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Bewertung

Furcht, Ungewissheit und Zweifel - ein schneller und tiefer Fall

1,6
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Festo SE & Co. KG in Berkheim gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Inzwischen leider wenig. Viele von denen, die es noch nicht erwischt hat, werden bei besser Marktlage gehen, weil es kein Vertrauen mehr gibt. Selbst auf unterster Ebene. Wie sollen MA mit ihren Führungskräften noch vertrauensvoll zusammenarbeiten? Jeder weiß, was den betroffenen Kollegen in den Gesprächen um die Ohren gehauen wird. Jeder weiß, dass die Führungskräfte ihre MA nicht verteidigen. Jeder weiß, dass gute Leitung nicht mehr zählt. Am Ende ist man ein Name in einer Liste, die eher nach Wohlgefallen als anhand von (nachweislicher) Leistung erstellt wird.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die Unternehmensführung lag vor 5 Jahren mit seiner Strategie falsch, nun müssen die MA büßen. Warum sollen diese nun mehr Vertrauen in die neue Strategie haben, wenn es an der Stelle, an der Entscheidungen getroffen werden, keine Konsequenzen oder Lerneffekte gibt? Dazu noch eine wenig überzeugende und sehr unsouveräne Präsentation der Veränderungen durch die Vorstände. Man hat nicht das Gefühl, dass die Führungsebene der Situation und den Herausforderungen gewachsen ist, kreative Ideen hat und bereit ist, die Situation _mit_ ihren MA gemeinsam zu lösen. So schafft man keinen Wechsel. So schafft man Furcht, Ungewissheit und Zweifel.

Verbesserungsvorschläge

Den MA eine Mindestmaß an Wertschätzung entgegenbringen. Dies gilt auch für die Inhaberfamilie, die die aktuellen Maßnahmen unterstützt und damit vermutlich auch die Transformation der Unternehmenskultur. Feedback der MA ernst nehmen und nicht ignorieren. Vieles hätte vermieden werden können und viel Geld gespart werden können, wenn kritisches Feedback geschätzt und nicht (gefühlt) abgelehnt wird.

Arbeitsatmosphäre

Mitarbeiter sind diejenigen, die die Fehleinschätzungen und zu hohen Ziele des Unternehmens der letzten Jahre nun tragen. Führungskräfte und andere Beteiligte wurden geschult, wie sie mit den MA umzugehen haben. Die Meinungen dazu kann man in der Presse verfolgen und deckt sich mit der Wahrnehmung der Kollegen.

Stuttgarter Zeitung: Zu viel Druck auf ungeliebte Mitarbeitende? „Dieses Ausmaß noch nicht erlebt“. Festo will 1300 Stellen abbauen. Um das zu erreichen, baut das Esslinger Unternehmen wohl massiv Druck auf auf Mitarbeitende auf.

MA die hart gearbeitet haben, sich viel Jahre überdurchschnittlich eingebracht haben, werden nun kommentarlos, ohne ein Wort der Anerkennung "gehen gelassen" (bzw. sehen sich in Personalgesprächen "kritischen Behauptungen" gegenüber, die sie nicht entkräften können). Man hat nicht das Gefühl, dass das Unternehmen viel Wert auf einen fairen Umgang mit den MA legt. Es ist das Gefühl, dass das Unternehmen die (deutschen) MA als notwendiges Übel sieht. Eine BS mit Lohnverzicht, bei der gleichzeitig 1300 MA abgebaut werden (inkl. der Ankündigung ggf. betriebsbedingter Kündigungen)? Keine alternativen Ideen unter Einbeziehung des BR.

Image

Seit Jahren betont Festo seine Werte (u.a. wertschätzend, verantwortungsbewusst), diese sind nun erschüttert. Als MA wird man bei jeder Gelegenheit angesprochen, was denn da gerade bei Festo los sei und ob das alles stimmt. Früher war mal stolz bei Festo zu arbeiten, heute schämt man sich für den Umgang des Unternehmens mit den MA. Fast jeder im Kreis Esslingen kennt Betroffene, da kann man nichts beschönigen. Auch Lieferanten und Partner fragen nach, es fällt oft schwer die Emotionen zurückzuhalten. Gerade wenn Kollegen nach einem Share2Grow Gespräch von einem Tag auf den anderen verschwinden.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Vorweg: Festo schreibt schwarze Zahlen, es gibt keine Kurzarbeit. Es ist sehr schwierig aktuell ein Sozialbewusstsein zu erkennen. Der Blick in die Zukunft erscheint ebenfalls sehr düster. Kein Unternehmen sollte es nötig haben, so mit seinen MA umzugehen. Selbst Unternehmen die mit dem Rücken zur Wand stehen, pflegen idR einen anderen Umgang und Niveau. Speziell ältere MA, die noch nicht sehr lange bei Festo sind, stehen vor Problemen. Zu alt für den Arbeitsmarkt, Abfindung zu gering um einen längeren Zeitraum zu überbrücken, 10+ Jahre bis zum regulären Rentenalter, steigende Inflation. Man sieht am aktuellen Beispiel dass Menschen Ende 50 es schwer zu haben einen neuen Job zu bekommen - bzw. ihn überhaupt zu behalten.

