Enttäuschung und Fassungslosigkeit nach Jahren der Loyalität.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Siehe Gesamtzusammenfassung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Siehe Gesamtzusammenfassung
Verbesserungsvorschläge
Nach fast zwei Jahrzehnten im Unternehmen fällt es mir schwer, die aktuellen Entwicklungen bei Festo in Worte zu fassen.
Eines möchte ich vorwegnehmen: Die Transformation, in der sich das Unternehmen befindet, ist notwendig und sollte auch für jeden Mitarbeitenden nachvollziehbar sein und mitgetragen werden!!!
Aber: Offensichtliche Managementfehler der vergangenen Jahre müssen nun rund 1.300 Mitarbeitende ausbaden. Das hätte man meiner Meinung nach definitiv anders und vor allem sozialverträglicher lösen können – ohne einen solchen Imageschaden und ohne so viele gebrochene Seelen zurückzulassen.
Was derzeit im Rahmen des Abbauprogramms „S2G“ mit den Mitarbeitenden passiert, empfinde ich als zutiefst enttäuschend und widersprüchlich zu den Werten, für die das Unternehmen nach außen steht.
Mitarbeitende werden von heute auf morgen ohne Vorahnung zu Gesprächen eingeladen und sehen sich dort einer enormen Drucksituation ausgesetzt. Man wird mit dem Rücken an die Wand gestellt und mit der vermeintlichen Aussichtslosigkeit konfrontiert, innerhalb des Unternehmens wieder Fuß zu fassen, wenn man nicht unterschreibt. Führungskräfte und Personalabteilung wurden offenbar gezielt darauf vorbereitet bzw. geschult, Mitarbeitende zu einem Exit zu bewegen.
(siehe zum Thema auch Berichterstattung der Stuttgarter Zeitung).
Das ist die Realität – und das Erschütternde daran ist: Das Programm wurde vom Vorstand gegenüber den Mitarbeitenden als „freiwilliges Abfindungsprogramm“ kommuniziert. Freiwillig ist hier: gar nichts. Klare und vor allem ehrliche Kommunikation: nicht gegeben.
Auch die Diskrepanz zur Außendarstellung des Unternehmens macht sprachlos. Noch im vergangenen Jahr wurde das 100-jährige Firmenjubiläum gefeiert. Es wurde über Tradition, Zusammenhalt und wie wertvoll jeder einzelne Mitarbeiter ist, gesprochen. – über „das Werk vieler Hände“. Ich war damals, wie viele viele andere auch, unglaublich stolz ein „Festorianer“ zu sein…!!!
Heute erleben Mitarbeitende, die über Jahre loyal waren und ihren Beitrag geleistet haben (und kein „Leistungthema“ oder persönliches Fehlverhalten vorlag, im Gegenteil) wie schnell diese Verbundenheit offenbar keine Rolle mehr spielt.
Sollte die von mir und vielen anderen Mitarbeitenden wahrgenommene Situation so nicht zutreffen, dann gibt es immer die Möglichkeit, zu korrigieren.
Denn diejenigen, die sehr gerne geblieben wären, sind Führungskräften, Personalabteilung und sicherlich auch Betriebsrat bekannt. Wenn im Zuge der Transformation Stellen entfallen, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass auch die Zusammenarbeit mit diesen Mitarbeitenden enden muss.
Mein Appell an das Unternehmen wäre deshalb: Geht noch einmal aktiv auf diejenigen zu, die das Abfindungsprogramm, vor allem „unfreiwillig freiwillig“, unterschrieben haben. Prüft, ob eine Rückkehr doch möglich ist und bietet auch andere Arbeitsplätze an. Das würde Größe zeigen und ein solcher Schritt würde nicht nur von den Mitarbeitenden, sondern auch von der Öffentlichkeit und den Medien positiv wahrgenommen werden. So kann auch der enormen Imageverlust gestoppt werden
Denn Werte wie Loyalität, Respekt und Wertschätzung zeigen sich nicht in guten Zeiten. Sie zeigen sich gerade dann, wenn Veränderungen schwierig werden.
Nach all den Jahren bleibt bei mir Stand heute vor allem eines zurück: Enttäuschung, Ernüchterung und die Frage, wie ein Unternehmen mit einer so langen Tradition das Vertrauen seiner eigenen Mitarbeitenden so schnell verspielen konnte.
Arbeitsatmosphäre
Vor S2G toll, jetzt angespannt, denn man hat Angst, bei der nächsten Ausscheidungswelle angesprochen zu werden
Kommunikation
Vom Vorstand/Management nicht ehrlich. („freiwilliges“ Abfindung-Programm ist für die Mitarbeitenden, die angesprochen werden, nicht freiwillig!!! Wurde aber nie so kommuniziert!
Kollegenzusammenhalt
Goldwert!
Vorgesetztenverhalten
Enttäuschend. Führungskräfte setzen sich nicht für das Team und den Verbleib Einzelner ein, sondern führen lieber Ausscheidungsgespräche.
Image
Das Unternehmen und die Inhaber-Familie haben es in der Hand, dem enormen Imageschaden entgegenzuwirken. Holt die Mitarbeitenden zurück, die gerne geblieben wären!

