulagen
Verbesserungsvorschläge
Sollte das Unternehmen auf diese Bewertung reagieren und sich für meine Erfahrungen entschuldigen oder die Situation als Einzelfall darstellen, entspricht dies aus meiner Sicht nicht der Realität, die ich über einen sehr langen Zeitraum erlebt habe. Für mich wirkt ein solches Vorgehen eher wie Imagepflege, nicht wie ernsthafte Auseinandersetzung mit den strukturellen Problemen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist aus meiner Sicht von dauerhaftem Druck und Unsicherheit geprägt. Offen über Probleme zu sprechen ist kaum möglich, da Kritik nicht als Chance sondern als Störung wahrgenommen wird. Viele Mitarbeitende halten den Kopf unten, um nicht selbst in Visier zu geraten. Eine offene oder vertrauensvolle Fehlerkultur, konnte ich nicht erkennen.
Image
Ferrero verfügt über ein sehr starkes Image und versteht es, sich als Top Arbeitgeber zu präsentieren. Meine persönliche Erfahrung war jedoch geprägt von Angst, Schweigen und Wegsehen. Viele Mitarbeitende - insbesondere ältere - bleiben, weil sie Angst vor Konsequenzen haben oder die verbleibenden Jahre „einfach noch durchhalten“. Aussagen wie „Wenn ich jünger wäre, wäre ich längst weg“ habe ich regelmäßig gehört. Probleme werden aus meiner Sicht nicht gelöst, sondern gedeckt. Entscheidend sind am Ende Zahlen - nicht die Menschen die sie erwirtschaften. Wer einen Arbeitgeber sucht, bei dem Respekt, Fairness und Verantwortung nicht nur auf Plakaten stehen, sondern auch im Alltag gelebt werden, sollte sehr genau hinschauen. Meine Erfahrungen bei Ferrero Stadtallendorf waren geprägt von Druck, keine Konsequenzen bei Führungsfehlverhalten und einer großen Diskrepanz zwischen Image und Realität.
Work-Life-Balance
Die Schichtarbeit schränkt die Work-Life-Balance erheblich ein. Flexible Arbeitszeitmodelle, Tagschicht oder Homeoffice sind nur in wenigen Bereichen möglich. Selbst diese, wo Anpassungen organisatorisch machbar wären, werden sie aus meiner Erfahrung nicht ernsthaft geprüft. Starre Modelle haben Vorrang vor individuellen Lösungen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten begrenzt bzw. Nicht systematisch. Oft stehen Aufstiegschancen nicht fair im Verhältnis zur Verantwortung. Entscheidungen sind oft intransparent oder willkürlich.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten habe ich als massiv problematisch erlebt. In meinem Arbeitsumfeld entstand über Jahre der Eindruck, dass Bossing nicht nur vorkommt, sondern stillschweigend geduldet wird. Fehlverhalten von Führungskräften hatte nach meiner Wahrnehmung kaum bis keine Konsequenzen. Statt Unterstützung wird mit Abmahnungen, Kündigungen, Gesprächen mit der Personalabteilung und Zwangsversetzungen Druck aufgebaut. Zusätzlich hatte ich den Eindruck, dass Mitarbeitende gezielt mit unangenehmen oder zusätzlichen Tätigkeiten unter Druck gesetzt werden, wenn sie kritisch auftreten. Dieses Vorgehen erzeugt Angst und führt dazu, dass Missstände nicht mehr angesprochen werden.
Arbeitsbedingungen
Nach außen wird stark mit Arbeitsschutz und Mitarbeitersicherheit geworben. In der Praxis hatte ich jedoch wiederholt den Eindruck, von reinem Marketing. Wenn es darauf ankommt, stehen Produktion und Kennzahlen im Vordergrund. Sicherheitsbedenken der Mitarbeitenden werden aus meiner Sicht relativiert oder ignoriert - Hauptsache, der Betrieb läuft weiter. Für mich klaffen Anspruch und Realität hier besonders deutlich auseinander.
Kommunikation
Die von mit geschilderten Problematiken wurden nicht erst beim Offboarding-Gespräch angesprochen, sondern mehrfach im Laufe der letzten Jahre. Ich habe diese Themen wiederholt bei meinem direkten Vorgesetzten, dessen Vorgesetzten, beim Betriebsrat sowie bei der Personalabteilung Thematisiert. Trotz dieser mehrfachen Eskalationen über verschiedene Ebenen hinweg, kam es aus meiner Sicht zu keiner nachhaltigen Verbesserung. Die Problematiken waren bekannt, wurden dokumentiert und dennoch blieb das Verhalten und die Arbeitsbedingungen unverändert. Dies verstärkte bei mir den Eindruck, dass Verhalten von Führungskräften zwar wahrgenommen, aber letztlich toleriert oder gedeckt wird. Auch im Offboarding-Gespräch wurden die Punkte nochmals detailliert und ausführlich angesprochen und dokumentiert. Nach meinem Eindruck wurden diese Hinweise zwar zur Kenntnis genommen, führten jedoch erneut zu keinem erkennbaren Konsequenzen. Sollte das Unternehmen auf diese Bewertung reagieren und sich für meine Erfahrungen entschuldigen oder die Situation als Einzelfall darstellen, entspricht dies aus meiner Sicht nicht der Realität, die ich über einen sehr langen Zeitraum erlebt habe.
Gehalt/Benefits
Die tarifliche Bezahlung ist grundsätzlich in Ordnung. Die übertarifliche Vergütung empfinde ich jedoch als willkürlich und intransparent. Mitarbeitende mit vergleichbarer Qualifikation, Tätigkeit und Betriebszugehörigkeit erhalten unterschiedliche Zulagen, ohne nachvollziehbare Erklärung. Gespräche über Gehälter unter den Mitarbeitenden wird Verboten, was den Eindruck von Ungleichbehandlung weiter verstärkt. Ein Aufstieg lohnt sich finanziell oft kaum: Mehr Verantwortung, mehr Druck aber nur minimale Gehaltsunterschiede.


