Viel Verantwortung bei wenig klaren Strukturen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gut finde ich, dass Ferring Produkte herstellt, die Menschen wirklich helfen und einen sinnvollen Zweck haben. Auch die Aufgaben sind abwechslungsreich und technisch interessant. Besonders die Zusammenarbeit mit vielen engagierten Kollegen macht die Arbeit weiterhin angenehm.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht finde ich vor allem die Entwicklung bei Führung, Kommunikation und Arbeitsbedingungen. Entscheidungen sind teilweise schwer nachvollziehbar, Verantwortlichkeiten nicht immer klar und der Zusammenhalt hat nachgelassen. Mitarbeiter mit Erfahrung und langer Betriebszugehörigkeit werden nicht immer ausreichend wertgeschätzt. Gleichzeitig wurden Benefits und Weiterbildungsbudgets deutlich reduziert, während die Anforderungen weiter steigen. Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit GMP- und Compliance-Themen. Hier fehlt aus meiner Sicht teilweise das notwendige Verständnis und die konsequente Umsetzung im Arbeitsalltag.
Verbesserungsvorschläge
Benefits wieder stärker den Mitarbeitern zugutekommen lassen. Kaffee, Tee und Wasser sind für mich kein echter Benefit. Langjährige Mitarbeiter und Leistungsträger sollten wieder mehr Wertschätzung erfahren. Auf einigen Führungsebenen fehlen aus meiner Sicht teilweise das notwendige Verständnis für die praktischen Abläufe und die damit verbundenen Anforderungen. Gerade bei GMP- und Compliance-Themen sollten Vorgaben konsequent umgesetzt und nicht umgangen werden. Mitarbeiter sollten stärker eingebunden und ihre Erfahrung ernst genommen werden. Probleme sollten frühzeitig erkannt und nachhaltig gelöst werden, anstatt erst kurz vor Kontrollen oder Audits bearbeitet zu werden.
Arbeitsatmosphäre
Im Team ist der Zusammenhalt grundsätzlich noch vorhanden, allerdings ziehen längst nicht alle Kollegen an einem Strang. Dadurch entstehen zusätzliche Spannungen und Frust.
Image
Im Vergleich zu anderen Standorten wirkt der Standort Kiel deutlich schlechter aufgestellt. Nach außen präsentiert sich das Unternehmen deutlich besser, als es im Arbeitsalltag tatsächlich erlebt wird. Themen wie Mitarbeiterzufriedenheit, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung werden stark betont, während intern teilweise ein anderes Bild entsteht.
Work-Life-Balance
Durch die zunehmende Arbeitsbelastung, kurzfristige Änderungen und zusätzliche Aufgaben wird es schwieriger, Arbeit und Privatleben klar voneinander zu trennen. Besonders belastend ist, dass offene Themen und zusätzlicher Druck häufig bei den Mitarbeitern hängen bleiben.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind kaum noch vorhanden. Die Budgets wurden so stark reduziert, dass externe Schulungen teilweise kaum noch möglich sind. Mit einem Weiterbildungsbudget von 150 € pro Mitarbeiter lassen sich qualifizierte Schulungen nur sehr begrenzt realisieren. Auch Aufstiegsmöglichkeiten wirken zunehmend eingeschränkt.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt steht nicht in einem angemessenen Verhältnis zum Aufgaben- und Verantwortungsbereich. Auch die Eingruppierung erscheint teilweise nicht nachvollziehbar. Bei der Einstellung wurden Erwartungen und Zusagen vermittelt, die sich später nicht entsprechend erfüllt haben. Bei den Benefits wurden in den letzten Jahren zudem mehrere Leistungen gestrichen, sodass das ursprüngliche Gesamtpaket deutlich an Attraktivität verloren hat.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen wird viel Wert auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung gelegt, im Arbeitsalltag ist davon jedoch nicht immer viel zu spüren. Teilweise entsteht der Eindruck, dass vor angekündigten Behördenkontrollen kurzfristig nachgebessert wird, damit nach außen alles ordnungsgemäß wirkt.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist grundsätzlich vorhanden, aber leider nicht auf allen Ebenen. Während einige Kollegen sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam nach Lösungen suchen, verfolgen andere eher ihre eigenen Interessen. Dadurch fehlt es teilweise an echter Zusammenarbeit und Teamgefühl.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren und langjährigen Kollegen ist teilweise schwierig. Erfahrung und langjährige Betriebszugehörigkeit werden nicht immer ausreichend wertgeschätzt und bei Entscheidungen zu wenig berücksichtigt. In letzter Zeit gab es zudem Kündigungen von Mitarbeitern mit langer Betriebszugehörigkeit. Dabei entstand teilweise der Eindruck, dass ihnen Fehlverhalten vorgeworfen wurde, anstatt ihre langjährige Erfahrung und Leistung angemessen zu berücksichtigen
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten unterscheidet sich deutlich zwischen den Ebenen. Der direkte Vorgesetzte steht hinter dem Team, während eine Ebene darüber wenig Unterstützung wahrgenommen wird. Teilweise werden Entscheidungen getroffen, die die darunterliegende Führungsebene schwächen und ihre Arbeit erschweren.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen haben sich deutlich verschlechtert. Die Anforderungen und der Arbeitsaufwand nehmen zu, während klare Strukturen, ausreichende Unterstützung und verlässliche Planung teilweise fehlen. Dadurch entsteht unnötiger Druck im Arbeitsalltag.
Kommunikation
Informationen werden häufig zu spät oder gar nicht weitergegeben. Entscheidungen und Änderungen erreichen die Mitarbeiter teilweise erst, wenn sie bereits umgesetzt werden. Dadurch entstehen Missverständnisse, unnötiger Aufwand und Frust.
Gleichberechtigung
Aufgaben, Verantwortung und Anerkennung werden nicht immer nachvollziehbar und einheitlich verteilt. Teilweise entsteht der Eindruck, dass für unterschiedliche Personen unterschiedliche Maßstäbe gelten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich interessant und abwechslungsreich. Es gibt viele technische Herausforderungen und Möglichkeiten, eigenständig Lösungen zu finden. Die Arbeit selbst macht Spaß, auch wenn die Rahmenbedingungen teilweise unnötig erschwert werden.