Karriere/Weiterbildung

Ich denke, dass konsequent alles was möglich ist, ins Ausland verlagert werden soll. Diese Angst gab es schon lange. Zitat CEO: "Geschwindigkeit statt Perfektion". Dabei hat das Unternehmen in den letzten Jahren bewusst immer mehr Bürokratie und Overhead geschaffen, worüber viele MA schon lange den Kopf schütteln (siehe Punk Kommunikation).

Kollegenzusammenhalt

angesichts der Umstände immer noch sehr hoch

Umgang mit älteren Kollegen

Man nimmt wahr, dass aktuell auf ältere Kollegen noch mehr Druck als auf den Rest ausgeübt wird. Und das bei insgesamt schon sehr hohem Druck. Auch das kann man in der Presse nachlesen. Der Betriebsrat berichtet über dieses Vorgehen und informiert MA über ihrer Rechte (ebenfalls in der Presse dokumentiert).

Vorgesetztenverhalten

Häufig hat man das Gefühl, dass Vorgesetzte keine Vorbildfunktion einnehmen (wollen). Mein Eindruck ist, dass Konventionen/Regeln dort wenig bis gar nicht gelten. Vorgesetzte haben oft zusätzlich Fachfunktion oder üben sich in Mikromanagement, haben aber weniger Fähigkeiten in Personalführung.

Arbeitsbedingungen

abhängig vom Standort, Abteilung usw

Kommunikation

Gefühl Top-Down, wenig wertschätzend, fehlende Feedback-Kultur, alles muss ein Erfolgsprojekt sein. Genau dies trägt seit Jahren zur aktuellen Situation bei und wurde nicht angegangen. Es können große Summen offenen Auges verschwendet werden, Konsequenzen gibt es höchstens auf den niedrigsten operativen Ebenen. Analysen, warum Dinge nicht gut gelaufen sind, gibt es nicht. Immer das gleiche Motto: "nicht zurück schauen, nach vorne". So gibt es keine Lerneffekte und das gleiche Muster wiederholt sich.

Gehalt/Benefits

Früher i.O., da IG Metall Tarif, aber auch nicht spektakulär. Darüber denkt jetzt kaum noch jemand nach, es geht nun um grundlegende Existenzängste. Das Verhalten des Unternehmens wird so wahrgenommen, dass sich niemand mehr sicher fühlen soll. Für mich fühlt es sich an, dass bewusst diese Angst geschürt wird. Auch eine klare Botschaft, indische MA sind deutlich günstiger, auch wenn man 10x so viele einstellen muss, um nur 50% des Ergebnis zu erzielen. Das aktuelle Shape2Grow Programm ist vermutlich nur der Anfang. Er werden vorläufig noch MA in DE benötigt, aber das werden vermutlich immer weniger sein.

Interessante Aufgaben

je nach Bereich


Work-Life-Balance

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Arbeitgeber-Kommentar

Festo Human Resources

Liebe Mitarbeiterin, lieber Mitarbeiter,
 
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Erfahrungen und Eindrücke mit uns zu teilen.
 
Wir können nachvollziehen, dass die aktuellen Veränderungen bei Ihnen den Eindruck von Unsicherheit und einer belasteten Arbeitsatmosphäre hinterlassen haben. Uns ist bewusst, dass die derzeitige Situation Fragen aufwirft. Daher nehmen wir Ihre kritische Rückmeldung ernst.
 
Gleichzeitig möchten wir darauf hinweisen, dass die aktuell getroffenen Maßnahmen dem Ziel dienen, die langfristige Zukunftsfähigkeit und finanzielle Unabhängigkeit von Festo als Familienunternehmen zu sichern.
 
Ein offener und respektvoller Austausch ist uns wichtig. Daher möchten wir Sie ermutigen, den persönlichen Austausch zu suchen. Gehen Sie mit Ihrer Führungskraft, Ihrem zuständigen HR Business Partner oder dem Betriebsrat ins Gespräch, um Ihre Anliegen direkt zu besprechen.
 
Ihr Festo Human Resources

Dieser Kommentar bezieht sich auf eine frühere Version der Bewertung.
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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.